Srface Wetsuit im Praxistest: Was taugt der günstige Online-Only Neoprenanzug?

by Christian
Srface Neoprenanzug im Test

Srface ist die wohl erste Wetsuit Brand, die Neoprenanzüge ausschliesslich online verkauft. Keine Händler, keine Möglichkeit zur Anprobe im lokalen Surfshop. Eigentlich ist das etwas, von dem ich (vor allem Neoprenanzug-Erstkäufern) abraten würde. Aber Srface macht einiges anders als andere, nicht nur bei den sehr günstigen Preisen für einen neuen Anzug ab 189€ für Frauen und ab 209€ für Herren. Ich war neugierig und habe zugeschlagen. In diesem Artikel beschreibe ich meine Erfahrungen mit dem Srface Neoprenanzug aus dem Internet, vom Kaufprozess bis zu meinem Praxiseindruck nach gut zwei Monaten im herbstlich schottischen Wasser. Spoiler: Ich würde den Wetsuit weiterempfehlen.

1. Wetsuits online bestellen: Eine gute Idee?

Der Kauf eines neuen Wetsuits kann eine echte Herausforderung sein. Er muss einfach passen, und zwar nicht nur im Trockenen, sondern vor allem auch im Meer. Zu viel Spiel lässt Wasser rein, zu wenig beschränkt die Bewegungsfähigkeit zu stark oder ist einfach unbequem. Gesucht ist die perfekte Mischung aus Flexibilität, Passform und Wärmeleistung, was für Neopren-Neulinge manchmal schwer zu bewerten ist. Daher ist der Weg in den Surfshop deines Vertrauens eigentlich immer empfehlenswert. Dort gibt es nicht nur unterschiedliche Marken und Passformen zur Auswahl, sondern meistens auch eine gute Beratung obendrauf.

Persönlich habe ich bisher immer auf bekannte Premiummarken wie Ripcurl (mein aktueller 4/3mm Neo), O'Neill (mein aktueller 5/4mm Neo) und C-Skins (mein aktueller 6/5mm Neo) gesetzt. Srface hat mich aber nicht nur wegen des deutlich günstigeren Preisniveaus neugierig gemacht, sondern ich wollte auch einfach wissen, wie gut der Bestellprozess und das Fitting in einem Online Only Shop funktionieren kann. 

Srface Neoprenanzug im Test - meerdavon

2. Srface: Alles über die Online Only Wetsuit Brand

Srface ist ein Unternehmen mit Sitz in Holland – wo es erstaunlich gute Wellen gibt – und betreibt nach eigenen Angaben noch eine Forschungsabteilung in Südafrika. Leider gibt die Website nur wenig Aufschluss über die Gründungshistorie. Sie verrät aber, dass es sich um ein Kollektiv aus 13 Freunden handelt, die sich über die hohen Preise im Neopren-Markt wunderten und es sich darauf hin zur Mission machten, günstige High-End Wetsuits auf den Markt zu bringen.

2.1 Eco Neopren, günstige Preise und Probesurfen

Zu kaufen gibt es die Srface Neopren-Anzüge seit 2018 Online Only, also ausschließlich online auf srface.com. Dieser reine Direct-to-Consumer Ansatz dürfte Teil der Kostenkalkulation sein (keine Händler = keine Händlermargen) und zu den vergleichsweise günstigen Preisen beitragen. So gibt es z.B. einen soliden 4/3 Flex Neoprenanzug ab 259 Euro (Herren) bzw. 255 Euro (Damen). In dem Preissegment gibt es (fast) keine guten Alternativen. Darüber hinaus gibt es bei Srface noch weitere Modelle (siehe unten).

Zum Online-Only Ansatz von Srface gehören ein paar weitere Besonderheiten, die man erwarten kann. Neben einer ausgefeilten Größentabelle mit Fitting-Vorlage erfolgen Lieferungen und Retouren versandkostenfrei (in Deutschland per UPS). Der wohl größte Vorteil dürfte aber sein, dass man jeden Anzug 30 Tage lang Probe surfen kann. Richtig, im Wasser! Bei diesem Kalkül sind sich die Leute bei Srface offenbar sehr sicher, dass ihre Neos überzeugen.

Srface Wetsuit 30 Tage Probesurfen

Aber nicht nur der Service scheint zu stimmen. Auch in den verwendeten Rohstoffen unterscheidet sich Srface von traditionellen Anbietern: Produziert werden nämlich keine klassischen Neoprenanzüge auf Erdöl-Basis. Für Srface Wetsuits kommen ausschliesslich natürliche Materialien zum Einsatz, die besonders langlebig sein sollen. Genauer gesagt Neopren auf Kalkstein-Basis (Limestone) von Yamamoto sowie Yulex, ein Naturkautschuk. So hinterlässt jeder Anzug einen deutlich geringeren CO2 Fussabdruck als konventionelle Anzüge. Produziert werden die Srface Wetsuits in führenden Neopren-Fabriken in Kambodscha und Thailand, wie das alle anderen Surf Marken wohl auch tun.

2.2 Produktpalette von Srface

Optisch verfolgt Srface einen „No Nonsense“ Ansatz, der uns gut gefällt: Die Anzüge sind schlicht schwarz und mit subtilem Label (teils in Orange) gehalten. Super: Alle Neoprenanzüge haben einen Chest Zip – sie halten also das Wasser besser draußen als Back Zips. Sowohl für Damen und Herren bietet Srface derzeit verschiedene Wetsuit Grundmodelle an:  

  • Flex (2/2, 3/2 oder 4/3 – ab 189 Euro): Auf Flexibilität optimierte, dennoch warme Neoprenanzüge für ein Maximum an Beweglichkeit.
  • Heat (3/2, 4/3, 5/4, 5/4 Hooded – ab 249 Euro): Auf Wärme optimierte Neoprenanzüge, u.a. mit Glatthaut am Torso vorn und hinten, sowie gummiverstärkten Nähten. Wirklich seeehr warm (siehe Foto unten).
  • Remix (4/3, 5/4, 5/4 Hooded – ab 279 Euro): Modelle aus 100% aus Yamamoto Limestone Neopren, einem hochwertigen Naturmaterial, wenn es um die Kombination aus Wärmeleistung und Flexibilität bei Wetsuits geht.
  • Eco (3/2, 4/3 – ab 289 Euro): Wetsuit-Modelle aus 100% Yulex, einem Naturkautschuk, der (nachhaltig) von Hevea Kautschuk Bäumen in Sri Lanka geerntet wird. Es zeichnet sich durch hohe Flexibilität aus.
  • Refurbished (tbd): Ab und an findet man bei Srface wieder aufgearbeitete Anzüge für einen besonders niedrigen Nice Price. Solche Angebote werden meist kurzfristig online bzw. im Newsletter oder auf Social Media angekündigt.
Srface Wetsuits Group

Darüber hinaus findest du bei Srface auch weiteres Neopren-Zubehör: Boots (3, 5 oder 7mm) und Handschuhe (3, 5 oder 7mm, je nach Modell als Fingerhandschuhe, Lobster oder Fäustlinge). Auch eine 3,5mm-Haube ist im Programm, wenn du deinen „kopflosen“ Neo sturm- und kältesicherer machen möchtest.

3. So lief meine Online-Bestellung bei Srface ab

Bei meiner Bestellung im Srface Onlineshop (den es auch auf Deutsch gibt) habe ich einen Ersatz für meinen alten 4/3 Ripcurl Flashbomb gesucht, den ich bei Wassertemperaturen von 13 bis 16 Grad surfen kann. Da mir Flexibilität von allen Features am wichtigsten war, habe ich mich für das Modell Flex in 4/3mm entschieden. Als Nordeuropäer braucht man eigentlich nur im südfranzösischen Sommer weniger Neopren, ansonsten hat sich ein 4/3mm für mich mit den Jahren als die optimale Lösung für die wärmere Jahreshälfte im Atlantic oder in der Ostsee erwiesen.

Srface Wetsuits - Size Finder

3.1 Größenauswahl und Beratung per Chat 

Um meine richtige Größe herauszufinden, bin ich der Größentabelle (Size Finder, siehe oben) im Srface Onlineshop gefolgt. Ich musste Körpergröße, Brustumfang, Taille und Gewicht eingeben. Die Tabelle hebt anschliessend farblich gekennzeichnet hervor, bei welcher Wetsuit-Größe die Übereinstimmung am besten ist. Zur Auswahl stehen recht viele Größen und Zwischengrößen. Toll und nicht selbstverständlich:

Bei Srface werden Kurz- und Langgrößen angeboten. Es gibt die Wetsuits also neben den amerikanischen Standardgrößen (z.B. M) z.B. auch in MS (short M) oder ML (long M), wodurch diversen Körpertypen mehr genüge getan wird.

Während ich meine Ergebnisse in der Größentabelle vom Onlineshop betrachte, meldet sich zeitgleich jemand per der Chat, der mir weitere Unterstützung anbietet. Was gut ist, denn im Size Chart hänge ich zwischen mehreren Größen. Durch den Chat habe ich direkt jemanden parat, der mir nach kurzem Datenabgleich und weiteren Infos die Größe XLS empfiehlt. Eine Zwischengröße also: XL wie immer für die Brust, aber in einer kürzeren Länge. Als „top heavy“ gebauter Mensch mit breiter Brust und im Vergleich schmaler Hüfte (und ja, kurzen Beinen) war die Größenauswahl bisher nicht immer ganz einfach. Zum Vergleich bestelle ich mir noch einen weiteren Anzug in LS (bisher hatte ich immer Größe L und mich nie als XL-Typ gesehen).

Meine Frau Heidi bestellt übrigens auch bei Srface mit. Bei ihr plädiert der Size Finder klar für eine einzige Größe, in der sie sich den Heat Neoprenanzug in 5/4mm aussucht.

Srface Wetsuits Versand

3.2 Wetsuit Anprobe zu Hause: Passt, wackelt (nix) und hat Luft?

Es dauert nur wenige Tage, bis die Srface Neoprenanzüge in einer stabilen Versandtasche (siehe oben) per UPS aus Holland geliefert werden. Falls keine Retoure erforderlich ist, könnte man diese Versandtasche gleich als Drybag weiterverwenden – ein netter und umweltfreundlicher Zug!

Wie muss ein Neoprenanzug generell sitzen?

Kurzer Exkurs an der Stelle. Um einen neuen Neoprenanzug zu Hause richtig anzuprobieren, sind aus meiner Sicht zwei Punkte besonders wichtig:

  1. Der Neoprenanzug sollte wirklich eng sitzen und keine Falten werfen, z.B. am Bauch oder in den Kniekehlen. Wenn du zu leicht reinkommst, ist er tendenziell zu groß, weil er im Wasser noch nachgibt. Ein wenig Luft unter den Achseln ist hingegen ok, schließlich willst du ja auch ordentlich paddeln.
  2. Ein neuer Wetsuit sollte ausserdem genug Flexibilität in den Armen, an der Brust und im Schritt lassen. Wenn man das Gefühl hat, dass der Neo staucht und etwa die Schultern nach unten bzw. vorn drückt, ist er zu klein. Ebenso wenn er im Schritt (v.a. bei Männern) oder an der Brust (v.a. bei Frauen) klemmt, sodass ständig korrigiert werden muss. Beim Anprobieren sollten Paddelbewegungen und ein Probe-Take Off easy möglich sein.
Srface Wetsuit - Anprobe zu Hause

So saß mein Srface Neoprenanzug bei der Anprobe zu Hause

Mein Srface 4/3 Flex in Größe XLS passte auf den ersten Blick gut. Ich kam erstaunlich schnell rein, irgendwie zu schnell für einen nagelneuen Neoprenanzug, der eigentlich straff sein sollte. Die angepriesene Flexibilität war zumindest im Trockenen schon deutlich spürbar. So deutlich, dass meine erster Gedanke war, dass er sich im Wasser vielleicht doch zu sehr weitet und eine Nummer zu groß ist?! Beim Bewegungstest war ich mir dann sicher, dass die erste Größe nicht ideal für mich ist. Der etwas grob verklebte Pressure Point an der Schulter kratze bei Bewegung. Ein deutliches Zeichen für zu viel Spiel; und dass die Srface Größentabelle als auch der Rat vom Chat-Mitarbeiter nicht ganz hinkamen.

Zum Glück hatte ich eine weitere Größe zur Auswahl bestellt. Beim gleichen Srface 4/3 Flex-Modell in LS komme ich tatsächlich etwas schwerer hinein (wie ich es von einem neuen Neo erwarten würde). Dafür sitzt er am Ende überall ohne Falten, und die verschiedenen Lagen am Nacken vertüdeln nicht so, wie z.B. bei meinem 5/4 O'Neill (ebenfalls ein Chest Zip). Falten-, Paddel und Take Off Test hat der Neo bestanden, die Schulter hatte ausreichend Spiel und es kratzte nichts! Einzig im Schritt hätte ich mir etwas mehr Platz gewünscht. Vielleicht wäre die Größe L noch besser für mich gewesen.

Bei der Anprobe fiel mir das Material auf: Der Srface Wetsuit riecht gut und hat nicht den typischen Erdöl-Neopren-Dunst. Das Limestone-Neopren fühlte sich ungewohnt, aber sehr gut an. Glatter und seidiger als herkömmlichen Anzüge. Für einen 4/3mm wirkte es recht dünn, was aber positiv zu bewerten wäre, wenn es trotzdem genau so warm hält wie ein „normaler“ Neo. Auch das Futter an Brust und Rücken war angenehm auf der Haut. Die Panels sind ordentlich vernäht („blind stitched“) und von innen mit Tape verklebt, mit extra Klebepunkten („melco dots“) an den Stress Points.

Srface Wetsuit Details
Srface Plush Neotape-Melco-dot-1
Srface Limestone-Neoprene-foam
Srface Toggle
Srface Water block detail
Srface Wetsuit Details
Srface Key Loop Drain Hole
Srface Kneepads Smoothskin
previous arrow
next arrow
Srface Neoprenanzug Details: (1) Innenfutter und Tapes / Melco Dots, (2) Limestone-Neopren, (3) Chestzip und Festzurrband, (4) & (5) Wasserblock-Gummierung, (6) Schlüsselband & Drain Holes, (7) Gummierte Nähte und Glatthaut (bei Modell „Heat“)

Bei den Features ist der Srface Wetsuit schön schnörkellos. Er hat Drain Holes damit Wasser abfließen kann, sowie einen subtil gummierten Schutz am Kragen und an den Armen, damit gar nicht erst so viel Wasser einströmt. Die obligatorische Schlüsseltasche am Bein mit kleinem Strap ist ebenfalls vorhanden. Der Front-Zipper geht – anders als bei anderen – übrigens von links nach rechts zu, was mit gut gefällt.

Da die Fähre zu unserem bevorstehenden UK-Surftip bereits gebucht war und nicht warten würde, entschiede ich mich letztlich für die Größe LS – für den bevorstehenden 8-Wochen-Praxistest.

3.3 Retourenprozess: Für den Fall der Fälle

Kurz der Vollständigkeit halber: Den anderen Neoprenanzug haben wir per Retoure wieder zurück zu Srface geschickt. Das ging einfach, denn ein Rücksendelabel lag bereits mit im Paket. Wir mussten es nur noch online „aktivieren“ und die Retoure anmelden. Die Versandtasche konnten wir problemlos erneut verwenden, und nach ein paar Tagen kam die Gutschrift auf dem Konto an. Abgesehen davon, dass es weniger UPS als DHL Dropoff-Points in Deutschland gibt, war die Retoure super easy!

Bei einem Online Only Shop wie Srface fällt bei Retouren oder Austauschen natürlich ein häufigerer Versand an, der dich als Kunden zwar nichts, aber das Unternehmen und die Umwelt natürlich trotzdem etwas kostet. Hier bleibt der lokale Surfshop logistisch klar im Vorteil.

Srface Wetsuit Retouren Prozess

Meine Frau Heidi entschied sich übrigens gegen den bestellten 5/4 Srface Heat und schickte ihn gemeinsam mit meinem zweiten Neoprenanzug wieder zurück. Bei ihr war der Fit leider nicht optimal: Die empfohlene Größe vom Size Chart war zu eng an den Schultern und ebenfalls etwas zu kurz. Das war für sie kein Manko, da man auch bei anderen Marken manchmal etwas länger braucht, um die korrekte Größe zu finden – oder der jeweilige Schnitt einfach nicht zu einem passt. Da wir vor dem geplanten UK-Surftrip leider keine Zeit mehr für eine weitere Bestellung hatten, wird Heidi es später nochmal mit einer anderen Größe / evtl. einem anderen Modell probieren.

4. Srface Wetsuit im Praxistest: Hält der Anzug, was er verspricht?

Der spannendste Teil. Ist der der Srface wirklich der „ultimate Wetsuit“ so wie er beworben wird? Um das herauszufinden, habe ich den 4/3 Flex mit auf unseren letzten Surftrip nach UK – vor allem nach Schottland – genommen und Mitte August bis Mitte Oktober für zwei Monate umfassend getestet. Insgesamt dürften das rund 25 bis 30 Surftage gewesen sein. Die Wassertemperaturen lagen gefühlt immer irgendwo zwischen 13 und 15 Grad, wobei Sonne oder Sturm durchaus einen Unterschied machten.

Da ich immer der Erste mit kalten Füssen bin, habe ich neben dem 4/3 Srface Flex Wetsuit zusätzlich meine 5mm C-Skins Booties angehabt, falls es nötig wurde. Und in nur wenigen Surf Sessions (mit viel Wind und viel Duck Diving) habe ich zusätzlich eine XCEL Haube mit aufgesetzt. Die passte übrigens wunderbar unter den Neoprenanzug, dank viel Flex gar kein Problem.

Srface Neoprenanzug im meerdavon Test
Chris OSCOT15
Chris OSCOT19
Chris SCOT 15 IMG_1789
Srface Neoprenanzug im meerdavon Test
previous arrow
next arrow
Srface im UK- Praxis-Test: (1) & (2) an wärmeren Tagen, (3) & (4) an stürmischen, kühlen Tagen mit Haube

4.1 Mein Fazit zum Einsatz im Wasser

Der 4/3 Srface Flex hielt mich beim Surfen in Schottland wirklich warm und kann von der Wärmeleistung definitiv mit meinem 4/3 Ripcurl Flashbomb (immerhin ein teures Premium-Modell) mithalten. Mir war nie zu kalt im Wasser, selbst bei 13 Grad mit Booties und mit Wind und Regen. Ein wirklich gutes Ergebnis, dafür dass der Srface Wetsuit vergleichsweise dünn ist. Das flauschige Innenfutter ist angenehm auf der Haut, und ich vermisste nicht, dass es (anders als beim Ripcurl Flashbomb) auf den Torso begrenzt ist.

Die Flexibilität des Neoprenanzugs von Srface war im direkten Vergleich zum Ripcurl Flashbomb sogar deutlich besser und hat mich positiv überrascht. Denn im Wasser habe ich den Neo quasi nicht gespürt, und das An- und Ausziehen fällt nicht zu schwer. Wie jeder andere Neoprenanzug hat sich der 4/3 Srface Flex binnen 8 Wochen intensiver Nutzung minimal geweitet, allerdings nicht zu stark. Er sitzt immer noch top bzw. so, dass der enge Schritt nach wie vor ideal passt. Darauf hatte ich ja gehofft. Ich musste also in jeder Session hier und da nochmal kurz nachjustieren, damit alles sitzt 😉 Wie sich der Anzug im Langzeit-Test beweist, wird sich noch zeigen.

So oder so: 259€ (für meinen 4/3 Srface Flex) sind für solch einen Premium-Anzug aus Naturmaterial, der ohne Rohöl auskommt, ein absoluter Kampfpreis. Damit spielt Srface in einer Liga, die die meisten vergleichbaren Wettbewerber preislich deutlich unterbietet.

Srface Wetsuit Trocknen

Was für Van-Reisende vielleicht zusätzlich spannend ist: Selbst nass hat der Srface Wetsuit nicht so stark gerochen wie manch anderer Neo. Auf meiner Einkaufsliste für die Zukunft stehen daher jetzt schon Booties aus Limestone Material, die gibt es übrigens auch bei Srface gibt. Das Trocknen vom Anzug ging normal schnell, so dass er nach einer Nacht im Warmen fast nicht mehr feucht ist.

Wenn wir übrigens Surfer unterwegs in UK sahen, dann war außer mir eigentlich immer mindestens einer mit Srface Neoprenanzug dabei. Allerdings trugen die Locals selbst im Herbst ein Modell mit Haube. Da es davon nur zwei gibt, muss es sich also um den Srface 5/4 Heat Hooded oder 5/4 Remix Hooded gehandelt haben. Dessen Träger sahen auf jeden Fall zufrieden aus 😉

4.2 Kleines Manko: Ein Austausch war nötig

Nicht so positiv aufgefallen ist mir, dass sich der erste Melco Dot vom Srface Wetsuit (Klebepunkt über den Nähten bzw. Tapes auf der Innenseite) bereits nach nur zwei Surf Sessions gelöst hatte. Leider war das nur der Anfang, denn mit der Zeit lösten sich quasi auch alle anderen Melco Dots am Torso ab. Gestört haben mich die losen Klebepunkte im Wasser übrigens nicht. Lediglich beim Inside-Out-Trocknen sind sie aufgefallen; weshalb ich den Wetsuit auch weiter nutzte.

Nach einer kurzen E-Mail an Srface wurde mir allerdings bestätigt, dass hier offenbar nicht heiß genug geklebt wurde und es sich um einen klaren Gewährleistungsfall (deutlich über die 30 Tage Probe-Surfzeit hinaus) handelt. Sprich, ich bekäme den Neoprenanzug ausgetauscht, sobald ich aus UK zurück bin. Dieser Umtausch läuft gerade. Insgesamt bin ich happy, dass man auch in dem Fall ohne Probleme eine unbürokratische Lösung mit dem Hersteller findet – und zwar im direkten Kontakt.

Srface Wetsuit Gewährleistung

5. Mein Gesamtfazit zum Srface Wetsuit

Vorab: Für diesen Erfahrungsbericht haben wir von Srface einen Neoprenanzug kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Außerdem bekommen wir eine kleine Verkaufsprovision, wenn du über unseren Empfehlungslink dort bestellst (danke, wenn du ihn nutzt!). Trotzdem bekommst du hier natürlich meine/unsere ehrliche Meinung. Insgesamt bin ich durchaus positiv überrascht und kann Srface nach zwei Testmonaten absolut empfehlen.

Srface Wetsuits im Test

Der Srface Neoprenanzug hält auf jeden Fall, was er verspricht. Einzig die Sache mit den Melco Dots lief nicht ganz optimal in meinem Fall, aber das kann passieren und hat am Ende nicht gestört. Außerdem bekomme ich den Wetsuit ja ausgetauscht. Hier nochmal alle Punkte in der Zusammenfassung:

Vorteile von Srface

  • Verlässlicher, ordentlich warmer und dabei flexibler Neoprenanzug
  • Trocknen geht relativ schnell und ohne zu viel duftiges „Aroma“
  • Einsatz umweltfreundlicher Materialien statt Erdöl-Neopren
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber Premium-Modellen
  • 30 Tage Probesurfen ab Zustellung des Wetsuits möglich
  • schöner, informativer Onlineshop und einfacher Kauf- / Retourenprozess
  • Kurz- oder Langgrößen neben normalen Größen verfügbar
  • guter Service: Kommunikation per E-Mail oder Chat funktioniert super

Nachteile von Srface

  • Online Only: Anprobe und Beratung wie im lokalen Surfshop fehlt
  • Größentabelle funktioniert nicht zu 100% bzw. brauch Feinjustierung
  • Bestellung mehrerer Größen zur Auswahl empfehlenswert, was allerdings die Retourenquote erhöht

Unterm Strich bin mit meinem Srface Wetsuit auf jeden Fall zufrieden und kann ihn empfehlen. Ich bin gespannt, wie es sich im Langzeiteinsatz beweisen wird – die zunehmende Beliebtheit zeigt aber auf jeden Fall, dass die Mädels und Jungs bei Srface eine Menge richtig machen.

You may also like

Leave a Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.