In Portugal Surfen: Ein Guide über die wichtigsten Surfregionen

by Heidi
Portugal surfen - Nordportugal, Zentrum, Algarve, Madeira, Azoren

Es hat zoom gemacht! Schon als ich das erste Mal in Portugal surfen war – lange ist es her – zog mich die wilde Küste in ihren Bann. Jedes Jahr lockte sie aufs Neue und ich musst ihrem Ruf folgen. Denn sonst fühlte es sich an, als würde ich meinen besten Freund versetzen. Heute wohne ich sogar hier! Darum wird es Zeit, den Surfregionen von Portugal einen eigenen Guide zu widmen: Über das Zentrum mit den Hot Spots Lissabon, Ericeira und Peniche, die beliebte Algarve im Süden und das wilde Nordportugal. Pssst: Zu Portugal gehören ebenfalls tropische Inseln! Wir stellen die einzelnen Gegenden mit ihren Vibes, Highlights, einer Auswahl an Surfspots und Unterkunftstipps genauer vor. 


 

Hier findest du Tipps von Surfnomade Julian, dem Experten für Surfspots und die schönsten Orte in Portugal.

 

1. In Portugal surfen: Allgemeine Pros und Contras 

Lass uns erst einmal herausfinden, ob in Portugal surfen überhaupt etwas für dich ist. Denn jede Surfdestination hat ja ihre Vor- und Nachteile, ihr Fans und Hater. Also, was sind Portugals Sonnen- und Schattenseiten? Los geht’s mit meiner ganz persönlichen Einschätzung.

Pro: In Portugal surfen geht (fast) immer, ist vielfältig und günstig

In Portugal ist der Surfspirit allgegenwärtig und spätestens, wenn du zum Sonnenuntergang von einer Klippe aufs Meer schaust, wirst du gebannt sein. Selbst wer mehrfach in Portugal surfen war, kommt garantiert wieder, um Neues zu entdecken. Wie sagte der Haudegen Tiago Pires so schön: „Guys, I caught more barrels in Portugal this winter than in Hawaii my whole life!” Portugal ist eine der Top-Surfdestinationen der Welt, und zwar dank vieler Pluspunkte:

  • Große Auswahl an Surf Spots. Beachbreaks, Riffe, Points: Portugals ausgedehnte Küste hat Wellen für Surfnovizen, fortgeschrittene Surfer oder Experten! Selbst die Weltsurfelite ist hier regelmäßig am Start, um sich in Contests miteinander zu messen.
  • Konsistente Wellen. Du kannst zu jeder Jahreszeit in Portugal surfen, wobei die Wellen im Sommer kleiner und im Winter deutlich brachialer sind. Selbst bei Wind findest du mit einem fahrbaren Untersatz und ein bisschen Zeit immer etwas Surfbares. Dafür lohnt sich ein Check der Surf Forecasts wie MSW oder Windy sowie der Beach Cams.
  • Gute Surfinfrastruktur. Egal in welcher Surfregion von Portugal du unterwegs bist, es wird garantiert irgendwo ein Surfshop, eine Surfschule oder ein Camp um die Ecke sein. Das macht Surftrips natürlich sehr komfortabel.
  • Moderate Kosten. In Portugal surfen wird deine Reisekasse nicht sprengen: Für wenig Geld gibt’s gute Unterkünfte und leckeres Essen, z.B. puddinggefüllte Blätterteigteilchen (Pastéis de Nata) oder Petiscos, die portugiesischen Tapas. Selbst Flüge nach Portugal sind bezahlbar, genauso wie ein Mietwagen. Nach wenigen Reisestunden stehst du bereits am Atlantik!

Ein Surftrip nach Portugal lohnt sich also schon, wenn du eine Woche Zeit hast – Reisehunger macht das folgende Drohnen-Video. Mit etwas Offenheit und Spontanität knüpfst du unterwegs sicher viele neue Kontakte: Zu gastfreundlichen Portugiesen oder anderen surfverrückten Touristen!

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Contra: Kaltes Wasser, Crowds und Line Up Querelen

Bisher klingt’s ja so, als wäre in Portugal surfen eine sichere Bank. Naja, ein paar Haken gibt es schon, und die will ich dich nicht verschweigen:

  • Kaltes Wasser. Der Ozean ist so frisch, dass du ganzjährig einen Neoprenanzug zum Surfen brauchst. Nur an der Algarve reicht im Sommer auch der Shorty, sonst ist ein 3/2er oder 4/3er Wetsuit für Empfindliche angesagt. Schuld ist neben dem ohnehin kühlen Meer der Nortada (starker Wind) und durch Upwelling aufsteigendes, kaltes Tiefenwasser. Pack auch Ohrenschutz zum Surfen ein, um deine Lauscher vor dem gefürchteten Surfers Ear zu schützen.
  • Mauschel-Wellen. Portugal ist nun mal nicht Indonesien. Es gibt zwar durchaus diese Tage, in denen die Wellen wunderbar clean und wie an einer Schnur gezogen laufen. Aber sie sind halt deutlich seltener, und Wind ist fast immer da.
  • Volle Line Ups. Du wirst wahrscheinlich nicht allein in Portugal surfen und von vielen Menschen umgeben sein. Jeder weiß, wo die besten Spots sind, und das Surf Level ist teils sehr hoch. Es kann schon herausfordernd sein, Wellen zu erwischen. Da hilft nur gutes Timing bei Spot- und Wellenauswahl, Geduld oder die Muse, noch nach den letzten Semi Secrets zu suchen.
  • Bad Vibrations. Die meisten Sessions sind super. Aber manchmal sind die Locals angesichts der Touri-Crowds verständlicherweise angepisst, und beharren am Spot auf Vorrechte. Teils machen auch andere Reisende einen auf Platzhirsch. Wir setzen auf respektvollen Umgang und die Surf Etikette, das hilft meistens. Bei ganz mieser Stimmung machen wir lieber die Biege, suchen einen ruhigeren Spot und vertrauen auf Karma (is a bitch).
Portugal surfen - Crowds

An vielen Surf-Ecken von Portugal bist du nie allein

So, nun genug der Vorrede. Du weißt nun, was in Portugal surfen bedeutet. Nun will ich dir die einzelnen Surfregionen genauer vorstellen! Übrigens, wenn du etwas zum Mitnehmen möchtest, können wir auch den Portugal Surfguide von Surfnomade Julian empfehlen:

2. Lissabon, Ericeira und Peniche: im Zentrum von Portugal surfen 

Wer das erste Mal in Portugal surfen oder einen entspannten Mix aus Surfkultur, leicht zugänglichen Spots und städtischen Annehmlichkeiten sucht, ist im Zentrum des Landes gut aufgehoben. Hier wartet die Hauptstadt Lissabon auf dich, für uns eine der schönsten Städte Europas, die von Surfspots umzingelt ist. Oder du fährst etwas nördlicher in die Surfer Towns Ericeira bzw. Peniche und Baleal, die feste Punkte auf der Agenda von professionellen und Hobby Surfern sind. Über diese Ecke von Portugal schwärmen wir etwas ausführlicher, denn sie ist unsere Hood 🙂

2.1 Lissabon: Das urbane Surf Mekka für City Traveller

Du hast nur wenig Zeit, Sehnsucht nach den Wellen und willst gleichzeitig ein bisschen City Flair? Dann buche dir einen günstigen Flug nach Lissabon! Diese Stadt ist wunderschön, der Touristenandrang im Vergleich zu anderen europäischen Städten moderat und schon für schmales Geld bekommst du eine tolle Unterkunft. Lissabon ist perfekt für alle, die in Portugal surfen mit einem City Trip kombinieren wollen. Oder einfach für einen Layover zum Start oder Ende deiner Surfreisen.

Viele Leute bezeichnen die portugiesische Hauptstadt auch als San Francisco Europas: Schon die Hängebrücke „Ponte 25 de Abril“ erinnert an die Golden Gate Bridge – kein Wunder, sie stammt sogar vom selben Architekten! Auch Lissabons entspannter Vibe, die Surfspots vor der Tür und die hügeligen Stadtteile legen einen Vergleich mit Kaliforniens Hippie-Metropole nahe. Allerdings fahren in Lissabon noch mehr altertümliche Trams herum, es wimmelt vor malerischen Aussichtspunkten („Miradouras“) und du kannst die beste portugiesische Küche genießen. Lissabon beeindruckt architektonisch, kulturell und wellentechnisch immer wieder.

Lissabon: Unsere Highlights

Wie sieht ein perfekter Tag in Lissabon aus? Für uns gehört ein Bummel durch die hippe LX Factory in Alcantara immer dazu, eine kreative Insel, die vor fotogenen und graffiti-verzierten Ecken nur so strotzt. Auf dem alten Fabrikgelände mischen sich außerdem hippe Restaurants, kleine Shops mit portugiesischen Labels und ausgefallene Events. Sonntags ist Flohmarkt! Kunstfans lieben Belém für den imposanten Torre de Belém (wo im Winter sogar Wellen brechen) und das Kulturzentrum Centro Cultural Belém (CBB) mit kostenlosem Eintritt für Dauerausstellungen. Danach ist ein Kaffee genau richtig – denn die Café Szene in Lissabon kann sich sehen lassen und ist gerade am Aufblühen.

Lissabon Highlights: (1) Miradouras, (2) LX Factory, (3) Tram-Ausflüge, (4) Cafékultur und Natas

Auch das Burgenviertel Alfama solltest du nicht verpassen. Fahre mit der kultigen Rumpel-Tram-Linie 28E hin und halte an einem der vielen Aussichtspunkte (z.B. „Miradouro de Santa Luzia“  oder „Miradouro Senhora da Monte“) – am besten zum Sonnenuntergang mit einem Superbock in der Tasche. In der Gegend ist ebenfalls das Edel-Hostel The Independente  angesiedelt, wo du besondere Menüs zu vernünftigen Preisen findest. Nachts lockt das Bairro Alto mit Straßenmusik auf lebhaften Plätzen sowie Tavernen und Weinbars – hole dir unbedingt Tipps von Locals ein, um nicht in Touristenfallen zu tappen! Und trink nicht so viel, dass am nächsten Tag der Surf leidet 😉

In Lissabon surfen: Eine kleine Spotauswahl

In Portugal surfen sogar die Städter, vor allem in Lissabon, wo man bei der Spotauswahl die Qual der Wahl hat. An der Südküste (also in Stadtnähe) benötigen die Spots allerdings einen größeren Swell, um zu laufen. Er kommt vor allem im Winter und gelegentlich im Frühjahr oder Herbst. Nur im Sommer ist es definitiv flat. Kleine Faustregel: Lissabons südlich exponierte Spots sind immer eine gute Option, wenn es an der Westküste viel zu groß ist und der gefürchtete Nordwind bläst. Je näher sie am Zentrum liegen, umso eher ist mit Crowds und teils nicht so feiner Wasserqualität zu rechnen…
Lissabon surfen - RiderPumpende Wellen südlich von Lissabon („Surfing at Caparica 44“ by Andrew Fecheyr, CC BY 2.0)

Der schöne Beachbreak Carcavelos liegt direkt an der Promenade und kann super Wellen produzieren. Als bester Lissaboner Spot zieht er allerdings sehr, sehr viele Menschen und Surfschulen an! Hier ist die Gefahr, von einem anderen Surfer oder Bodyboarder gerammt zu werden, am größten. Also überlege dir genau, ob du wirklich genau an den Peak willst. Bei großem Swell und wenig Wind bzw. Nordwind sind die Reefs bzw. Points bei Estoril einen Versuch wert. Wegen dem schwierigen Einstieg und den Steinen im Wasser ist beim Spotcheck aber Zeit gefragt und sie sind nicht für Surfanfänger geeignet.

Lissabon Surf Spots: (1) Beliebter Beach in Carcavelos, (2) Pointwelle bei Estoril, (3) Windiges Guincho

Du hast keinen Bock, in städtischem Umfeld in Portugal surfen zu gehen, willst aber Lissabon als Base wählen? Dann steuere an windstilleren Tagen die Spots an der Westküste an, zum Beispiel das malerische Guincho nördlich von Cascais. Die Wellen haben ordentlich Power und wegen der gefährlichen Strömungen sollten Surfanfänger nur mit Surfschule ins Wasser. Alternativ kannst du den Tejo überqueren und die Costa da Caparica im Süden Lissabons besuchen. An dem 30km langen Sandstrand findet jeder Surfer seinen Peak! Die Spots an den Molen funktionieren bei größerem Swell wie Pointbreaks und sind oft voller als im einsameren Süden.

Surfunterkunft in Lissabon

Wer in Lissabon surfen und Rundum-Sorglos-Paket will, braucht eine Unterkunft in Wellennähe. Wie das liebevoll eingerichtete Lisbon Surf House in Caxias mit Meerblick! Strategisch top gelegen (zwischen Carcavelos und Torre Belem) ist es nur 10 Minuten von den ersten Spots entfernt, dank hoher Decken und Zentralheizung im Sommer kühl und im Winter warm (in Portugal nicht selbstverständlich!) und bietet alles:  Kurse, Verleih, Yoga und Massagen, Barbecue und fettes Wohnzimmer. Chef Nuno kennt die Gegend wie seine Westentasche und leitet die Surflehrerausbildung in Portugal – hier ist du in guten Händen.

Ansonsten können wir die Lisbon Surf Villa sowie Mr. Ziggy’s Surfhouse an der Costa da Caparica empfehlen, dem südlichen endlos langen Beach Break mit Molen und etwas Kalifornien-Flair. Und falls du lieber privat unterkommen willst: Check AirBnB aus. In Lissabon fand ich die allerschönsten Wohnungen!

Lissabon surfen - Lisbon Surf House

Hat Style und die perfekte Lage: Lisbon Surf House

Wenn du nicht unbedingt zentral in Lissabon wohnen willst, dann können wir The Lodge im wunderschönen Sintra- Cascais Nationalpark empfehlen. Hier wohnst du zwischen Bergen und Meer in einem Outdoor-Sportparadies, dass dich neben Surfen z.B. auch zum Mountainbiken, Klettern, Yoga und Wandern einlädt!


2.2 Ericeira: World Surfing Reserve mit Fischerdorf-Charme

Einen gefühlten Katzensprung bzw. eine knapp 90-minütige Busfahrt von Lissabon entfernt erreichst du das pittoreske Fischerdorf Ericeira. Auf den ersten Blick wirkt es recht verschlafen, aber der Surfspirit wabert wie Nebel durch die schmalen Gassen: Ein Surfshop reiht sich an den anderen, Surfschulen buhlen um die Gunst der Touristen und schon an der Küstenstraße trifft man Helden in Neopren mit Brett unterm Arm. Seit 2011 darf sich Ericeira sogar als einziger Ort in Europa „World Surfing Reserve“ nennen! Das spricht für die Qualität der Surfspots und trägt hoffentlich zum Naturschutz und Abwenden etwaiger Bausünden bei.

Ericeira ist einfach schön und trotz Tourismus sehr authentisch geblieben. Man kann prima durch die engen Gassen bummeln, toll ausgehen und mit dem Fahrrad oder Skateboard die atemberaubende Steilküste entlang heizen. Außerdem erreichst du von Ericeira aus schnell weitere tolle Orte, falls die Wellen mal nicht so toll sind. Wenn du in Portugal surfen mit entspanntem Feiern und gelegentlichen Ausflügen kombinieren willst, dann ist Ericeira das perfekte Ziel für dich!

Ericeira: Unsere Highlights

Wenn dir in Ericeira mal nach Abwechslung vom Surfen ist, dann spaziere durch die Altstadt mit den hübschen Häuschen und ihren traditionellen Azulejos, den blau-weißen Kacheln. Unterwegs kannst du in einem der Cafés am Marktplatz für ein leckeres Nata und einen Galão einkehren. Abends locken die vielen Seafood Restaurants, die meistens den BBQ-Grill direkt vor der Tür stehen haben. Wem ernsthaft nach Feiern ist, dem sei die Discoteca Ourico ans Herz gelegt. Der älteste Club Portugals gefährdet aber eventuell deinen Morgen-Surf, weil es erst ab 2 Uhr nachts so richtig losgeht 😉

Ericeira Moments: (1) Weiß-blaue Gassen, (2) Tropisches Café, (3) Boardriders Surfshop, Big Swell am Hafen

Natürlich bietet sich Ericeira als World Surfing Reservat bestens zum Surfshopping an. Da wäre zum Beispiel der Shaper Semente Surfboards oder Magic Quiver, wo Single Fins und andere schöne Retroboards für Liebhaber ihr Zuhause haben. Bei Boardriders am westlichen Ende der Stadt findest du neben Surfzubehör und Klamotten eine Bar mit Meerblick und einen kleinen Skatepark – gelegentlich gibt’s hier Skate-Contests, Yoga-Sessions und Konzerte. Für einen kompletten Tapetenwechsel lohnt sich die Fahrt mit dem Bus nach Sintra. Hier wirst du dich inmitten üppiger Vegetation und märchenhaften Palästen in einer anderen Welt wiederfinden.

Ericeira: Kleine Auswahl an Surfspots

Ein Titel als Weltsurfreservat weckt hohe Erwartungen. Die kann Ericeira definitiv erfüllen! Viele Spots in der Umgebung sind Reefbreaks, je nach Tide nicht sonderlich tief und mit ordentlich Power verbunden. Surferfahrung tut hier sehr gut! In der Stadt selbst sind die Semi-Reefs Praia do Norte und Praia do Sul fußläufig erreichbar und bei den passenden Bedingungen einen Versuch wert. Bei großem Swell produzieren sogar die Spots am Hafen echt gute Wellen! Reine Beachbreaks wie den für Anfänger geeigneten Foz do Lizandro gibt es hingegen nur wenige. Hier findest du neben sanften Wellen eine kleine Promenade mit netten Beach Bars für den After Surf Drink.

Hier rollt’s: (1) Fischer am Riff beim Praia do Sul, (2) Foz do Lizandro von oben, (3) Beach Café, (4) Big Swell am Hafen

Außerhalb der Stadt findest du die Wellen, die alle in Portugal surfen wollen und für die Ericeira berühmt ist. So wie die von Klippen umgebene Bucht vom Ribeira D’Ilhas: Über flachen Felsen brechen lange rechte Wellen, die schon bei kleinem Swell laufen und großem Swell standhalten. Mit diesen Qualitäten ist Ribeira niemals leer und Austragungsort internationaler Surfcontests. Vielleicht teilst du dir hier das Line Up mit einem Weltklasse-Surfer! Ähnlich berüchtigt, aber definitiv nur etwas für Experten sind die schnellen und hohlen Wellen rund um Coxos und Pedra Branca. 

Portugal surfen - Ericeira Ribeira D'Ilhas

Perfektion zum Sonnenuntergang: Ribeira D’iIhas

Ebenfalls einen Versuch wert ist der oftmals relativ leere Reefbreak Sao Lourenco bei Ribamar. Wellen laufen zwar nicht allzu oft – aber wenn, dann richtig. Anfänger sollten nur an ruhigen Tagen ins Wasser, da der Spot relativ weit draußen bricht und ordentlich Paddelpower erfordert. Bei starkem Swell können außerdem unerwartet große Wellensets kommen.

Surfunterkunft in Ericeira

In Ericeira ist die Dichte an kleinen, feinen Surfcamps sehr groß. Beliebt ist zum Beispiel das Chill In Surf House, das auf einem kleinen Hügel liegt, ruhig und doch zentral. Von der Sonnenterrasse kannst du schnell Wellen checken, die Zimmer sind liebevoll eingerichtet und die Preise erschwinglich. Wirklich wunder-, wunderschön ist das You and the Sea, ein Hotel nahe am Praia do Sul mit kleinen Apartment, Fitness-Raum und allen Schikanen – top, wenn du es luxuriöser und auf eigene Faust in Ericeira surfen gehen willst. Weitere gute Unterkünfte gibt’s bei Booking.com. Oder du fragst bei uns nochmal nach 😉

Chill In Ericeira: (1) Schöne Zimmer, (2) Spotcheck von der Dachterrasse

2.3 Peniche & Baleal: Swellige Buchten mit endlosen Beach Breaks

Nicht nur Leute, die das erste Mal in Portugal surfen, zieht es nach Peniche und Baleal. Die beiden Orte liegen nördlich von Ericeira und sind von Lissabon schnell mit dem Bus erreicht. Das Besondere ist die halbmondförmige Bucht, die Peniche und Baleal miteinander verbindet und Swell aus verschiedenen Richtungen in wellenförmiges Gold verwandelt. Sprich: Hier hast du mehrere Spots direkt vor der Nase, und es geht immer was! Das weiß inzwischen jeder und dementsprechend voll ist es im Line Up. Spätestens im Sommer platzen Peniche und Baleal aus allen Nähten!

Seien wir ehrlich: Optisch hinkt diese Ecke dem schönen Ericeira etwas hinterher. Peniche ist eine unspektakuläre Kleinstadt, die nicht nur für die schnellen Wellen, sondern auch die stinkende Fischfabrik bekannt ist. In Baleal gibt’s immerhin einige nette Beachbars und Shops. Trotzdem, die Dünen, Strände und Wellen ziehen viele Surfer an und tun einem angenehmen Strandleben keinen Abbruch. Wer hier herkommt, will sich aufs Wellenreiten konzentrieren.

Peniche & Baleal: Unsere Highlights

Hauptattraktion von Baleal und Peniche sind die grün bewachsenen Dünen und feinsandigen Strände, an denen es sich nach den Surfsessions oder an einem Lay Day gut entspannen lässt. Von hier aus lassen sich die Sundowner am besten genießen, die vom Farbspektrum her schon an Indonesien heranreichen können. Für das leibliche Wohl sorgen Beach Cafés wie das Xakra in Molhe Leste oder Bruno’s in Baleal, wo am Wochenende sogar Konzerte und Partys stattfinden. In der Gegend sind auch einige gute Surfshops: Unser Liebling ist Hangfive mit liebevoll kuratierten Brands aus der Umgebung und Retroshapes. Doch auch 58 Surf mit dem breiten Angebot an Surfzubehör ist eine gute Adresse.

Beach Life: (1) Baleal Bay, (2) Surf bei Lagide, (3) Hangfive Surfshop, (4) Klippen am Cabo Cavoeiro, (5) Sundowner

Beim Schlendern durch Peniche und Baleal wirst du schöne Ecken wie die Klippen am Cabo Cavoeiro entdecken. Geh auf Radtour in der Umgebung, die dich an einsameren Beaches und Klippen vorbeiführt. Oder setze auf die Berlenga Inseln über, ein von türkisfarbenem Wasser umgebenes Naturreservat. Bei Wellengang ist die Bootsfahrt ab Peniche ein Abenteuer, von dem du dich vor Ort beim Schnorcheln und Standup-Paddeln erholst. Bei sehr großem Swell pilgern alle zum Big Wave Spot Nazaré: Hier bauen sich dank des tiefen Unterwassercanyons bis zu 30 Meter hohe Wellenmonster auf, und du kannst wahnwitzige Tow-in-Surfer mit ihren Crews beobachten. Alles dazu erfährst du in unserem Nazaré-Guide!

Peniche & Baleal: Kleine Auswahl an Surfspots

Wellen checken, rein in den Neoprenanzug, Board schnappen und ab ins Wasser! Der endlos lange Praia do Baleal oder Prainha gegenüber sind zum Surfen lernen beliebte Beachbreaks, wo sich einige Surfschulen, aber auch viele fortgeschrittene Surfer tummeln. Manchmal sieht es aus wie Brettersuppe! Die Peaks sind je nach Lage und Swell unterschiedlich anspruchsvoll. Meistens verteilen sich die Massen recht gut im Wasser und jeder findet seine Welle. Etwas einsamer geht an den wilden Beaches in Richtung Ferrel zu, wo mit Felsen im Wasser zu rechnen ist. Die Kletterpartie über die roten Klippen lohnt sich, wenn es windstill und überall sonst zu klein ist!

Spotcheck: (1) Baleal, (2) Lagide Sundowner, (3) Wilde Küste bei Ferrel, (4) Molho Leste an einem kleinen Tag

Etwas anspruchsvoller ist das Riff von Lagide in Baleal gegenüber vom Surfcastle. Nicht unbedingt, weil die Welle hier so krass ist oder wegen den Felsen. Sondern in erster Linie wegen den Locals, die den Main Peak für sich beanspruchen! Also Obacht und überlegen, ob du nicht lieber ein paar Meter weiter paddelst. Wer schon recht gut surfen kann, dürfte Molhe Leste und Supertubos bei Peniche spannend finden: Die Wellen sind schnell, haben großes Barrel-Potenzial und das Level ist hoch. Supertubos macht dem Namen als Austragungsort des Rip Curl Pro Surfcontests alle Ehre!

Spaß in Molhe Leste („Surf 5000“ by Bengt Nyman, CC BY 2.0)

Surfunterkunft in Peniche & Baleal

In Peniche und Baleal, als „Learners’ Capital of Europe“ bekannt, ist die Auswahl an Surfcamps und Schulen natürlich groß. Wer in der schicken Surfers Lodge wohnt, ist nur 5 Minuten zu Fuss vom Spotcheck über die roten Klippen und auf die Wellen am Riff von Lagide & Co. entfernt! Außerdem hat die Surfers Lodge neben modernen Zimmern ein super Restaurant und eine Dachterrasse. Viele Surferinnen und Surfer lockt das Selina Peniche regelmäßig an, ebenfalls in Baleal mit kurzem Weg zum Spot. Es bietet eine Skate-Ramp vor der Tür, entspannte Surf- und Skate Atmosphäre, Co-Working-Möglichkeiten und diverse Zimmer-Optionen. Hier finden auch ab und an Events statt, was das Selina für eine jüngere (und junggebliebene!) Klientel spannend macht, die schnell vor Ort Kontakte knüpfen möchte.

Falls du nur eine Surfschule suchst, check Surf Guiding Peniche aus – Chef Sebbo ist Longboardmeister, hat eine gute Bretterauswahl und echt fähige Coaches. Oder geh zu Nica on Surfmore Coaching, wenn du ein Intermediate oder Advanced Surfer bist!

Schöner wohnen: Das bunte Selina Peniche in Baleal (1 + 2), Das Bukubaki Eco Resort in Ferrel (3 + 4)

Willst du dem Rummel von Baleal etwas entfliehen? Dann sind bestimmt die individuellen Unterkünfte im Nachbarort Ferrel etwas für dich. Wie das liebevoll aus Holz gebaute Bukubaki Eco Resort unter Pinien, mit Baumhäuschen, Skate Ramp und fantastischem italienischen Restaurant. Hier finden auch regelmäßig Events wie z.B. Skate Contests und Jam Sessions statt. Ebenfalls nett eingerichtet ist das familiäre Ferrel Surf House und es hat sogar einen eigenen Weinkeller 😉


3. Algarve: im Süden von Portugal surfen

Du willst in Portugal surfen und bist gerne mit dem Campervan unterwegs? Dann ist die Algarve, also die Küstenregion zwischen der spanischen Grenze und dem Naturpark Costa Vincentina, eine gute Option! Sie lässt sich am besten mit einem fahrbaren Untersatz erkunden, da die Spots weit verstreut sind und es keine größeren „Surfer Towns“ zum längeren Verweilen wie im Zentrum Portugals gibt. Dein Auto sollte geländetauglich sein, denn der Spotcheck führt dich über Stock und Stein. Falls du noch keinen eigenen Camper hast, kannst du dir z.B. bei Paul Camper oder lokalen Mietfirmen einen leihen. Achtung: Mindestens ein paar Monate vor deinem geplanten Trip buchen.

Algarve Campen

Algarve Life: Mit anderen Campingfreunden am Beach parken

Am Ende der Wege warten an der Algarve Parkplätze direkt am Meer auf dich und meistens viele andere Camper aus aller Herren Länder. Alle wollen surfen, in der Sonne entspannen, den Grill anwerfen und die milden Temperaturen genießen. Leute kennenlernen ist also kein Problem! Selbst Supermärkte sind an der Algarve auf die Camper Crowd eingestellt und haben oft kleine Wasch-Salons integriert. Bitte denke bei all den Campingfreuden unbedingt daran, deinen Müll zu entsorgen und dein Geschäft nicht in der Natur zu verrichten – sonst ist es mit dem Idyll bald vorbei.

Algarve: Unsere Highlights

Wir waren erstmals an der Algarve im Winter unterwegs – jenseits der Sommer-Hotelhochburgen Faro, Albufeira & Co. Denn wer weiter gen Westen in Richtung Sagres oder in den Norden bis nach Aljezur fährt, entdeckt leere und weitläufige Strände, malerische Steilküsten, verschlafene Orte und natürlich eine große Auswahl an Surf Spots!  Wegen der weiten Wege haben wir noch nicht allzu viel gesehen und kommen definitiv wieder. Zu unseren Highlights zählt bereits jetzt die Camping-Romantik: Entspannt surfen, lecker vor dem Bus mit Freunden kochen und dabei den Sonnenuntergang mit Blick aufs Meer genießen. Decke dich dafür z.B. auf den vielen Outdoor-Märkten mit frischem Gemüse und lokalen Köstlichkeiten ein!

Algarve Highlights: (1) Steilküste, (2) Leuchtturm am Cabo Sao Vicente, (3) Luz, (4) Sundowner in Zavial

Wer etwas mehr City Flair braucht, sollte sich Zeit für die weißgetünchten Städte wie Luz nehmen, gemütlich durch die Gässchen bummeln und in den kleinen Restaurants einkehren. In Sagres kannst du mit dem Cabo de Sao Vicente nicht nur einen Leuchtturm, sondern auch den südwestlichsten Punkt Europas besuchen! Außerdem lockt das kleine Örtchen mit einigen guten Cafés (z.B. Dromedario oder The Hangout). Wir waren außerdem überrascht, wie schön das eher Pauschaltouristen bekannte Lagos mit seiner hübschen Altstadt, den Schlossmauern und dem langen Strand eigentlich ist.

Algarve: Kleine Auswahl an Surfspots

Du willst am liebsten knackige Reefs und schöne Points in Portugal surfen? Dann wirst du an der Algarve mit den vielen felsigen Buchten definitiv fündig! Bekannt für ihre schnellen und teils hohlen Wellen sind vor allem die südlichen Spots rund um Sagres wie Zavial, Beliche und Tonnel. Wenn es hier läuft, ist das Surf Level recht hoch! Also eher etwas für Fortgeschrittene. An den größeren Orten wie Luz und Lagos fallen zunächst die langen, für alle Surflevel geeigneten Sandstrände ins Auge, doch auch hier gibt es einige schöne Riffe zu entdecken. Lieber nicht bei Low Tide surfen!

Algarve Surf Spots: (1) Fettes Semi-Reef bei Carrapateira, (2) Break bei Sagres, (3) Mini-Wellen in Luz, (4) Spot Check

An der Westküste ist die Algarve dünner besiedelt, aber genau hier liegen die bekanntesten Surfspots für Anfänger wie z.B. Amado. Nach dem Kurs kannst du an der Strandbar auf den Klippen entspannt den Sundowner verbringen. Ebenfalls sehr bekannt unter allen, die die besten Wellen in Portugal surfen wollen, ist Arrifana: Neben dem beginner-freundlichen Beach kann das Riff echte Brecher produzieren, die immer größer sind, als sie von Land aus wirken. Geh hier also nur als erfahrener Surfer rein. Jeden Fahrkilometer wert ist die Gegend rund um Carrapateira, wo neben endlosen Stränden auch der ein oder andere Point mit fetten Wellen wartet. Und den Rest… kannst du selbst entdecken 😉

Surfunterkunft an der Algarve

In Portugal surfen auch Vertreter der deutschen Wellenreitprominenz gern. So hat die Familie von Marlon Lipke The Surf Experience (TSE) in Lagos aufgebaut, das älteste Surfcamp und nach wie vor Platzhirsch an der Algarve. TSE hat in dieser Gegend die Surfkultur geprägt und steht für eine nette Atmosphäre, professionellen Surfunterricht und richtig leckeres Essen! Zur Auswahl steht die beliebte All-Inclusive Surf Villa Catarina und für alle, die mit Familie oder Gruppe etwas individueller unterwegs sein wollen, die Vila Bela und die Apartments im schönen Luz.

The Surf Experience: (1) Villa Santa Catarina, (2) Spotcheck, (3) Dinner

Außerdem können wir dir das Bluejuice Surfcamp in Lagos ans Herz legen! Ein schönes und gepflegtes Haus, wo du eine Top Lage in einer der schönsten Städte an der Algarve mit tollen Stränden vor der Tür und familiärem Camp-Flair kombinieren kannst.


4. Minho und Douro: im Norden von Portugal surfen

Norden, das klingt irgendwie schon rau, wild und robust. Genauso sieht’s in Nordportugal aus, einer Region der Gegensätze! Einerseits ist sie dank des Großraums Porto die am dichtesten besiedelte Gegend mit nicht immer 1A Wasserqualität. Andererseits findest du noch kleine Dörfchen mit Kuhherden, süßen Kirchen und Opa auf dem Trecker, wo die Zeit stillzustehen scheint. Das Klima ist kühler und feuchter als im Rest des sonnenverwöhnten Landes, und selbst viele Locals schüttelt es bei dem Gedanken, zwischen Espinho und Moledo ins kalte Wasser zu gehen. Wer sich vor dickerem Neopren und Regen aber nicht scheut, kann hier wirklich viel entdecken.

Portugal Surfen: Nordportugal

Windig, wild, einsam: Das ist Nordportugal

Wer im Norden von Portugal surfen will, findet noch nicht ganz so viele Tipps. Denn abgesehen von Städtetouristen, die sich Porto als Alternative zu Lissabon ansehen wollen, zieht es die meisten Surfer und Badeurlauber woanders hin. Gut so! Damit bleibt eine spannende Region für Entdecker weniger bekannter Surfspots übrig, die obendrein die Wiege der Landeskultur ist. Denn vor langer Zeit gehörte Nordportugal noch zu Galizien, bevor sich um Braga herum Portugal als eigenständiges Land entwickelte und immer weiterwuchs. Noch heute ist der gallische Einfluss in der Sprache, Küche und in den alten Herrschaftshäusern zu sehen.

Nordportugal: Unsere Highlights

Hippe Surfkultur, fette Events, trendy Stuff? Davon ist in Nordportugal wenig zu spüren! Sowieso kannst du hier auf In-Kram gut verzichten und stattdessen auf Wein Tour gehen! Denn in den Provinzen Douro und Minho liegen rund um die gleichnamigen Flüsse zahlreiche Vineyards versteckt, auf denen du den leckeren Vinho Verde verkosten kannst. Den besten Portwein gibt’s in Vila Nova de Gaia und die ausgefallensten Wine Bars in Porto. Noch auf unserer To Do Liste ist z.B. das Portweinhaus Portologia und die Hilltop-Bar Miradouro Ignez. Vergiss bei all den Drinks aber das Essen nicht, z.B. die Francesinha, ein in Nordportugal beliebter überbackener Sandwich-Brummer.

Nordportugal Highlights: (1) Grüne Douro-Region, (2) Vinho Verde, (3) Porto, (4) Authentische Kleinstädte

Neben all den kulinarischen Genüssen kommen in Nordportugal auch die Kultur nicht zu kurz. Highlights sind die historischen Monumente in der Studentenstadt Braga oder Guimaraes, wo der erste portugiesische König herkam. In Barcelos wimmelt es geradezu vor den bunten Hähnen, dem inoffiziellen Nationalsymbol Portugals: Der „Barcelos Rooster“ wurde zum Held, weil der der Sage nach ein Verbrechen gegen einen Pilger aufgeklärt haben soll 😉 Außerhalb der größeren Städte warten grüne Landschaften auf dich, die jedem Hobby-Fotografen vor Glück das Wasser in die Augen treiben…

Nordportugal: Kleine Auswahl an Surfspots

Im Norden von Portugal surfen bedeutet Beachbreak-Action! Es gibt eine große Auswahl an Sandstränden, die aber westlich exponiert und kaum von Klippen oder Halbinseln geschützt sind. Bei zu starkem Wind (vor allem dem gefürchteten Nortada) sind die Wellen messy und du findest kaum einen surfbaren Peak, ohne ein ganzes Stück zu fahren. Dann kannst du nur noch den Kite auspacken! Wenn es aber läuft – also genug Swell, kein Wind oder sogar Ostwind (Offshore!) da ist – hast du nette Wellen und oft mehr Platz im Line Up als anderswo.

Perfekt imperfekt: (1) Beach bei Viana, (2) Espinho, (3) Kracher bei Esmoriz, (4) Chris an einem Secret

Am stärksten besucht sind die Spots in der Nähe von Porto wie das bei Surfschulen beliebte Matosinhos – hier kann es etwas voller sein. Weiter im Süden der Metropole lockt Espinho, wo an der Promenade zwischen den Molen teils kräftige rechte Wellen brechen. Hier finden mit der Junior Series der WSL sogar internationale Contests statt! Etwas ruhiger und beschaulicher, mit Peaks für alle Level, ist die benachbarte Gegend um Esmoriz. Und wer sich in die Gefilde nördlich von Porto wagt, kann z.B. bei Viana do Castelo viele nette Spots finden. An diesem sehr netten Ort lässt es sich auch an einem Lay Day aushalten!

Surfunterkunft in Nordportugal

Wer im Norden von Portugal surfen will, hat eine kleinere Auswahl an Surfunterkünften als anderswo – dafür aber auch mehr Platz. Bekannt ist die Truppe von Surfivor, die neben dem Surf Hotel in Porto auch ein Camp in Esmoriz betreibt. Im Surfivor Camp in Esmoriz wohnst du direkt am Strand, hast einen Garten und bist trotzdem nicht allzu weit von der Stadt weg. Ansonsten kannst du dir natürlich auch eine private Unterkunft in einem Örtchen deiner Wahl suchen und selbst mit dem Mietwagen auf Tour gehen!

Surfvivor Esmoriz

Top Location: Das Surfivor Camp in Esmoriz ist direkt am Beach


5. Azoren und Madeira: auf den Inseln von Portugal surfen

Hier begeben wir uns selbst auf ungewohntes Gelände, denn auf den Azoren oder Madeira waren wir selbst noch nicht. Aber es ist schon einmal gut zu wissen, dass man auch auf diesen Inseln von Portugal surfen kann! Sie liegen weit vom Festland entfernt mitten im Atlantischen Ozean und haben einiges gemeinsam: Sowohl die Azoren als auch Madeira sind vulkanischen Ursprungs und damit sehr fruchtbar, was die reiche und fast tropische Vegetation erklärt. Hier ist es deutlich wärmer als auf dem Festland und du kannst mit weniger Neopren auskommen; im Sommer kann sogar ein Shorty reichen!

Portugal surfen - Madeira

Mystisches Madeira: Eher eine Destination für Fortgeschrittene

Jetzt kommt das große „Aber“: Die Surfspots auf den Azoren und auf Madeira sind fast allesamt scharfe Riffe mit teils wenig Wasser darüber oder schnelle Point Breaks, an denen die Wellen sehr groß werden können. So groß, dass es hier im Winter schon Big Wave Contests gab. Die Spots auf Portugals Inseln sind also eher für Fortgeschrittene Surfer geeignet und obendrein nicht so beständig wie auf dem Festland. Wer aber schon gut auf dem Brett ist und in Portugal surfen z.B. mit Wandern verbinden will, für den könnten die Azoren oder Madeira durchaus eine Option sein. Lies dir auch unseren Madeira-Gastbeitrag von Thomas durch, der in Jardim do Mar sein Surfcamp betreibt!


In Portugal surfen – die Wellen warten auf dich!

Detaillierte Informationen zu den vorgestellten und weiteren Spots, ihrer Lage sowie den jeweils besten Swell- und Windbedingungen findest du beispielsweise im Portugal Surf Guide von Surfnomade Julian, der bei meerdavon auch schon seine Experten-Tipps zum besten gegeben hat. Ebenfalls beliebt und bei Surfgenerationen bewährt ist der Stormrider Surf Guide Portugal– ein super Begleiter für längere Trips. Ich wünsche dir viel Spaß und boas ondas! Noch ein letzter Warnhinweis: Einmal in Portugal surfen wird dich anfixen. Du wirst es wahrscheinlich immer wieder tun wollen…🙂

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann like und teile ihn doch – Sharing is caring! Und falls du weitere Anregungen und Tipps hast, dann schreibe mir eine Mail oder einen Kommentar.  

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19 comments

Christoph Giesa 13. August 2015 - 9:37

Sehr schön zusammengefasst 🙂 Für Peniche kann ich auch noch das GeekCo-Hostel in der Innenstadt empfehlen… für alle, denen der Baleal-Surfcam-Trubel zu viel wird. An guten Tagen mache ich auch Discounts 😉 http://www.tripadvisor.de/Hotel_Review-g608952-d2095963-Reviews-Geekco_Hostel-Peniche_Leiria_District_Central_Portugal.html

P.S.: Übrigens wurde Peniche gerade vom Lonely Planet als zweitschönste Strandlandschaft Europas gewählt… sicher ein weiteres Argument, da mal hinzufahren. Hier der Link: http://www.lonelyplanet.com/travel-tips-and-articles/lonely-planets-best-beaches-in-europe-2015

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Heidi 16. August 2015 - 14:07

Hallo Christoph,
Es freut mich, dass dir der Beitrag gefällt 🙂
Vielen Dank für deinen Hostel-Tipp – das muss ich mir beim nächsten Trip nach Peniche & Baleal auch unbedingt mal anschauen.
Viele Grüße
Heidi

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Sandra Strixner 16. April 2016 - 15:25

Hallo Heidi!
Danke für diesen hilfreichen Post! Ich möchte endlich das Sufen ausprobieren und habe mich für Ericeira entschieden. Im Juni geht es dort ins Surfcamp. Dein Beitrag hat mir jetzt noch mehr Lust auf den Surflifestyle und Portugal gemacht! 🙂

Danke dafür! Liebe Grüße, Sandra von http://www.brainfood-magazin.de

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Heidi 25. April 2016 - 8:54

Hallo Sandra,
Ich freue mich dass dir der Post gefallen hat 🙂
Ericeira ist eine tolle Wahl, ich hoffe du hast dort viel Spaß und tolle Wellen!
Liebe Grüße
Heidi

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Thess 22. Mai 2018 - 10:58

Hallo Heidi 🙂

Vielen Dank für die super Übersicht. Ich plane im Herbst einen Trip nach und durch Portugal und werde sicherlich viele deiner Tipps berücksichtigen können.
Liebe Grüsse
Thess

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#8 Chris Häfner von meerdavon - Über Onlinebusiness, Surferlifeystyle und den Weg dahin | surflifebalance 1. August 2018 - 9:38

[…] gerade aktiv herumreisen, leben sie in ihrer Homebase in Portugal – auch nicht schlecht ???? (https://meerdavon.com/portugal-surfen/ ) Wenn ihr Surfer seid, seid ihr im Internet sicher schon auf den ein oder anderen toll […]

Reply
Maria Meerkötter 3. Januar 2019 - 11:29

Hey, ich bin gerade auf deine Page gestoßen. Mega cool!
Ich werde ab August 2019 mindestens ein halbes Jahr in Portugal leben und arbeiten. Meine Frage an dich: lieber Lissabon oder Porto?
In beiden Städten hätte ich eine Job + Wohnung. Wenn du von einen der Städten nicht weit weg wohnst, können wir uns ja mal auf eine Welle am Strand treffen 😉

Reply
Heidi 4. Januar 2019 - 12:10

Hi Maria,

Danke für dein Lob 🙂 Und coole Sache mit Portugal!
Die Entscheidung ist nicht ganz einfach.

Von der Stadt her gefällt mir Porto mittlerweile fast besser als Lissabon, weil es dort noch etwas authentischer ist und nicht ganz so überlaufen mit Touristen. Gerade das Portwein-Viertel und die terrassenartigen Häuschen am Flusshang sind so schön! Allerdings gilt das Wasser in der grossräumigen Gegend um Porto wegen der vielen angesiedelten Industrie als sehr schmutzig. Erst ein ganzes Stück weiter nördlich wird es idyllisch und ruhig. Es gibt zwar einige Spots bei Porto (z.B. Matosinhos, Esmoriz), aber da gefallen mir die in Lissabon besser (z.B. Carcavelos, Costa da Caparica). Auch vom Swellfenster hast du in Lissabon mehr Auswahl, da einige Spots südlich und andere westlich exponiert sind, und das Wasser wird tendenziell etwas wärmer sein. Wenn was läuft, sind natürlich alle City-Sots (egal wo) niemals leer.

Für mich persönlich wäre es also eine Entscheidung zwischen Flair und Surf… Am Ende sind das nur meine Eindrücke und natürlich rein subjektiv. Vielleicht kommst du selbst nochmal hin, bevor du Nägel mit Köpfen machst?

Liebe Grüße und alles Gute,
Heidi

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Tanya 16. Januar 2019 - 17:29

Wow, was ein toller Bericht. Wir wollen Januar und Februar 20 unseren Arbeitsplatz an einen Surfspot verlegen. Oder in die Nähe. Dachten eben auch an Lissabon und dann die Strände abfahren. Hast Du da einen genauen Tip? Sind noch Beginner (Grüne Welle anpaddeln und erwischen ist grad das Level) und sind vielleicht auch froh um ein paar Tage Surfkurs/Coaching.
Dazu muss das Internet sehr stark sein und wir müssten unsere Hundedame mitbringen dürfen.
Vielleicht weisst Du ja etwas!

Danke für den tollen Blog – bin begeisterte Leserin!

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Sina 21. Januar 2019 - 11:29

Hallo Heidi,

ich möchte gerne im Mai surfen gehen. Ist es rund um Lissabon schon möglich zu der Jahreszeit zu surfen? Über eine Antwort freue ich mich sehr. Vielen Dank

Reply
Heidi 22. Januar 2019 - 9:34

Hi Sina,
Im Mai ist der Swell für die südlich exponierten Spots um Lissabon herum (z.B. Carcavelos) meistens schon zu klein. Aber du kannst natürlich Glück haben, wenn wider Erwarten doch noch mal ein größerer Swell hereinkommt – das Wetter und die Seasons geraten ja immer mehr durcheinander. Ansonsten sind aber die westlich exponierten Spots bei Lissabon (z.B. Costa da Caparica) meistens eine sichere Bank, zumindest wenn die Bedingungen stimmen.
Du wirst also sicherlich Wellen finden!
Liebe Grüße
Heidi

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Patrick 10. März 2019 - 12:54

Hallo Heidi,
danke für diesen sehr ausführlichen Beitrag, er hat mir hinsichtlich der Planung meines nächsten Surftrips sehr geholfen 🙂
Könntest du mir Tipps geben, wo man in Faro ein Auto (nicht Campervan) mit Dachgepäckträger mieten kann? Und wo man sich anfängertaugliche Boards ausleihen kann?
Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße,
Patrick

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Heidi 16. März 2019 - 21:34

Hallo Patrick,
Wir buchen unsere Mietwagen immer über https://meerdavon.com/billigermietwagen – das ist oft günstiger.
Du kannst mal schauen, ob du dort eventuell Dachträger dazu buchen kannst, sonst bleibt dir nur das Fragen vor Ort.
Noch besser ist allerdings, einfach selbst ein paar Straps / ein Soft Rack (verkratzt weniger das Dach!) mitzunehmen, mit denen du deine Bretter einfach aufs Auto schnallen kannst. Und Bretter selbst kannst du an der Algarve sicher überall leihen – einfach mal vorher online einen Surfshop bzw. Verleih suchen (ich selbst kenne in Faro leider keinen).
Viele Spaß!
Liebe Grüße
Heidi

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Marie 27. März 2019 - 22:58

Hey Heidi, bin gerade auf deinen Artikel gestoßen und bin schon wieder gepackt vom Surffieber! Gerade mit etwas begrenztem Budget frage ich mich, wie man denn am besten mit dem Surfen als Anfängerin in Portugal starten könnte. Surfcamp oder nur ein Kurs in einer Surf schule? Hast du vielleicht noch einen Rat oder sogar eine Empfehlung? Danke schonmal und weiter so:) LG Marie

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Heidi 4. Juni 2019 - 13:53

Hallo Marie,
Surfcamp oder Surfschule mit separater Unterkunft kann beides eine gute Option sein.
Stöbere doch mal im Artikel, dort haben wir unter den einzelnen Regionen einige Schulen und Camps verlinkt, die wir gut finden!
Liebe Grüße und viel Spaß
Heidi

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Johanna Berg 9. Mai 2019 - 22:36

Danke für den tollen Beitrag! Durch den Blogbeitrag sind wir in Ericeira gelandet und haben mit dem Surfen begonnen. Es war einfach perfekt und durch die vielen Tipps haben wir uns in Portugal und das Surfen verliebt. Der nächste Tripp ist in Planung. Vielleicht kannst du ja einen ähnlichen Bericht über ein weiteres Land schreiben in dem du bereits gesurft bist?! Das wäre sehr hilfreich!
Liebe Grüße
Johanna und Tim

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Heidi 4. Juni 2019 - 13:42

Hi ihr beiden,
Danke für euer Feedback – ich freue mich, dass euch der Artikel weitergeholfen und Ericeira so gefallen hat!
Einen ähnlichen „Länder Guide“ in diese Art habe ich nicht, und den wird es wahrscheinlich auch nicht geben.
Aber stöbert doch mal in unserer Travel Rubrik (nach Kontinenten sortiert), dort sind einige andere Ziele drin!
Liebe Grüße
Heidi

Reply
Surfurlaub mit dem Camper: Die schönsten Ziele in Europa!Paul Camper Magazin 23. April 2020 - 13:29

[…] hast viel Zeit für deinen Surfurlaub? Dann kannst du von Nordspanien aus direkt nach Portugal weiterfahren. Gleich der erste Ort nach der Grenze, Viana do Castelo, ist ein perfekter Start. Hier […]

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Peniche – Halbinsel mit abwechslungsreichen Sehenswürdigkeiten 17. Januar 2021 - 8:18

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