Weltreise Route für Surfer: Wie ich meinen Traum in die Tat umsetze

by Heidi

Es war 2016, das Jahr der Veränderungen und der kleinen Schockmomente. Denn ein langgehegter Traum wurde endlich Wirklichkeit! Ich brach die Zelte in Hamburg ab und reiste mit meiner besseren Hälfte um die Welt. Meine alte Wohnung  tauschte ich gegen unbekannte Städte, exotische Strände und vielversprechende Surfspots. Noch bevor ich im Flieger saß, platzte ich beim Planen der Weltreise Route vor Freude! Der Weg dorthin war für mich als Angsthase nicht leicht und für ein klares „Ich bin dann mal weg“ habe ich etwas länger gebraucht. In diesem Beitrag erzähle ich dir, warum ich den Schritt in die Ferne trotzdem wagte, was beim Planen der Weltreise Route half und wie meine eigene aussah. Außerdem verrate ich, ob es letztlich bei meinen Plänen geblieben ist.

1. Meine Bude, mein Liebsten, mein Job – ist doch alles super!

Seit Jahren schon wollte ich dem Fernweh folgen und einfach aufbrechen. In meinem Kopf existierte schon längst eine Weltreise Route mit Wunschzielen, ich schwärmte von fremden Ländern und beneidete heimlich jeden mutigen Work & Traveller. Trotzdem traute ich mich nie, die Reiselust zur Priorität zu machen. Als Ersatz gab ich mich mit Auslandspraktika und Urlauben zufrieden. Hamburg bot mir ein schönes Zuhause und unzählige Ausgehmöglichkeiten. Eltern und Freunde waren immer greifbar, der Sportverein zum Auspowern da und ich verdiente im sicheren Angestelltenjob gutes Geld. Nur eine Verrückte würde all das aufgeben. Call me crazy. Ich tat es trotzdem.

Hamburg an der Alster

In Hamburg hat es sich fantastisch gelebt – nun gehts von der noblen Alster in die Welt

Seit ich vor ein paar Jahren mit dem Surfen begonnen habe, ist die Sehnsucht nach der weiten Welt und dem Meer noch stärker geworden. Ich lernte Menschen mit ähnlichem Freiheitsdrang und neue Kulturen kennen, spürte wie groß die Welt da draußen eigentlich ist und wollte me(e)hr davon sehen. Ich war fast bereit zu „springen“ und es zu wagen. Den letzten Tritt in den Hintern bekam ich vom risikofreudigen Online Entrepreneur an meiner Seite: Meinem Mann Christian. Schließlich fand ich den Mut, meine imaginäre Weltreise Route endlich in die Tat umzusetzen!


2. Aller Anfang ist schwer: Bist du bereit zur Weltreise?

Fakt ist: Um ernsthaft die Planung einer Weltreise Route anzugehen, muss ein unverrückbarer Entschluss her. Bei mir war der Punkt nach dem Surfurlaub auf Sri Lanka erreicht, als das Herz beim Abschied vom Meer wieder einmal schmerzte. Nach der Rückkehr ins kalte Deutschland stellte ich typische Ausreden, die scheinbar gegen eine Weltreise sprachen, auf die Probe und versuchte, rationale Antworten zu finden.

2.1 Klassische Weltreise-Ausreden: Zeit und Geld

„Ich habe doch gar kein Geld.“ Zum Sparen benötigt man kein überdimensioniertes Jahresgehalt, nur Kreativität und Geduld. Ansprüche lassen sich nach unten schrauben, z.B. durch günstigeres Ausgehen (Kochen mit Freunden statt Restaurant), Flohmärkte als Fundgrube für Anschaffungen und Streichen von teuren Kurzurlauben. Unnützen Kram verkaufen ist mein neues Hobby: Klamotten über Kleiderkreisel, Bücher via Rebuy, Sperriges auf Ebay Kleinanzeigen und den traurigen Rest auf dem Flohmarkt. Schon für ein Wochenende kann man seine Wohnung auf AirBnB untervermieten! So kommt vor der Reise schon ordentlich Kohle zusammen. Unterwegs Geld verdienen ist die beste Option, um die Reisekasse nie leer werden zu lassen, z.B. mittels Work & Travel oder als online arbeitender digitaler Nomade.

„Das passt gerade nicht in mein Leben.“ Irgendwas ist doch immer. Wenn du keine familiären Verpflichtungen hast und gesund bist, in deinem aktuellen Job nicht die absolute Bestimmung siehst und auch woanders Chancen zum Geldverdienen hast: Worauf wartest du noch? Die Family without borders reist sogar mit zwei Kindern um die Welt. Ein guter Zeitpunkt zum Aufbruch sind abgeschlossene Lebensetappen, erreichte Sparziele oder neue Gelegenheiten im Ausland. Leichter wird es mit einem begeisterten Mitstreiter, der etwaige Ängste mit Vorfreude bekämpft.

Blick auf die Wellen in Bingin (Bali)

Näher am Line Up wohnen als in Bingin (Bali) geht fast nicht!

2.2 Angst vor Veränderung und die liebe Bequemlichkeit

„Ich habe Angst.“ Ein natürliches Gefühl bei krassen Veränderungen. Freiheit zum Entdecken des Unbekannten erzeugt Furcht, weil man den gewohnten Status Quo hinter sich lässt. Das ist aber kein Grund, darauf zu verzichten. Angsthasen schaffen das Verlassen der Komfortzone mit sicherheitsstiftenden Maßnahmen. Ich holte mir Rat von erfahrenen Weltreisenden, die ich auf der Digitalen Nomaden Konferenz (DNX) traf. Dort geht es um Möglichkeiten und Erfolgsbeispiele, wie man von überall arbeiten und Geld verdienen kann. Ein Event, von dem du mit Tatendrang, super Kontakten und neuen Reiseideen wiederkommst!

„Aus dem Koffer leben liegt mir nicht.“ Schau dich mal in deiner Wohnung um. Was brauchst du wirklich? Den Rest kannst du verkaufen oder weggeben! So eine Entschlackungskur tut dir und dem Geldbeutel gut. Ich lagerte sperrige Lieblingssachen bei den Eltern ein und nahm auf Reisen nur das Nötigste mit. Dennoch bin ich kein Minimalist oder reise gern mit Handgepäck. Im Gegenteil, die Boardbag musste mit! Ebenso wenig wollte ich als Backpacker in Hostels leben und jede Woche weiterziehen. Warum nicht für etwas länger an fremden Orten verweilen und heimisch werden? Nette, gut ausgestattete Unterkünfte findest du überall auf der Welt, die z.B. in Asien weniger kosten als in Deutschland und exotisches Flair haben.

2.3 Aufbruchstimmung: Der Point of No Return

Ist der Kampf mit deinen Ausreden und dir selbst erst einmal gewonnen, muss ein Starttermin als Point of No Return her. Wenn er fett im Kalender steht, gibt es kein Zurück mehr und die eigentliche Planung der Weltreise Route kann beginnen. Ab diesem Zeitpunkt bis zur Abreise habe ich übrigens 12 Monate zur Planung gebraucht, andere empfehlen mindestens 6 Monate. Diese Zeit ist zum Auflösen des alten Lebens sowie für administrative und organisatorische To Dos notwendig. Was genau an diesen „notwendigen Übeln“ auf mich zukam, verrate ich in diesem separaten Beitrag.


3. Rahmenbedingungen klären: Bastle dein Reisemodell!

Jeder hat Vorstellungen, an denen er nicht rütteln kann oder will. Diese sollte man frühzeitig formulieren, bevor man in die eigentliche Planung der Weltreise Route einsteigt. Für mich wesentliche Faktoren waren zum Beispiel:

3.1 Wie lange und mit wem willst du reisen?

Allein, zu zweit oder mit Freunden? Alleine bist du extrem unabhängig und musst beim Reisen keinerlei Kompromisse eingehen. Perfekt, wenn du viel Freiraum und Zeit für dich brauchst. Dafür kann man zu zweit die Vorfreude, schöne Erlebnisse und Aufgaben teilen. Für mich genau der richtige Weg, da mein Mann und ich sowieso wie Arsch auf Eimer sind und das Planen der Weltreise Route durch gemeinsame Interessen (Surfen! Surfen! Und Surfen!) leichter fällt.

Reisedauer – Wie flexibel bist du? In bestimmten Konstellationen steht der Endzeitpunkt der Reise von vorn herein fest (z.B. Work & Travel Programme, Sabbatjahr). Das zwingt dazu, die Wunsch-Destinationen der Weltreise Route gut abzustecken. Ohne solche Limitationen hängt die Reisedauer eher von weichen Faktoren wie der eigenen Reiselust oder dem Budget ab. Ich hatte mir auf Basis des Ersparten und geplanten Einkommens einen Korridor von 1 bis 1,5 Jahren zum Reisen vorgenommen – spätestens dann würde mich die Sehnsucht erstmal zur Familie zurücktreiben.

Bali Style: Mit dem Motorrad zum Surfspot

Ich bin happy, wenn Surfspots wie in Canggu (Bali) nur eine Rollerfahrt entfernt sind. Hier mit meinem Freund Christian und Witzbold Kadek im Hintergrund 🙂

3.2 Wie viel Freizeit hast du unterwegs und was willst du erreichen?

Reiner Urlaub? Ich kenne ehrlich gesagt nur wenige Leute, die eine längere Weltreise komplett als Urlaub verwirklichen können. Wer ausschließlich reisen will, braucht sein sauer Erspartes schneller auf und muss unterwegs stark auf die Kostenbremse treten. Auf der Weltreise Route stehen damit günstige Reiseländer wie Thailand, Indonesien, die Philippinen oder Indien. Längere Flugstrecken zwischen Kontinenten und teure Ziele wie Nordamerika und Australien sind kaum drin. Dann bleibt nur eins: Geld verdienen!

Reisend arbeiten? Work & Travel Visa sind eine unkomplizierte Möglichkeit, um in Ländern außerhalb der EU für ein Jahr zu arbeiten. Aber so ein Visum gibt es nur bis zum Höchstalter von 30 Jahren (in Kanada 35) und bleibt auf das Gastgeberland beschränkt. Online Entrepreneure sind bei der Planung ihrer Weltreise Route flexibler, da sie überall arbeiten können – solange das Internet stabil ist. Diesen Lifestyle wollten wir als digitales Nomadenpaar versuchen: Er nahm seinen Job beim Fintech Startup Fastbill einfach mit und gemeinsam bauten wir neben meerdavon weitere Online Projekte wie z.B. Happy Coffee weiter auf, ein Online Kaffeemagazin mit Kaffeehandel.

Persönliche Reiseziele? Willst du eine Fremdsprache lernen, ein spirituelles Body & Soul Retreat durchziehen, Natur pur ohne Touristenschaaren erleben oder eine bestimmte Sportart während der Reise ausüben? Solche persönlichen Ziele werden deine Weltreise Route beeinflussen. Surfen kann man beispielsweise nicht in allen Ländern gleich gut. Da ich keine Lust auf lange Flat Spells hatte, standen bei mir gut surfbare Destinationen auf der Reiseliste.

Weltreise Route - Arbeiten in Ost Java

Nicht ergonomisch, aber praktisch: Mein „Schreibtisch“ in der Bambushütte in Ost-Java

Mein persönliches Reisemodell stand anhand dieser Kriterien fest und hieß: Digitales Surf-Nomadentum! Im obigen Bild bekommst du einen kleinen Eindruck, wie das praktisch für mich so aussah. Vielleicht könnte das auch dein „Rezept“sein, vielleicht findest du aber auch einen ganz anderen Weg.


4. Hol dir Inspiration und finde deinen Reisemodus!

Als mein Reisemodell feststand, kam das schönste To Do: Das Entwerfen der eigentlichen Weltreise Route! Überlegen, in welchen Ländern ich für eine Weile bleiben, arbeiten und surfen will.

4.1 Tipps von erfahrenen Reisenden

Vielleicht weißt du noch nicht ganz genau, wohin du reisen willst. Oder bist einfach offen für Tipps, um das Maximum aus deiner Reisezeit heraus zu holen. Breite Reise-Anregungen bieten Reisemessen wie die Internationale Tourismus Börse (ITB) oder Reisevorträge, wie sie z.B. Globetrotter regelmäßig veranstaltet. Neue Ideen für Reiseziele mit Wellengarantie bekommt man auf Surf Film Abenden oder auf Surf Festivals, wo man mit Gleichgesinnten leicht ins Gespräch kommen und Reisetipps abstauben kann. Ebenfalls eine super Anlaufstelle sind Facebook Communities wie Surftravellers, wo sich Wellenreiter austauschen.

Meine liebste Inspirationsquelle waren Blogs die über Dinge und Orte berichten, die man noch erleben will. Besonders gern lese ich von anderen Dauerreisenden – vielleicht, weil ich mich besonders mit ihnen identifizieren kann. Tolle Surf Blogs, die das Fernweh ordentlich ankurbeln, sind zum Beispiel SurfragettePrecious Ocean und Salt in my Hair. Dann gibt es natürlich noch Weltreise-Blogs: Auf denen geht es zwar nicht ausschließlich ums Wellenreiten, aber man bekommt organisatorische Tipps und kann Destinationen jenseits der Surfer-Landkarte entdecken. Gut finde ich z.B. Off the PathPink Compass, und Travelicia.

4.2 Reisemodus: Wie vollgepackt und flexibel ist deine Weltreise Route?

Die begrenzte Reisezeit will man natürlich maximal nutzen. Für die einen heißt das, möglichst viele Ziele in kurzer Zeit anzusteuern, während andere lieber wenige ausgewählte Destinationen intensiv erleben wollen. Ob man Fast oder Slow Travelling bevorzugt, hängt von persönlichen Vorlieben ab. Mit genug Freizeit und Geld im Säckel kannst du deine Weltreise Route richtig vollpacken, sofern dich häufiges Umziehen nicht stört. Auf reinen Vergnügungsreisen hat man Tag und Nacht zur Verfügung, um Zielorte schnell zu erschließen. Falls du allerdings unterwegs arbeiten willst, solltest du dir eher weniger vornehmen.

Oft habe ich mich außerdem gefragt, wie flexibel meine Weltreise Route sein und was ich fest planen soll. Zu große Unsicherheit mag ich nicht. Trotzdem wollte ich an schönen Orten versacken, von unschönen rasch flüchten und unerwartete Gelegenheiten nutzen können. Gerade bei einem längeren Trip kann sich die Weltreise Route unterwegs ändern und deswegen lohnt es sich nicht, alles komplett durchzuplanen.

Ein guter Mittelweg war für mich, Stationen nach und nach zu buchen: Zum Beispiel ein Hotelzimmer für die ersten Tage vor Ort, um dann eine nette eigene Bude zu finden. Bei AirBnB-Apartments mit tollem Preis-Leistungs-Verhältnis schlug ich gleich für eine Monatsmiete zu, da das bis zu 70% günstiger ist als der Tages- oder Wochenpreis. So sicherte ich uns so manches schicke Strandhaus. Auch in der Hauptsaison ist es an bestimmten Orten besser, sich frühzeitig um eine Bleibe zu kümmern. Flugbuchungen sind heute übrigens weder als Early Bird noch Last Minute am günstigsten, sondern laut einer aktuellen Studie 112 bis 21 Tage vor dem Reisetermin.


5. Finale Weltreise Route planen und die Vorfreude genießen

Mein letzter Planungsschritt bestand darin, aus einer großen Wunschliste an Ländern letztlich einen groben Plan zu entwerfen. Als digitale Surfnomadin habe ich zwar flexible Arbeitszeiten. Aber praktisch bleiben nur Feierabend und Wochenenden, um in der neuen Umgebung heimisch zu werden. Personen mit einem ähnlichen Reisemodell bleiben oft mindestens 4 Wochen an einem Ort, bevor sie weiterziehen. Für mich stand daher fest, dass ich eher langsam und intensiv reisen will.

5.1 Die Bucket List: Ooooh, da will ich hin

Manche Leute ziehen vielleicht ganz spontan in die weite Welt hinaus, doch ich wollte meine Optionen möglichst gut kennen. Also habe ich mir zur Planung der Weltreise Route eine große „Bucket List“ als Excel-Sheet angelegt. Darin standen alle Länder, die ich prinzipiell zum Surfen und Entdecken spannend fand, mit den wichtigsten Infos:

  • Zielorte. Welche Städte eignen sich, um dort für längere Zeit zu verweilen? In meinem Fall ausschlaggebend: Der Ort sollte relativ sicher und gut erreichbar sein, ausreichend stabiles Internet zum online arbeiten und gute Surfspots in der Nähe haben. Und die Lebenshaltungskosten mussten moderat sein. Diese und weitere Faktoren findest du z.B. mit der Nomadlist oder Numbeo für die meisten Destinationen leicht heraus.
  • Surfbedingungen. Inwiefern gibt es konsistente Wellen, für welche Surf-Levels eignen sich die Surfspots und wann ist die beste Surfsaison? Online Plattformen wie Wannasurf verraten es dir. In Ländern wie Costa Rica kann man ganzjährig surfen, in anderen ist das Surffenster kurz bis nicht vorhanden. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, ob es sich um eine Warm- oder Kaltwasser Destination handelt und eine Infrastruktur für Surfer (z.B. Surfshops, Board Rental) vorhanden ist. Diese Infos bestimmen, ob du auf deiner Weltreise Route einen eigenen Neoprenanzug und Surfboards mitnehmen solltest.
  • Visabestimmungen. Welche Art von Visum benötige ich und wie lange darf ich damit bleiben? In vielen Ländern Latein- und Südamerikas bekommt man bei Ankunft bequem Visa on Arrival für 90 bis 180 Tage, während das Visum für China vom Hauptwohnsitz aus beantragt werden muss. Im beliebten Indonesien muss das Visum alle 30 Tage verlängert werden, was begrenzt vor Ort geht und gelegentliche Visa Runs (schnelle Aus- und Wiedereinreise) ins Nachbarland nötig macht. Das Auswärtige Amt hat Visa Infos für alle Länder parat.
  • Sonstiges. Trocken- und Regenzeiten können bei der Planung der Weltreise Route eine Rolle spielen, ebenfalls Haupttouristen- und Ferienzeiten. Dann ist vor Ort alles doppelt so teuer und die Line Ups sind extrem überfüllt – keine gute Reisezeit für Surfer.

5.2 Von der Bucket List zur finalen Weltreise Route

Aus der großen Wunschliste ließ sich dann die finale Weltreise Route basteln. Einige Länder konnte ich schnell eliminieren, z.B. weil Surfen gar nicht möglich ist oder sie für die Budget- und Kostenplanung (noch) zu teuer waren. Alle übrigen Destinationen galt es zu priorisieren, da alles auf einmal nicht ging. Schön zur Visualisierung der Wunschdestinationen sind übrigens Planungstools wie die World Surf Trip Map oder Online Pinnwände wie Trello.

Im nächsten Schritt stand die optimierte Streckenplanung an. Pro Land bzw. Ort sah ich eine gemütliche Mindestaufenthaltsdauer vor und überlegte, wie ich am günstigsten von A nach B komme. Gute Flugsuchmaschinen sind für mich z.B. Momondo und Swoodoo. Achtung: Neben dem Ticketpreis spielen Boardbag Fees, also die Transportkosten für Surfboard-Bags, eine große Rolle! Für den ersten Teil meiner Weltreise Route fielen sie so hoch aus, dass ich wohl oder übel auf das eigene Brett verzichtete und es mir später von einer Freundin (Danke Nadja, du rockst!) mitbringen ließ.

Weltreise Route a la meerdavon


6. So sah meine persönliche Weltreise Route aus

Und wohin verschlug es mich nun nach all der Planung? Ich freute mich darauf, das erste Mal in Kanada zu sein, in Tofino umgeben von Bären und Walen zu surfen und danach in Kalifornien abzuhängen. In Indonesien wollte ich längere Zeit bleiben und mir neben meinem Klassiker Bali weitere schöne Ecken ansehen. Vietnam stand auf meiner Liste, weil ich schon immer hinwollte und es nicht die klassische Surfdestination ist.

Ein Zwischenstopp in Spanien / Portugal galt vor der „Überfahrt“ nach Lateinamerika als so gut wie sicher. Ich wollte Costa Rica wiedersehen und Panama sowie Nicaragua entdecken. Südafrika war für mich ein Fragezeichen, da Herausforderungen wie z.B. Haie und die allgemeine Sicherheit vor Ort mich noch grübeln ließen. Vielleicht doch lieber Neuseeland? Hmmm… Alles stand also nicht fest und vieles konnte sich ändern. So ist das mit Plänen – sie sind eine Richtschnur, aber nicht unumstößlich 😉

Weltreise Route - Greenhouse

Unterwegs bleibt man auf Weltreise an schönen Orten länger hängen…


7. Blieb es bei der Weltreise Route? Das Update danach 

Erstaunlicherweise ist von meiner Wunschroute (fast) alles so verlaufen wie geplant! Und in Momenten wie in dem Bild oben fühle ich, dass es mit dem Reisen noch eine ganze Weile so weitergehen kann.

So verlief unsere Weltreise Route wirklich

Nicht alles ist von meiner ursprünglichen Weltreise Route stehen geblieben. Denn unsere Pläne haben sich unterwegs, wie fast zu erwarten war, leicht geändert. An schönen Ecken blieben wir länger als gedacht und bekamen unterwegs Appetit auf Destinationen, die eigentlich nicht geplant waren. Hier waren wir von Juni 2016 bis Juni 2017 wirklich:

  • Kanada. Wunderschön und überraschend war die Summer City Montreal, während die Hype Stadt Vancouver mich teilweise enttäuschte. Dafür zählte das kalte Surfer Mekka Tofino auf Vancouver Island zu meinen Highlights! Dahin würde ich sogar auswandern.
  • USA. In Kalifornien lebte ich das süße Beach und Surfer Life in San Diego. Allerdings konnte ich es mir nicht länger als 14 Tage leisten. Danach musste ich mich in Indonesien „gesund“ sparen.
  • Indonesien. Ich liebe Land, Leute und Wellen! Erst hing ich auf der Surfer-Insel Bali herum. Ich genoß den Hipster-Ort Canggu, aber es war mir zu voll geworden. So wechselte ich die Insel. Auf Lombok surfen war schön, doch die Spots auch nicht gerade leer. Alles änderte sich auf Java. Dort hat es mir z.B. das einfache Leben in Red Island angetan.
  • Philippinen. Siargao Island ist eine Insel der Superlative. Wenn es richtig gut läuft, sind die Wellen groß und glassy. Doch bei schlechtem Wetter weiß man, was schlechtes Wifi wirklich bedeuten. Das gehörte zum Abenteuer Weltreise dazu!
  • Neuseeland. Im Land der Kiwis machte ich einen Surftrip über die Nordinsel und entdeckte die unterschiedlichsten Ecken. Im hübschen Surferort Raglan versackte ich einen ganzen Monat!
  • Australien. Down Under stand anfangs gar nicht auf dem Plan. Doch wer N wie Neuseeland sagt, wird schnell auch A wie Australien sagen. Liegt ja um die Ecke! Gute Entscheidung, denn Byron Bay und das ruhigere Noosa lohnten sich auf jeden Fall.
Weltreise Route - Tofino

Tofino: Ein Stück von meinem Herzen ist in Kanada geblieben

Manches lief in Sachen Weltreise Route anders als geplant. Vietnam ist wegen zu schlechten Surfaussichten von der Liste geflogen, Südafrika wurde vertagt. Und für Lateinamerika hat am Ende die Zeit schlicht und einfach nicht gereicht! Das ist eines meiner wichtigsten Learnings: Lieber länger an einem Ort bleiben und den Trip nicht zu voll packen. Nur so hat man die Chance, unterwegs auch anzukommen und Land & Leute kennenzulernen.

The Trip goes on

Seit wir von der Weltreise wieder da sind, reisen wir trotzdem weiter. Vor allem Europa hat es uns gerade angetan: Mit einem eigenen Camper machten wir uns mobil und steuerten schon England und Irland an, hielten in Frankreich und fanden leere Spots in Nordspanien. Ausserdem entdecken wir die Küstenlinie in Portugal immer wieder aufs Neue. Insgesamt tauschten wir Flugzeug gegen Auto, Bikini & Boardshorts gegen Neopren und Palmen gegen Mischwald. Auch geil! Wohin es als nächstes geht, erfährst du in unserem Newsletter. Bleib dran…

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14 comments

Alexandra Rêverie 19. Mai 2016 - 10:31

Der Wahnsinn! Wünsch dir ganz viel Spaß. 🙂

Reply
Heidi 24. Mai 2016 - 17:50

Dankeschön, Alexandra 🙂

Reply
Yvonne 20. Mai 2016 - 12:18

Liebe Heidi,

wow, deine Pläne klingen ganz fantastisch und sind
geradzu ansteckend. Am liebsten würde ich gleich die nächste Weltreise
planen 😉 Ich freu mich sehr für dich, dass du diesen Schritt gehst. Das
wird eine unglaublich eindrucksvolle und intensive Zeit werden. Ich bin
mir sicher, du wirst sie in vollen Zügen genießen. Und ich freu mich
schon jetzt auf deine Reiseberichte!
Vielen lieben Dank, dass du meinen Artikel verlinkt hast :*

Alles Liebe
Yvonne

Reply
Heidi 24. Mai 2016 - 17:50

Danke für dein Lob, liebe Yvonne!
Ich hoffe, unsere Weltreise wird genau so harmonisch und erlebnisreich wie eure sein 🙂
Vielleicht sieht man sich mal unterwegs an Land oder im Wasser!
Liebe Grüße
Heidi

Reply
Ute Kranz 25. Mai 2016 - 14:23

Hallo liebe Heidi,
vielen Dank für die Erwähnung und deine Route klingt spannend! Ich habe auf meiner Weltreise wider Erwarten festgestellt, dass mir das wenige Vorausplanen mehr liegt, weil man sich selbst auf der Reise verändert und damit auch Wünsche, Vorstellungen und Pläne. Ich wünsche dir eine ganz tolle Zeit!
Liebe Grüße
Ute

Reply
Heidi 9. August 2016 - 0:16

Hallo Ute,
Gern geschehen – dein Blog ist für mich eine echte Inspiration! Und mit den Planen hast du recht, zu viel davon kann negativ sein.
Wir haben nicht die gesamte Route durchgeplant, sondern nur die Flug und Unterkunft für die jeweils nächste Station. Zumindest sofern das Sinn macht. Flexibilität ist wichtig! Schon jetzt nach 2 Monaten „on the road“ weiß ich, wohin ich doch nicht will bzw. an welchen Ort es mich erneut ziehen wird. Eins steht fest: Reisen rockt!
Liebe Grüße
Heidi

Reply
Markus Warth 5. Juni 2016 - 9:44

Hey Heidi,

wow, tolle Reiserute die ihr da habt. Panama, Costa Rica und Nicaragua habe ich auch schon bereist.

Tofino hört sich ja sehr interessant an. Da bin ich sehr gespannt auf einen Bericht.

Wann und wo seid ihr denn in Indonesien unterwegs? Würde mich auch sehr interessieren, wo man dort, ausser in Bali, gute Möglichkeiten zum „Arbeiten“ und Surfen hat.

Schöne Grüße und eine tolle Zeit auf eurem Trip!

Markus

Reply
Heidi 8. August 2016 - 23:50

Hallo Markus,
Danke für deinen Kommentar! Wir haben Tofino mittlerweile gesehen und uns regelrecht in dieses Fleckchen Erde verliebt! Der Bericht dazu folgt in Kürze 🙂 In Indonesien sind wir ab September, in erster Linie auf Bali und den kleinen Inseln darum herum, als auch auf Lombok. Ich werde die Möglichkeiten zum Arbeiten dort mal auschecken. Bei den größeren indonesischen Inseln (z.B. Sumatra, Sumbawa, Java) hatte meine bisherige Recherche ergeben, dass es mit dem Internet teilweise schwierig sein kann. Dafür gibts aber einsamere Orte und leerere Wellen! Ich hoffe wir sehen uns mal unterwegs!
Viele Grüße
Heidi

Reply
Jennifer 4. Januar 2017 - 10:29

Liebe Heidi,

das hört sich alles so toll an und freue ich, dass Deine große Reise Dich so erfüllt und ein voller Erfolg ist. 🙂 Inspiriert mich total – obwohl ich im Jahr schon sehr oft unterwegs auf reisen bin, ist es schon noch ein Herzenswunsch von mir eine Weltreise, also einfach länger am Stück unterwegs zu sein, zu machen. Übrigens hat mich auch eine Reise nach Sri Lanka im vorletzten Jahr dazu bewegt mich selbständig zu machen um flexibler reisen zu können. Das Land hat magische Kräfte! 😉

Ganz liebe Grüße
Jennifer

Reply
Heidi 13. Januar 2017 - 12:36

Hallo Jennifer,
Je mehr ich reise, um so heftiger wird das Fernweh. Es scheint dir genauso zu gehen 🙂
Bisher habe ich den Schritt in die Welt hinaus nicht bereut und das online arbeiten unterwegs funktioniert erstaunlich gut.
Ich hoffe, dass du mit deinem Business ebenfalls längerfristig unterwegs sein kannst!
Vielleicht mit Sri Lanka als erster Station, zum Feiern sozusagen 😉
Liebe Grüße
Heidi

Reply
5 Blogger verraten dir ihre beeindruckendsten Momente auf Reisen - Teil 1 | ZielunGEWISS 13. März 2017 - 8:16

[…] gesagt: Tofino hat mich umgehauen. Es war einer der ersten Stopps meiner Surf Weltreise und wird auch einer der letzten sein. Da ich nach weniger als einem Jahr schon wieder hinfahren […]

Reply
Indo Fever: Warum Indonesien das perfekte Reiseziel für Surfer ist | Reiseblog Travelicia 3. April 2017 - 18:04

[…] Doch seien wir ehrlich: Egal wie viele Länder du im Urlaub kennenlernst oder auf deine Weltreise Route packst – es gibt spezielle Orte, die besonders im Herzen bleiben. Mich zieht Indonesien immer […]

Reply
Carlo 3. Oktober 2017 - 16:41

Hey Heidi

Klingt mega schön. Ich bin gerade am Planen für eine Weltreise ab mai 2019. Gerade hab ich eh ein jahr sportverbot wegen Krankheit.

Schade dass du Südafrika ausgeklammert hast. Meiner Meinung nach mit die besten Wellen. V.a. die Wild Coast ist atemberaubend. Gerne kann ich dir auch Tipps geben 🙂

LG Carlo

Reply
Heidi 5. Oktober 2017 - 18:10

Hi Carlo,
Mega – dann hast du ein großes Abenteuer vor dir! Und kannst die Notpause wenigsten sinnvoll mit Vorfreude füllen, neben all der Planung 😉
Südafrika ist nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Über Tipps würde ich mich natürlich sehr freuen. Oder du schreibst gleich darüber einen Gastbeitrag auf meerdavon – falls du Lust drauf hast 😉
Liebe Grüße und gute Besserung
Heidi

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