Mit Online Job reisen: 7 Wege, um Arbeiten und surfen zu kombinieren

by Christian
Job Reisen - Digitale Nomaden

Fragst du dich, warum man überhaupt mit dem Job reisen sollte? Ganz einfach: Als dein eigener Chef mit dem Büro in der Hosentasche findest du einen Ausweg aus dem Landlocked-Dasein! Ein paar Glückspilze wohnen vielleicht schon im meeresnahen Norden oder an Flusswellen wie dem Münchner Eisbach. Aber der Großteil aller Surfer ist doch viel zu oft an ein trockenes Stück Erde gefesselt und muss weiter weg, um brauchbare Surf Spots zu finden. Reisen ist ja auch etwas Schönes, aber es kostet nun mal viel Geld – und gebucht für Angestellte nur innerhalb der endlichen Zahl an Urlaubstagen.

Ich kann mit meiner Frau Heidi und unserem Job reisen, weil wir digitale Nomaden sind. Nein, das ist kein Synonym für Heimatlose, die mit Laptop unterm Arm auf dem Kamel durch die Wüste reiten. Im Gegenteil: Wir sind in der Welt zu Hause und arbeiten dank Online Business ortsunabhängig und selbstbestimmt. Immer dort, wo es Wellen und stabiles Wifi gibt. So waren wir über ein Jahr auf Weltreise und oft in Europa unterwegs, zum Beispiel in unserem Lieblingsland Portugal. Denn ein Online Job macht flexibel!

Du merkst es schon: Ich bin glücklich und habe mein Lebensmodell gefunden. Darum will ich in diesem Beitrag berichten, wie wir das machen bzw. wie du generell mit dem Job reisen kannst. Ich stelle diverse Optionen für ortsunabhängige Online Jobs mit Praxisbeispielen vor, mit denen du überall arbeiten kannst – am Meer, in den Bergen, oder wo es dich sonst hin zieht.

1. Als digitaler Nomade leben: Was das bedeutet

Spätestens mit bekannten Vertretern wie Conni Biesalski und der DNX Konferenz haben digitale Nomaden die Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit erlangt. Es geht nicht um die Rucksackreisen durch Australien, die man mit Anfang 20 macht, sondern um ein nachhaltiges Business Modell zum Mitnehmen, das sogar auf Langzeitreisen funktioniert. Digitale Nomaden sind Online-Unternehmer, die ihren Laptop überall auf der Welt aufklappen können. Alles was sie brauchen, ist Wifi und ein Mindestmaß an Disziplin. Für uns als „digitale Surfnomaden“ müssen außerdem noch Wellen da sein, was an unseren Lieblingsorten definitiv der Fall ist. So ungefähr sieht unser Rhythmus aus:

Früh morgens Wellen checken: Sieht’s gut aus und ist es leer? Dann schnell für eine Early Bird Session in die Fluten. Danach fallen wir ausgehungert über das Frühstück her und arbeiten umso produktiver. Das können 8 Stunden sein, mal mehr, mal weniger. Gibt es morgens keinen Surf, beginnt der Arbeitstag früher und wir versuchen später unser Glück. Und stimmt der Swell länger nicht, nutzen wir diese Tage für besonders intensive Arbeitsetappen. So können wir uns an guten Surftagen mehr Zeit im Meer gönnen oder haben Transferzeiten zum Reisen herausgeholt.

Mit dem Job reisen und surfen

Heidi und ich beim After Work Surf auf Java (Foto: Teardrop Surf / Markus Warth)

Digitale Nomaden arbeiten also nicht weniger, sondern anders: Flexibel statt von 9 bis 17 Uhr, mit einem immer wieder wechselnden Büro und einem selbstgeschaffenen Beruf, der Spaß macht. So sehnen sie nicht wie früher den Feierabend oder Urlaub herbei, und arbeiten auch gelegentlich und mit guter Laune mal am Wochenende. Ihre Jobs können sie den Eltern und Freunden vielleicht nicht so leicht erklären, aber dafür von überall aus erledigen. Warum? Weil es geht!


2. Mit dem Job reisen: Optionen für digitale Nomaden

Natürlich ist digitales Nomadentum nicht die einzige Möglichkeit, um mit dem Job reisen und surfen zu können. Wer es analog mag, kann z.B. eine Surflehrerausbildung machen und den Sommer am Atlantik in Surfcamps oder Surfschulen arbeiten. Oder du bewirbst dich um ein Work & Holiday Visum, um maximal 1-jährige Aufenthalte in Ländern wie Australien oder Kanada zu finanzieren. Das sind aber nur saisonale bzw. zeitlich befristete Lösungen. Genau wie das Modell eines Bekannten, der sein Geld mit Schmieden von Schwertern für Rollenspiele auf Comic Conventions verdient (kein Witz), und davon den Rest des Jahres leben und reisen kann.

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Wer dauerhaft mit dem Job reisen will, ist mit Online Geschäftsmodellen gut beraten, muss sich so einen Job aber erst einmal gestalten. Davon erzähle ich auch im obigen Video von der DNX 2015, wo ich auf der Bühne stand. Beim Basteln deines reistauglichen Jobs brauchst du Zeit zur Vorbereitung und der Schritt in die Selbständigkeit ist kaum umgänglich. Zwar gibt es bereits Firmen, die Mitarbeiter anstellen und ortsunabhängig arbeiten lassen, aber das ist eher selten. Nimm es also selbst in die Hand. Die folgenden Jobs sind digital und können ein Einkommen generieren, mit dem du auf der ganzen Welt leben könntest. Vielleicht ist was Passendes für dich dabei!


(1) Blogger werden: Digitaler Surf Job für Schreiberlinge

Reise- und sogar Surfblogger gibt’s mittlerweile wie Sand am Meer, denn einen Blog zu starten ist längst kein Hexenwerk mehr. Dank bequemer Homepage-Baukästen wie  Jimdo und Rundum-Sorglos-Paketen von Wordpress oder Chimpify brauchst du nicht einmal große technische Kenntnisse, um loszulegen. Wir haben sogar einen umfangreichen Homepage Baukasten Vergleich erstellt, mit dem du die passende Lösung für dich findest. So kann fast jeder seinen Senf mit der Welt teilen, aber nur ein paar sehr Wenige können mit dieser Art von Job reisen und ihren Lebensunterhalt verdienen.

Job reisen - Blogger werden

Heidi schreibt immer irgendetwas für meerdavon

Blogger werden: So funktioniert es

Blogger werden ist zurecht sehr beliebt: Theoretisch kann es jeder, man muss nur ein Thema finden, und ein wenig Zeit mitbringen. Ein klarer Vorteil ist, dass du zum Bloggen nur sehr wenig investieren musst. Das Hosting, also die Infrastruktur, kostet wenige Euro pro Monat, dazu kommen vielleicht noch einmalig 50€ für ein schönes Theme, um dem Blog ein gutes Design zu verleihen. Natürlich gibt es noch weitere To Dos beim Blog erstellen, über die wir hier informieren.

Doch nun kommt das große Aber: Vom Bloggen alleine verdienst du noch kein Geld! Ein Blogger baut erstmal Reichweite auf, was nicht von heute auf morgen geht. Konkret bedeutet das, Inhalte in Form von schönen Beiträgen, Fotos oder Videos zu erstellen. Diese werden dann auf einem Blog wie meerdavon sowie auf Social Media Kanälen wie Instagram, Facebook & Co. veröffentlicht, um die Zielgruppe damit anzusprechen. Wer es richtig macht, wird langsam bei Google gefunden und baut zusätzlich eine eigene Fangemeinde auf. Bekannte Reiseblogger wie Sebastian von Off The Path oder Sabrina von JustOneWayTicket erreichen täglich über ihre Kanäle Tausende Menschen. Sie können gut mit ihrem Blogger Job reisen und leben, weil genügend Einnahmen kommen.

Denn sobald die Reichweite vorhanden ist, kann man z.B. Werbeplätze und eigene Produkte verkaufen oder Affiliate-Empfehlungen platzieren. Du empfiehlst auf dem Blog also regelmäßig und gezielt Produkte, für die es je Kauf eine Provision gibt. Das können Produkte bei Amazon (7-12% Provision), Software-Produkte (20-40% Provision) oder Reisen sein. Oder irgendetwas, das gut zum Blog passt. Du könntest z.B. sogar einen ganzen Affiliate Shop aufbauen, indem du woanders verkaufte Produkte empfiehlst und du dafür lediglich die Provision bekommst.

Blogger werden: Praktische Tipps

Wer als Blogger mit seinem Job reisen will, der braucht sehr viel Vorlaufzeit. Falls du damit länger auf Tour gehen und einen Teil davon finanzieren willst, empfehle ich vor Reisebeginn 2 Jahre oder mehr einzuplanen. In der Zeit baust du deinen Blog und die Reichweite nebenbei auf. Regelmäßig Bloggen erfordert deshalb hohe Disziplin. Wer neu im Business ist, muss sich außerdem erstmal die SEO-Grundlagen (Suchmaschinenoptimierung) aneignen. Genauso sinnvoll kann es sein, bestimmte Aufgaben (z.B. Programmierung bestimmter Features) gegen Geld an externe Dienstleister auszulagern. So ganz ohne Kohle geht professionelles Bloggen eben doch nicht.


(2) Freelancer werden: Spezielle Fähigkeiten gesucht

Ein Freelancer kann irgendetwas besonders gut und verkauft seine Fähigkeiten als Dienstleistung an andere. In der Wirtschaft sind diese Selbstständigen sehr beliebt, weil sie Firmen eine flexible Alternative zu festem Personal bieten: Freelancer werden bedarfsabhängig gebucht und nur für Dienstleistungen bezahlt, die sie tatsächlich erbringen. Das Gute ist, dass sich mittlerweile viele dieser Dienstleistungen auch aus der Ferne („remote“) erledigen lassen. Das kann eigentlich alles sein, wo sich das Ergebnis per Internet übermitteln und halbwegs gut messen lässt. Freelancer schreiben und editieren Texte, sie erstellen Videos oder technische Zeichnungen, sind Social Media Manager, Programmierer und Grafikdesigner. So machen es z.B. die Vannomaden in ihrem rollen Kreativbüro.

Mit dem Job reisen - Freelancer

Work harder: Ein Motto, das für Freelancer eigentlich immer gilt

Freelancer werden: So geht’s

Als Freelancer musst du zunächst herausfinden, was du besonders gut kannst und wofür dich Dritte bezahlen würden: Womit hast du lange Erfahrung? Welche Dienstleistungen werden am Markt gerade nachgefragt? Und welche kann man online erledigen? Mit den Antworten bist du in der Lage, Kunden mit dem passenden Service zu bedienen. Der nächste Schritt ist der Aufbau einer Online Referenz, beispielsweise als eigene Website, Blog oder Business Profil bei XING, LinkedIn und anderen beruflichen Netzwerken.

Nun musst du deine Dienstleistungen noch an den Kunden bringen, um mit diesem Freelance Job reisen zu können. Der erste Auftrag ist alles und den bekommst du am ehesten aus deinem Umfeld zugeschanzt, also von Leuten, die dich bereits als zuverlässige und vertrauenswürdige Person kennen und schätzen. Hol dir von den ersten Auftraggebern eine Referenz ein, die z.B. als Testimonial auf deine Website darf. Ansonsten kannst du Aufträge auf Online Jobportalen oder Plattformen für Freelancer wie twago oder upwork finden.

Freelancer werden: Praktische Tipps

Tritt als Freelancer so auf, wie es deine Zielgruppe erwarten wird: In konservativen Branchen muss es seriöser sein und man will wahrscheinlich nicht nur Bilder von dir sehen, wie du in Boardshorts und mit Flipflops am Schreibtisch unter Palmen sitzt. Das kannst du natürlich trotzdem tun, aber zeige dich online dennoch lieber in der Business Klamotte. Außerdem kann es nicht schaden, deinen Namen durch Google zu jagen, bevor du als professioneller Freelancer auf Kundensuche gehst – um eventuelle „böse“ Überraschungen vor ihnen zu entdecken und zu beseitigen.

Und einen klaren Nachteil hat dieser Job mit der vermeintlichen Freiheit doch: Du bist immer von deinen Kunden abhängig und verdienst nur Geld, wenn du wirklich arbeitest. So etwas wie ein passives Einkommen gibt es hier nicht! Wenn du also einen längeren Surfurlaub ohne Arbeiten einlegen willst, musst du entsprechend vorsorgen. Außerdem bist du meistens als „Einzelkämpfer“ unterwegs, was man mögen muss. Um dennoch Kontakt zu Gleichgesinnten und Zugang zu Ratschlägen zu haben, schau doch mal in meiner Community Lets See What Works für Online-Unternehmer vorbei.


(3) Mini-Agentur: Dienstleistungen vermitteln

Dieses Geschäftsmodell setzt genau am Nachteil der klassischen Freelancer Jobs an, nämlich der Abhängigkeit vom Kunden: Für deine eigene Dienstleistung (z.B. Texte schreiben oder als virtueller Assistent arbeiten) wirst du pro Stunde bezahlt. Arbeitest du also mal nicht, dann verdienst du auch kein Geld! Deshalb könntest du deine Dienstleistungen auslagern, indem du als eine Art „Mini-Agentur“ agierst und dir Sub-Dienstleister suchst. Dein Job wird dann in erster Linie die Auftragsvermittlung und so kannst du dann doch halbwegs passives Einkommen generieren!

Mit dem Job reisen - Mini-Agentur

Als Mini-Agentur bist du die Schaltzentrale zwischen Kunden und Zulieferern

Zur Mini-Agentur werden: So geht’s

Um zur Mini-Agentur zu werden und mit diesem Job reisen zu können, solltest du dir vorher selbst als Freelancer mit deinen Fähigkeiten einen Namen aufgebaut haben. So assoziieren dich deine Kunden schon einmal als verlässlichen Partner für einen bestimmten Service, dem sie vertrauen. Ein Freund, der gelernter Architekt und digitaler Nomade ist, hat zum Beispiel über Jahre hinweg technische Zeichnungen für Dritte angefertigt. Mit dem etablierten Geschäft und standardisierten, repetitiven Prozessen konnte er viele seiner Aufgaben an Dienstleister in Osteuropa outsourcen. Für sie ist er nun der zuverlässige Arbeitgeber.

So ähnlich könnte es für diverse Aufgaben funktionieren (z.B. technische Zeichner, Grafiker oder Programmierer). Die Kunst liegt darin, deine Kunden weiterhin zufriedenzustellen und gute Subdienstleister zu finden. Das geht beispielsweise bei Upwork, wo günstige Arbeitskräfte aus anderen Ländern ihre Arbeit anbieten. Damit sich das Business für dich lohnt, bleibst du die einzige Kontaktperson in beide Richtungen. Du vermittelst Subdienstleistern die Aufträge und schreibst dafür die Rechnung an den Kunden selbst. So kannst du deine Marge frei gestalten! Natürlich kommst du nicht drum herum, die Arbeitsergebnisse deiner Subdienstleister nachzukontrollieren – denn schließlich bleibst du der haftende Vertragspartner gegenüber deinen Kunden.

Zur Mini-Agentur werden: Praktische Tipps

Eine Mini Agentur aufzubauen klingt leichter, als es wirklich ist. Es kann lange dauern, einen guten Subdienstleister zu finden, und selbst dann kommst du um das Qualitätsmanagement nicht herum. Diese Aufgabe bleibt bei dir, um das bisherige Vertrauensverhältnis zu deinen Kunden nicht zu gefährden. Herausfordernd wird es, wenn du bisher noch keinen festen Kundenstamm hast oder nicht in dem Bereich tätig warst. Wer allerdings bereits Kunden hat und seit längerem für sie Dienstleister ist, der kann versuchen diesen Weg zu gehen.


(4) Online Kurse anbieten: Für unabhängige Experten

Direkter Kundenkontakt wie bei Freelancern oder der Mini-Agentur ist nicht dein Ding? Du willst lieber komplett unabhängig mit dem Job reisen und nur dem Surf Forecast folgen? Dann benötigst du ein passiveres Einkommen wie es z.B. mit der Erstellung von Online Kursen möglich ist. Sie sind das, was früher die guten alten E-Books waren: Du bereitest dein profundes Wissen in einem bestimmten Gebiet als Slideshare auf (per Video konsumierbarer Text) oder stellst dich gleich selbst vor die Kamera und wirst zum digitalen Kursleiter. Sind deine Kurse erst mal online, verkaufen sie sich ohne dein Zutun und du erzielst bestenfalls langfristige Umsätze.

Online Kurse anbieten: So geht’s

Fitness-Training, Kochkurse, Sprachschule oder Life Coaching: Fast alles gibt es heute als Online Kurs oder App. Dafür musst du das Rad nicht neu erfinden: Du sparst deinen Kunden schon wertvolle Recherche-Zeit, wenn du bekannte Inhalte besonders anschaulich und strukturiert aufbereitest. Außerdem bin ich der Meinung, dass jeder irgendetwas besonders gut kann und damit in einem bestimmten Sachgebiet ein glaubwürdiger Experte ist. Warum also nicht einfach vor Kamera setzen und den Record-Button drücken? Zur Not tut es selbst ein gutes Smartphone mit Mikro! So kannst du Kurse sogar zwischen den Surf Sessions erstellen!

Mit dem Job reisen - Online Kurse

Karla beim Dreh ihrer Online Fitnesskurse am Strand (Foto: Pound Attack)

Ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis ist Fitnessfan Karla von Pound Attack, die ihrer Zielgruppe selbstgemachte Workout Tutorials anbietet. Auf ihrem Youtube-Kanal kann man gratis Videos der Sportwissenschaftlerin und Personal Trainerin ansehen und auf ihrer Website neben E-Books mit gesunden Rezepten auch Video-Kurse (z.B. die „30 Tage Speck-Weg-Kur“) erwerben. Vielleicht fällt dir passend zu deinen Fähigkeiten auch ein stimmiges Kurs-Modell ein, gerade für Surfer als Zielgruppe. Wir schauen doch ohnehin gerne Surffilme, um Dinge von anderen abzuschauen. Dieses schlummernde Potenzial zur Monetarisierung nutzt z.B. 110% Surfing Techniques, um Onlinekurse zur Verbesserung des Surfwissens und der Surf Skills zu verkaufen.

Online Kurse anbieten: Praktische Tipps

Auch für Online Kurse ist Reichweite erforderlich, allerdings muss sie nicht zwingend über einen Blog erreicht werden. Youtube ist toll, um Traffic und Follower zu bekommen. Gründe einen Youtube Channel, drehe ein paar schöne kostenlose Teaser und verweise darin auf die kostenpflichtigen Videos, mit denen du Geld verdienst. Dazu leitest du auf Plattformen wie Amazon, udacity, udemy oder den deutschen Anbieter Elopage weiter, die ein Bezahlsystem für Online Kurse oder ähnlich strukturiert aufbereitetes Wissen haben. Außerdem profitierst du von ihrer großen Reichweite. Oder du startest direkt mit Vimeo, wo du im Gegensatz zu Youtube Videos nicht nur uploaden, sondern auch verkaufen kannst. Besonders individuell ist Teachable, um z.B. Kurse auf deiner eigenen Domain anzubieten.


(5) Produkte online verkaufen: Für Geduldige mit Startkapital

Überraschung: Selbst als Händler kannst du mit dem Job reisen und deine Produkte aus der Ferne anbieten! Wir selbst verfolgen dieses Modell mit Happy Coffee,  einem Label unter dem wir ein großes Kaffeemagazin betreiben und direkt gehandelten Specialty Coffee aus verschiedenen Anbauregionen verkaufen. Das funktioniert, indem nahezu alle Teile der Wertschöpfungskette ausgelagert sind. Unser Röster importiert den Kaffee nach Hamburg, röstet ihn frisch und verpackt ihn. Dann schickt er die Kaffeepackungen ins Lager, von wo sie über Amazon oder unseren eigenen Online Shop an die Endkunden versendet werden. Dieses Business und der leckere Kaffee begleitet uns seit Jahren.

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Produkte online verkaufen: So geht’s

Bei diesem Geschäftsmodell kommt der Erfolgt nicht von alleine – es erfordert etwas mehr Zeit und Geld. Neben der Vorfinanzierung deiner Produkte musst du für Traffic sorgen. Bei Happy Coffee haben wir ihn bereits zwei Jahre vor Verkaufsstart über unser zugehöriges Online Kaffeemagazin aufgebaut. Von hier leiten wir die Besucher unseren Onlineshop weiter, den wir mit Shopify aufgesetzt haben – einem besonders anwendungsfreundlichen und funktionsstarken Shopsystem. Außerdem verkaufen wir über Amazon, damit hat alles angefangen.

Generell ist Amazon ein Trendthema! Es gibt Online Unternehmer, die über den weltweit größten Marktplatz nach nur 5 Monaten einen Gewinn von 1.000 Euro pro Tag verdienen. Kein Wunder, Amazon ist eine riesige und sehr schnell wachsende Produktsuchmaschine, auf der sich zahlungswillige Kunden geradezu tummeln. Wir bekommen über Amazon auch die Kaffeekunden, die unser Blogmagazin noch nicht kennen. Wer hier mit seinem Produkt eine gute Platzierung hinlegt, kann schon nach kurzer Zeit gut davon leben und seinen Handel direkt vom Surfspot aus betreiben. Das geht mit ein paar Kniffen, die dir z.B. in diesem Kurs beigebracht werden.

Produkte online verkaufen: Praktische Tipps

Ein Produkt zu verkaufen erfordert ausgiebige Recherche, wenn es richtig gut werden soll. Man sollte man sich eine Produktnische suchen, die noch nicht komplett besetzt ist, Raum für dein Produkt lässt und eine attraktive Marge hat. Mit Private Label Journey  gibt es sogar Facebook-Gruppen zum Thema Amazon-Business, in denen sich Unternehmer über Ideen und Probleme austauschen sowie einander Tipps geben. Allerdings empfehle ich, nicht alle Pferde auf Amazon zu setzen, sondern auch einen eigenen Shop zu betreiben – um sich nicht von einer Plattform anhängig zu machen.

Ansonsten ist eine gute Kalkulation alles. Wer keinen Traffic hat, muss sich die Kunden kostenpflichtig über Werbung einkaufen. Das kann teuer werden und die Gewinnmarge schwindet schnell! Außerdem lohnt es sich nicht immer, auf Billigprodukte zu setzen. Man kann zwar mittlerweile so ziemlich alles in China herstellen lassen, aber es gibt Gesetze und Ansprüche in Deutschland, die problematisch werden könnten. Mal ganz davon abgesehen, dass dir spätestens deine Kunden ein minderwertiges Produkt um die Ohren werfen werden.


(6) Software-as-a-Service (SaaS): Digitale Abos verkaufen

Richtig gut Geld verdienen und aktiv mit diesem Job reisen kannst du als Anbieter digitaler Abos, zumindest wenn diese erstmal entwickelt und etabliert sind. Leider wird das Wort „Abo“ von vielen Menschen mit der bösen „Abo-Falle“ und unkontrollierten Geldabbuchungen vom Konto assoziiert. Dabei ist ein Abo die bequemste Art des Konsums von Dingen, die man immer wieder benötigt. Bei digitalen Abos handelt es sich typischerweise um Software-as-a-Service (SaaS) Produkte, für die deine Kunden monatlich oder jährlich bezahlen. Der Reiz liegt hier ganz klar im Geschäftsmodell, denn bei den Abo-Preisen sind die Grenzen nach oben hin offen!

Mit dem Job reisen - FastBill

Mein FastBill Cofounder Rene (rechts) surft auch

Digitale Abos verkaufen: So geht’s

Zugegeben ist es nicht trivial, eine SaaS zu bauen und nicht von heute auf morgen erledigt. Zunächst musst du eine Zielgruppe suchen, die für komprimiertes Wissen in Form eines anwendungsfreundlichen Tools bereit ist, eine Nutzungs-Gebühr zu zahlen. Dann brauchst du Programmierkenntnisse, um alles umzusetzen oder fachkundige Partner. Mit FastBill habe ich eine SaaS-Buchhaltungssoftware für kleine Unternehmen mitentwickelt, die von inzwischen von vielen tausend Nutzern verwendet wird. Der Clou: Die Software ist ausschließlich über den Internet Browser bedienbar und muss nicht lokal auf dem Computer installiert werden.  So sind die Nutzer mobil und können (wie du) von überall aus damit arbeiten.

Ein anderes Beispiel ist der der E-Mail-Newsletter Dienst TheSkimm aus den USA, der jeden Morgen die wichtigsten News aus aller Welt einfach aufbereitet und den Nutzern so das Mitreden im Job erleichtert. Die Millionen Abonnenten können diesen Service auch in Form eines kostenpflichten App Abos in Anspruch nehmen. Vielleicht fällt dir ja bald ein geniales digitales Abo für Surfer ein! Erste Beispiel gibt es schon: Zum Beispiel der Forecast Service Magic Seaweed, der sich seine werbefreie App mit Langzeit Forecast bezahlen lässt. So was könnte man bestimmt auch über Whats App lösen – nur so als Idee 😉

Digitale Abos verkaufen: Praktische Tipps

Zwar kann man eine SaaS von überall aufbauen, allerdings nur schwer alleine. FastBill haben wir 2011 zu zweit und dezentral gegründet. Mit so einem Job reisen zu gehen ist gerade am Anfang schwer, wenn du allein für alles zuständig bist und am Gründungsort Pflichten wahrnehmen musst. Aber auch später gibt es Herausforderungen: Mittlerweile hat FastBill über 50 Mitarbeiter und Strukturen, die jemand führen muss. Diese Aufgabe liegt bei meinem Co-Founder Rene, der weiterhin vor Ort ist.

Eine weitere Möglichkeit ist der Aufbau einer geschlossenen Community, für die deine Nutzer monatliche Beiträge zahlen. Das ist kein Problem, wenn der Mehrwert für sie stimmt. Doch auch hier ist der Weg nicht ganz einfach, weil du zunächst Reichweite und Vertrauen aufbauen musst. Der Citizen Circle ist ein erfolgreiches Beispiel für so eine Community: Um dabei sein zu dürfen und zu lernen, wie man online gründet und digitaler Nomade wird, zahlen die Mitglieder über als 100€ im Quartal.


(7) Remote Jobs am Meer: Zwischenlösung für Angsthasen

Aufgrund des Fachkräftemangels kämpfen kleinere Unternehmen der Digitalszene gerade in Ballungsgebieten um Talente. Sie können nicht mit Gehältern wie Google, Facebook & Co. locken, aber durchaus mit Benefits wie Remote Jobs! Ob dein Schreibtisch in Deutschland, Portugal oder Frankreich steht, macht bei digitalen Jobs (z.B. Grafikdesigner, Programmierer, IT-Experte, Online Marketing Spezialist) kaum einen Unterschied: Die Zeitzone ist dieselbe, um online mit den Kollegen zu arbeiten. Und bei Bedarf bist du mit dem Flugzeug vom Meer so schnell zum Arbeitgeber gereist, als wenn du innerdeutsch mit der Bahn fährst.

Job reisen - Remote Jobs

Ein sunny Office mit Festanstellung kann eine Zwischenlösung sein

Remote Jobs am Meer: So geht’s

Attraktive Remote Jobs in der eigenen Disziplin zu finden ist nicht ganz einfach. Gute Karten hast du, wenn du schon länger digital in einem Unternehmen arbeitest, und dein Chef erfolgreiche Unternehmen wie Buffer aus den USA kennt: Die kommen ganz ohne festes Büro aus, denn die über 100 Mitarbeiter arbeiten remote in 20 verschiedenen Ländern. Du könntest vorschlagen, deinen Job versuchsweise für eine befristete Zeit remote zu erledigen, oder vielleicht sogar auf Geld verzichten, um deinen Arbeitsplatz dafür selbst zu bestimmen. So würdest du weiterhin ein „sicheres“ festes Gehalt verdienen und wärst angestellt, aber eben mit mehr Freiheit. Das sind doch prima Argumente für das nächste Feedback-Gespräch!

Ansonsten kannst du dir natürlich auch einen neuen ortsunabhängigen Schreibtisch suchen. Es gibt zwar Plattformen wie DNX Jobs, wo manchmal Remote Jobs ausgeschrieben werden, doch das ist Glückssache. Bist du hingegen ein Experte in deinem Bereich und hast in der Digitalszene einen Namen, dann sprich doch ein Unternehmen deiner Wahl gezielt an! Der Deal: Du bietest deine Expertise, darfst aber an deinem Wunschort arbeiten. Alternativ könntest du dein Wissen zum Erschließen eines neuen und interessanten Marktes als Country Manager einbringen. Natürlich sollte es vor Ort für dich Wellen geben – logisch 😉

Remote Jobs am Meer: Praktische Tipps

Ein Remote Job ist eine prima Zwischenlösung, wenn dir die Selbstständigkeit noch zu viel angstmacht und du einfach näher am Meer sein willst. Ein ähnliches Sicherheitsgefühl bieten Entsendungen ins Ausland. Sei dir aber der Tatsache bewusst, dass deine Freiheit nach wie vor eingeschränkt ist: Dein Arbeitgeber kann dir den Remote-Status jederzeit entziehen oder dich von der Entsendung aus dem Ausland zurückholen! Du bleibst von ihm abhängig. Selbst wenn du dich im Ausland anstellen lässt, bist du an einen Ort gefesselt und kannst nicht wirklich mit dem Job reisen, wie du es gerne willst. Das geht besser mit den genannten Jobvarianten 1 bis 6!

Mit dem Job reisen - digitale Nomaden

Sieht besser aus, als es ist: Eine Klippe ist kein guter Schreibtisch 😉


3. Mit dem Job reisen funktioniert – wenn du mutig bist!

Eine 4-Stunden-Arbeitswoche ist ein Luftschloss und mit den vorgestellten Jobs für digitale Surfnomaden wirst du nicht sofort Millionär. Darum geht’s ja auch nicht! Mein Ziel war nie, weniger zu arbeiten, sondern einfach ortsunabhängig. Nach 7 produktiven Arbeitsstunden klappe ich den Rechner zu und kann von meinem Office am Meer direkt für eine Surfsession ins Wasser. Und damit ist das Ziel ja schon erreicht, oder? Außerdem kann ich gut mit meinem Job reisen und selbst „normale“ Urlaubstage weiterhin einlegen. So ganz anders ist das Leben als digitaler Surfnomade also gar nicht, sondern einfach nur etwas freier.

Es gibt eine Menge Möglichkeiten, online Geld zu verdienen. Weitere Online Geschäftsmodelle findest du z.B. in diesem Beitrag. Natürlich gehört Arbeit, Geduld und manchmal ein wenig Startkapital dazu. Wer mit seinem Job reisen will, der muss ihn sich eben selbst gestalten. Es dauert etwas, die nötige Reichweite und Expertise aufzubauen. Das Gute ist aber, dass du fast alle genannten Job-Optionen nebenbei starten kannst und wenig Risiko hast. Warum also nicht einfach mal loslegen?

Hast du es schon geschafft, mit deinem Job reisen zu gehen? Oder bist du noch landlocked und arbeitest an einer Variante, die dich ans Meer bringt? Vielleicht reichen dir auch Surfurlaube aus? Verrate uns deine Meinung in den Kommentaren!

5 comments

GOLFCLUB SZENE 13. Januar 2016 - 22:17

Hi Christian, gute Auflistung der unterschiedlichen Job-Möglichkeiten.
Ich
habe mich zusätzlich für einen Affiliate Shop http://golfclub-szene.de/
für Golfoutfits, Reisen und Mitgliedschaften entschieden. Wie du schon
sagst, man muss einfach mal anfangen. Enstanden ist das ganze ebenfalls
aus einem Blog. Fürs Reisen reicht das ganze noch, aber warten wir mal
ab, wo das ganze noch hingeht.
Beste Grüße, Jan

Reply
Eva 1. Februar 2019 - 10:16

Hallo, mich würde interessieren, wie das Ganze steuerlich funktioniert – neulich hat mich ein Freund gewarnt, dass es faktisch illegal sei, ohne Arbeitserlaubnis in einem anderen Land (selbst online) Geld zu verdienen. Selbst im Urlaub, wenn man für seinen Arbeitgeber/Kunden im Heimatland tätig ist.

Reply
Christian 1. Februar 2019 - 14:11

Hi Eva,
ob du in einem Land arbeiten darfst, hängt von vielen Faktoren ab. In der EU z.B. ist das mit einem EU Pass i.d.R. kein Problem (also nicht illegal). Ausserhalb hängt es vom Visum ab. Als Tourist darf man formell gesehen z.B. nicht in Thailand oder auf Bali einfach so arbeiten. Ich habe auch schon von Razzien in Co-Working Spaces gehört, bei denen dann aber alle Befragten nur „E-Mails an Mutti“ geschrieben haben.

Wo du hingegen deine Steuern abführen musst, hängt noch von viel mehr Faktoren ab, z.B. wo dein Lebensmittelpunkt ist, wo dein Unternehmen ist, in welchem Land deine Kunden sind und welche Art von Produkte du verkaufst. Steuerlich kann (und darf) ich dich daher leider nicht beraten. Ich empfehle dir neben einem Gespräch mit einem Steuerberater aber z.B. auch mal bei den Blogs wirelesslife.de und staatenlos.ch vorbeizuschauen, die zu diesen Themen viele wertvolle Infos gesammelt haben.
Ich hoffe das hilft dir weiter.
Viele Grüße
Christian

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Surfurlaub mit dem Camper: Die schönsten Ziele in Europa!Paul Camper Magazin 23. April 2020 - 13:29

[…] wir sind Heidi und Christian von meerdavon! Als digitale Nomaden nehmen wir unser Online-Business mit in den Surfurlaub, um an verschiedenen Orten zu leben und […]

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Surfurlaub mit dem Camper: Die schönsten Ziele in Europa! 14. Januar 2022 - 13:28

[…] wir sind Heidi und Christian von meerdavon! Als digitale Nomaden nehmen wir unser Online-Business mit in den Surfurlaub, um an verschiedenen Orten zu leben und […]

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