Single Fin Ladies: Warum Surfen mit einer Finne ganz viel Soul hat

by Heidi
Single Fin Surfen - Anais by Lotta and the Waves

Wenn du beim Surfen nach etwas Soul sucht, dann musst du keine Kräuter rauchen, auf dem Brett meditieren oder den Ozean anbeten. Stell dich einfach auf ein Single Fin Surfboard und du wirst Surfen völlig neu entdecken! Mit einer Finne fühlst du dich dem Meer plötzlich näher – weil du mit der Welle gehst, anstelle ihr deinen Willen aufzuzwingen. In den 50er bis 80er Jahren sprach man sogar von der „Soul Era“ des Surfens, als Single Fin Longboarder dank ihrer smoothen Bewegungen mit dem Meer zu verschmelzen schienen. Oder abgeworfen wurden, wenn sie ihr Brett nicht zähmen konnten.

Irgendwann drängten Thruster die klassischen Single Fins in den Hintergrund. Drei Finnen wurden der beste Kompromiss zwischen Stabilität, Geschwindigkeit und Performance und dominierten eine Bandbreite an universell einsetzbaren Surfboard Shapes. Irgendwann ging es nur noch darum, wer das kürzeste Shortboard hat und am aggressivsten fährt. Doch heute ist ein echtes Revival von Retro Shapes wie dem Single Fin im Gange! Vielleicht, weil wir in unserem liebsten Sport wieder nach etwas mehr Seele und Spaß suchen? In diesem Beitrag beleuchten wir die Faszination Single Fin Surfen und stellen dir Lady Slider vor, die mit einer Finne glücklich sind!


1. Single Fin Spezifika: Boards, Technik und Feeling

Was macht ein Single Fin Surfboard so speziell? Auf den ersten Blick nur die große, einzelne Center-Finne. Doch das täuscht – auch die Technik und das Fahrgefühl sind ein wenig anders! Damit liegt ein Single Fin nicht jedem und ist definitiv kein Anfängerbrett. Hier ein Überblick über die Besonderheiten.

Besonderheit 1: Single Fin Surfboards und Finnen

Ein klassisches Single Fin ist ein Longboard mit viel Volumen, das 9’0 oder länger ist. Heute gibt es verschiedene Arten, die sich im Shape und Fahrgefühl unterscheiden. So eignen sich beispielsweise Noserider („Logs“) eher für Noserides und Walks auf dem Brett, während ein Performance Longboard durchaus enge Turns und Trims erlaubt. Neuer sind die kürzeren und agilen Mini Longboards („Mini Logs“), die Bequemlichkeit von Funshapes mit ein-finnigem Fahrgefühl kombinieren.

Auch bei den Finnen gibt es Unterschiede. Eine klassische Longboard-Finne sieht aus wie eine große Fischflosse, oben schmal und unten breit zulaufend. Eine Hatchet-Finne ähnelt hingegen einem Hexenhut, der oben teilweise dicker ist als unten. Sie soll in der Welle für mehr Halt sorgen, wenn du z.B. auf der Nose stehst. Außerdem werden manche Single Fin Surfboards als 2+1 angeboten,  also mit optional zwei kleinen Seitenfinnen für steilere Wellen.

Single Fin Surfen - Finne

Klassische Single Fin (Foto: Lotta / Charlotte Pieper)

Besonderheit 2: Single Fin Technik & Style

Longboarder positionieren sich im Line Up weiter draußen, da sie mit dem voluminösen Brett die Wellen sehr früh bekommen und viel länger fahren können. Das ärgert manchmal natürlich die Shortboard-Fraktion, die deutlich tiefer sitzen und mehr ackern muss. Sharing is Caring lautet die Devise, um Ärger aus dem Weg zu gehen! In großen Wellen haben Longboarder aber das Nachsehen. Es beginnt beim Rauspaddeln, weil Duckdiven nicht funktioniert und dir das lange Brett jederzeit um die Ohren fliegen kann. Und beim Wipe Out geht’s weiter, denn er wird besonders spektakulär! Generell liebt ein Single Fin mit flachem Rocker und weiter Outline eher kleinere Wellen und cleane Bedingungen, um seine Magie zu entfalten.

Die Kunst am Single Fin Surfen ist, knifflige Moves mühelos aussehen zu lassen: Wie das Cross-Stepping, bei dem man zum Aufbau von Speed in Richtung Nose läuft und zum Turnen zurück zum Tail. Typisch sind auch der Hang Five oder Hang Ten, also fünf oder zehn Zehen vorn über die Nose schauen zu lassen. Klingt verwirrend? Im folgenden Video zeigt Leah Dawson, was sie auf kurzen und langen Single Fin Surfboards alles anstellen kann.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Besonderheit 3: Das Single Fin Fahrgefühl  

Single Fin Liebhaber sagen, dass das Fahrgefühl wie ein Tanz sei. Anders als mit dem Shortboard kannst du der Welle keine kurzen und aggressiven Turns aufzwingen, sondern eher in smoothen und runden Bewegungen auf ihr gleiten. Bei falschen Moves wirft dich ein Single Fin mangels stützender Seitenfinnen einfach ab! Die Welle bestimmt ebenfalls deine Geschwindigkeit, denn shortboard-typisches „Pumpen“ für mehr Speed geht nicht. Bist du aber erstmal in der Welle drin, kannst du richtig schnell werden, die Fahrlinie sehr gut halten und vielleicht den längsten Ride deines Lebens haben. Ein Single Fin trägt dich über Sections hinweg, vor denen jeder Thruster kapituliert!

Single Fin Dance

Marie von Zealous Clothing beim Tanz auf dem Single Fin (Foto: Salti Hearts)


2. Single Fin Ladies: Frauen die mit einer Finne rocken 

Eine Finne fährt sich anders. Mein treuer Begleiter, ein Single Fin Egg, bringt mir oft mehr Spaß als das Shortboard! Heute nehme ich Single Fins und ihre entspannten Besitzer stärker wahr als früher. Und irgendwie scheint etwas dran zu sein, dass eine Finne dem Surfen mehr Seele einhaucht. Darin sind sich die folgenden Ladies einig, die mit ihren Single Fins einen ganz eigenen Lifestyle zelebrieren.

Mascha aus Byron Bay: Immer im Rhythmus der Wellen

  • Aktuelles Surfboard: 9’3 Donald Takayama Single Fin
  • Lieblingsspots: The Pass und Wategos (Byron Bay)
  • Stilvorbilder: Leah Dawson

Berlin Girl goes Byron Bay: Für Mascha wurde das vor 10 Jahren Realität, als sie das erste Mal nach Australien reiste und sich Hals über Kopf in Down Under verliebte. Byron Bay war vom Vibe her anders als Berlin und doch irgendwie gleich. Genauso multikulti, aber eine Art Kinderspielplatz für Erwachsene am Meer. Hier gehöre ich hin, dachte Mascha. Und blieb! Für ihr neues Leben war die ehemalige Event-Managerin bereit für einen beruflichen Wechsel: Sie arbeitet als Barista, verwaltet Immobilien und begleitet alte Menschen am Lebensende. Ein Alltag für eine starke Frau!

Schon als Kind schlummerte eine Surferin in Mascha und sie tanzte zu „Surfing USA“ von den Beach Boys ab. Heute lebt sie im Einklang mit der Natur den Traum vom Endless Summer. Ihr Haus ist wenige Minuten vom Meer entfernt und vor oder nach der Arbeit geht sie surfen – mit Walen, Delphinen, Schildkröten und manchmal Haien. Als waschechtes Byron Girl hat sich Mascha sich einige Tricks bei Freunden abschauen können und den smoothen Tanz auf dem Single Fin richtig drauf.

Um wirklich surfen zu lernen musst du am Meer leben, jeden Tag bei jeder Wind- und Wetterlage rauspaddeln und darauf gefasst sein, dass du niemals ankommen wirst. Surfen ist ein sich ständig ändernder und fortwährender Prozess. Das ist ja der Grund, warum dir nie langweilig wird!

Longboarding ist für Mascha eine völlig andere Art und viel entspanntere Art des Surfens. Ein Lifestyle, der Spaß statt Performance zelebriert und gemeinsame Party-Wellen statt Ego-Trips feiert. Letztlich, sagt die Brünette mit den Sommersprossen, käme es nur auf eins an: Sich dem Rhythmus der Welle anzuschmiegen und sie entscheiden zu lassen.

Lotta aus Berlin: Mit Single Fin und Kamera durch Indonesien

  • Aktuelles Surfboard: 5’11 Single Fin Egg
  • Lieblingsspots: Dreamland, Green Bowl sowie das ein oder andere Secret auf Bali
  • Stilvorbilder: Flora Christin und alle Canggu Girls

Verrückte Welt: Der Besitz von Surf-Fotografin Lotta „wohnt“ auf dem elterlichen Berliner Dachboden, während sie selbst ihr Leben ohne feste Bleibe an die Küste verlegt hat. Anfangs waren Surfen und Fotografieren für sie nur seichte Hobbies, doch mit der Liebe zu Indonesien wurde ein Lebensmodell draus. Unterwegs wird Lotta mit immer neue Eindrücken konfrontiert, kann Wunder auf sich wirken lassen und natürlich Surfen und Arbeiten miteinander kombinieren.

Ich liebe es, in der Nähe des Meeres zu sein! Selbst wenn du dort genauso viel oder sogar mehr arbeitest als Zuhause, scheint die Lebensqualität in meinen Augen viel höher zu sein. Und dann kommt ja noch das Surfen hinzu! Gibt es etwas, das dich besonders glücklich macht, dann versuch es zu einem festen Bestandteil deines Lebens zu machen.

Lottas Bilder zeigen ihre Welt, in der Frauen mehr sind als hübsche Deko am Beach – sondern starke Persönlichkeiten, die hart abliefern. Sie selbst friert sich dafür gern mal den Hintern ab und heizt mit dem Bike den Strand entlang, natürlich immer mit ihrem Single Fin Egg. Das war eigentlich mal ein Quad Fin, bis beim Surfen in Island die Finnen-Boxen den Geist aufgaben. Mit einer Finne wurde das Egg zum Mini Log und Lottas neues Spielzeug!

Doch auch Twin Fins für zackigere Turns und Single Fin Longboards haben es Lotta angetan, weil sie noch grazilere Bewegungen und Kunststücke erlauben. Moves schaut sie sich von den Canggu Girls wie ihrem Lieblingsmodel Flora Christin ab, Indonesiens bekanntester Longboarderin – die es trotz einer erst kurzen Surf-Karriere schon auf internationale Contests geschafft hat. Lotta wird also bald wieder Board-Shoppen gehen – denn davon kann ein Mädchen doch nie genug haben! 

Lydia aus Tofino: Nose Riding auf Kanadas kalten Wellen


Als Surf Sister gehört Lydia zur weltweit größten Surfschule mit komplett weiblicher Besatzung und löst unter ihren Kolleginnen regelmäßig Begeisterungsstürme aus. Denn die Surflehrerin rockt ihr Single Fin, obwohl sie erst vor drei Jahren mit dem Surfen begann! Nach ihrer ersten Welle in Costa Rica setzte die Ostkanadierin alles auf eine Karte und zog ins Surfmekka Tofino an Kanadas Westküste – dorthin, wo die Wellen selbst im Sommer ordentlich kalt sind.

On a single fin longboard you have to exaggerate your movements. Riding it is a dance and the best feeling! Especially nose riding is like flying, so I try so spend as much time on the nose as I can. It’s like I am the wave, a part of the ocean. Every time I get a sweet ride, I thank the ocean for letting me dance with her. If she gives me a bad wipeout, I remember that she is always in control!

An ihrem Job als Surflehrerin liebt Lydia, die Liebe zum Meer an ihre Schüler weitergeben zu können. Sie selbst sei übrigens so schnell eine gute Surferin geworden, weil sie sich zügig vom Shortboard verabschiedete. Auf dem Longboard hatte die Kanadierin mehr Spaß, bekam viele Wellen und ging bei allen Bedingungen ins Wasser. Selbst in Close Out Wellen kann man das Meer kennenlernen! Um das Single Fin schnell zu rocken hat sie außerdem Surfer beobachtet – sei es in Videos, bei Contests vom Strand aus oder im Line Up. Ihr wichtigster Tipp? Frustresistent und geduldig sein! Surfen ist hart und Hinfallen ist immer noch besser, als neue Dinge gar nicht erst zu versuchen.

Vero aus Dortmund: Alles für den Flow


Vero ist gelernte Grafikdesignerin, Surflehrerin und Fotografin. In erster Linie aber Lebenskünstlerin und kreativer Freigeist, der in der Welt zu Hause ist. Die Dortmunderin hat ein Faible für Surf- und Skatekultur und lebt nur zeitweise in Deutschland. Eigentlich wohnt und jobbt sie überall, wo der Ozean nah ist: Im Auto an der Atlantikküste von Frankreich, in WGs in Indonesien und auf den Kanaren, oder im Surfcamp in Sri Lanka. Das funktioniert super mit genug Freizeit zum Surfen, Skaten und Kritzeln.

Vero’s Normalität ist ein Leben am Meer, dessen Rhythmus von den Wellen bestimmt wird. Sie ist quasi immer in Bewegung und am glücklichsten, wenn sie mit einem Retro Shape und ein bis zwei Finnen auf den Wellen gleitet.

Meine Log-Affinität habe ich von meinem Surf-Papa und Stilvorbild Mo. Als ich in Frankreich sein altes Single Fin Longboard ausprobieren durfte, war ich sofort stoked! Und auf Java tauschte ich im Wasser mal mit einem ziemlich coolen Typen die Bretter. Er hatte sein Mini Single Fin aus einem gesnappten Longboard gebaut. Direkt in der ersten Welle hatte ich dieses Flow-Gefühl und wollte es am liebsten gar nicht mehr zurückgeben!

Ihren persönlichen Style hat sie beim Zeichnen wie beim Surfen durch viel Üben entwickelt: Eine Mischung aus New School und Old School, mit einer Prise Coolness und jeder Menge Fun. Ihr langes Log surft sie in cleanen und schön laufenden kleinen Wellen, während an größeren Tagen das Mini Single Fin oder ihr Fish zum Einsatz kommen. Radikale Moves und Cruisen passen für Vero durchaus zusammen – solange man mit sich selbst und der Welle im Flow ist.

Marie aus Canggu: Von Shortboard Frust zur Single Fin Lust  

  • Aktuelles Surfboard: Ross Concepts 6’4 Bullet Single Fin
  • Lieblingsspots: Old Man’s, Batu Bolong und Medewi (Bali)
  • Stilvorbilder: Kassia Meador und Kelia Moniz

Dauergrinsender Blondschopf, Powerfrau mit Business auf Bali und Single Fin Lover: Als Gründerin ihres Surf Bikini Labels Zealous Clothing auf Bali hat Marie das Glück gepachtet. Seit ein paar Jahren wohnt die gebürtige Hamburgerin auf der Insel der Götter, wo sie Job und Surfleidenschaft miteinander verbinden kann. Nach einem anstrengenden Arbeitstag spült Marie ihren Kopf im Meer frei und kann dabei gleich den Sitz ihrer Surf Bikinis testen! Und natürlich liefert das Hipster-Paradies Canggu viel Inspiration für neue Designs und Projekte.

„Dieses Shortboard ist genauuu richtig für dich, nagelneu und kaum gesurft!“ Mit Vertrauen in diese Aussage balinesischer Locals kaufte sich Marie ihr erstes Surfbrett. Doch das Thruster Performance Board war kompletter Schrott: Zu klein, dünn und schmal für sie, und nach einem Bruch wieder zusammengeleimt. Wochenlang bekam Marie kaum Wellen – aber lernte immerhin, wie ungemütlich tief man mit so einem „Bügelbrett“ im Line Up sitzen muss. Bis sie an einem Tag mit kleinen Wellen ein langes Single Fin auslieh und ins Wasser schleppte.

Bei der allerersten Surfsession auf dem Single Fin tat ich dasselbe wie sonst: Auf die Welle warten, anpaddeln, aufstehen… Nur alles eben viel langsamer als auf dem Shortboard. Ich hatte plötzlich so viel Spaß, weil ich viel mehr Wellen bekam und alles etwas einfacher ging. Du spürst die Welle und surfst mit ihr, anstatt die Turns in sie hineinzuzwängen.

Kurz nach diesem Schlüsselerlebnis kaufte Marie ihr eigenes Single Fin Longboard. Sie brachte sich das Cross-Steppen bei und wechselte bald auf ihr Mini Single Fin, mit dem sie entspannt Cruisen und smoothe Cutbacks ziehen kann. Es ist schnell und mit zwei kleinen Seitenfinnen sogar in steileren Wellen stabil. Zurück zum Shortboard? Für Marie keine Option!

Elena aus Portugal: Ein Single Fin Ride ist wie ein gutes Konzert

  • Aktuelles Surfboard: 9.1 Foils Pig Surfboard
  • Lieblingsspot: Baleal in Portugal
  • Stilvorbilder: Jeder der sein Board rockt

Oh Ocean: So lautet der Name, unter dem Elena ihre Surf Art verkauft. Doch es könnte auch die Überschrift ihres Lebens sein! Schon als Kind hat sich die Russin künstlerisch ausgetobt – mit selbstgemachten Klamotten, Laubbasteleien im Herbst und abenteuerlichen Malereien. Doch seit sie mit dem Surfen begann und im portugiesischen Baleal am Meer lebt, hat sich ihr kreatives Potenzial regelrecht entfesselt. Der Ozean liefere Energie und Inspiration, sagt Elena. Er lehrt im Hier und Jetzt zu leben, gibt den Gedanken Raum zum schweifen, und kehrt so ein Stück von der Seele nach außen.

Elenas Illustrationen sieht man deutlich an, wie sehr der Ozean sie berührt und womit sie am liebsten in den Wellen spielt. An einem Tag mit kleinen Wellen hat sie das erste Mal ein Single Fin ausprobiert und ist dabeigeblieben. Ihr 9’1 Pig hat einen eigenwilligen Shape: Eine schmalere Nose mit dick zulaufendem Rumpf und kantigem Tail. Das „Schweinchen“ ist vielleicht nicht der klassische Noserider, aber erlaubt gutes Turnen und entspannte Fußarbeit. Genau das liebt Elena am Longboarden: Das alles langsamer abläuft und endlos lange Rides möglich sind.

 I love the feeling of time then you ride single fin. A shortboard is like disco while a longboard is a concert. And I prefer the concert!

So wie ihr Brett ist auch Elenas Spotauswahl speziell. Warme Gefilde wie Sri Lanka sind schon nett, sagt sie. Doch im kalten Wasser Portugals fühlt sie sich irgendwie lebendiger und hat sogar ein Lächeln auf den Lippen, wenn das Line Up pickepackevoll ist. Perfekte Einstellung!


3. Single Fin Surfen lernen: Unsere besten Tipps

In den meisten Surfschulen bekommst du Single Fin Surfen nicht beigebracht. Es ist also viel Eigeninitiative gefragt, wenn du damit auf den Wellen tanzen willst. Damit es leichter wird, haben die vorgestellten Single Fin Ladies noch ein paar Tipps für den Einstieg parat.  

Such dir einen entspannten Spot

Für das Longboard oder Mini Single Fin müssen die Wellen nicht riesengroß sein, alles zwischen knie- und kopfhoch reicht. Größere Wellen werden schon eine Herausforderung. Such dir einen Surf Spot, wo die Wellen nicht zu steil brechen, aber genügend Druck haben. Solche Spots gibt’s auf der ganzen Welt! Vielleicht findest du dort sogar einen Surflehrer, der ebenfalls Single Fin surft und dir Tipps gibt. Generell empfiehlt es sich beim Lernen, einem Spot treu zu bleiben – dann kennst du ihn bald gut und kannst dich auf die Surftechnik konzentrieren. 

Single Fin Surf Spots

Ruhe und viel Platz zum Üben ist nie verkehrt (Foto: Lotta / Charlotte Pieper)

Teste verschiedene Single Fins

Leih dir bei Freunden oder im Surfshop ein Single Fin aus. Und bewerte anschließend, ob es generell etwas für dich ist.  Fühlst du dich mit mehr als einer Finne wohler? Auch okay! Doch falls dir ein Single Fin Spaß macht, probiere verschiedene Modelle aus – um herauszufinden, was am besten zu dir passt. Welche Länge, welcher Shape, Log oder Mini Log? Letzteres ist kleiner und leichter beim Tragen und Reisen, aber fährt anders als der Klassiker. Übrigens: Manche Surfcamps veranstalten sogar Retreats speziell für Single Fin Liebhaber, z.B. Salt in my Hair oder Sunshine Stories.

Single Fin Longboard

Mascha mit ihrem Longboard am Beach

Beobachte andere Surfer und schau dir Videos an

Egal ob vom Wasser oder Strand aus: Schau dir an, wie andere gute Surfer ihr Single Fin reiten und versuche, die Abläufe zu verstehen. Wo ist der Take Off, welche Linie fahren sie und wie bewegen sie sich dabei? Irgendwann kannst du Muster erkennen und sie im Wasser selbst ausprobieren, wobei große und runde Bewegungen das Ziel sind. Idealerweise hast oder suchst du Freunde, die dich unterstützten und konkrete Tipps geben:

Such dir deinen Guru – einen Freund, dessen Stil du bewunderst und vielleicht sogar ein wenig beneidest. Mit solchen Surf Buddies pusht du dich jedes Mal selbst. Erfolge garantiert! (Lotta)

Single Fin Surfen - Lotta and the Waves

Einer von Lottas Single Fin Gurus in den Wellen von Bali

Ebenfalls super sind Youtube Tutorials von bekannten Surfern, um sich Tricks fürs Cross-Steppen & Co. abzuschauen. Die vorgestellten Single Fin Ladies haben dir ihre Stilvorbilder ja oben verraten. Zu unseren persönlichen Stil-Päpsten zählen außerdem Alex Knost, Rob Machado und Victoria Vergara!

Lass dich auf die Wellen ein und sei geduldig

Beim Tanzen kommt es nicht nur auf die Technik an, sondern vor allem auf Gefühl. Das kannst du 1:1 auf das Single Fin Surfen übertragen – denn hier tanzt du auf dem Wasser. Selbst wenn es esoterisch klingt: Lass die Welle den Takt vorgeben und passe dich mit deinen Bewegungen an. Schalte den Kopf aus, mach dich locker und lass dich auf den Flow ein. Spiele mit der Welle, hab Spaß und sei flexibel!

Single Fin Surfen - Spaß

Maschas Tipp: Locker sein und Spaß haben!

Anders als beim Tanzen wird dein „Parkett“ mit dem Single Fin nicht immer glatt sein. Gehe auch mal bei nicht perfekten Bedingungen ins Meer, denn selbst dann kannst du etwas lernen. Und lasse Frust gar nicht erst zu, falls es dir nicht schnell genug geht. Surfen ist hart! Also bleib am Ball, feiere kleine Erfolge und hab einfach Spaß – denn genau darum geht’s!

Titelbild: Anais by Lotta / Charlotte Pieper.

You may also like

1 comment

Natalie 4. März 2018 - 14:02

Echt klasse Artikel, wundervolle Beschreibung des Flow Gefuehls auf der Welle – ich hab das single fin longboard (notgedrungen) beim Surfen waehrend meiner Schwangerschaft fuer mich entdeckt

Reply

Leave a Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.