Red Island: Surfen bis zum Umfallen & Chillen auf der Insel Java

by Heidi

Die Insel Java ist neben Sumatra, Borneo und Sulawesi eine der großen Hauptinseln von Indonesien, an denen das Auge auf der Landkarte sofort hängenbleibt. Trotzdem war Java für mich lange Zeit nicht mehr als Heimat der Hauptstadt Jakarta, wo man unterwegs zum Surfen nach Bali manchmal zwischenlandet. Doch das wunderschöne Indonesien auf das touristischste aller Ziele zu reduzieren ist ein Fehler! Denn man verpasst eine ganze Menge. Ich stand lange auf Balis Hipster-Ort Canggu, Heimat unzähliger digitaler Nomaden, Yogis und Surfer aus aller Welt. Bis er vor Leuten überquoll und immer neue Hotelbunker entstanden, wo früher grüne Reisfelder waren.

Dieses Bali war nicht das das authentische Indonesien meiner Träume. Und mit 80 Leuten im Line Up machte Surfen wirklich keinen Spaß mehr. Auf der Suche nach alternativen Surfzielen in Indonesien rückte die Insel Java, genauer gesagt Ost Java, in mein Visier. Direkt neben Bali gelegen sollte es ursprünglicher und vom Tourismus noch unverdorben sein. Besonders Red Island lockte mit leeren Wellen und einem hübschen kleinen Surfcamp – dem einzigen weit und breit. Lies hier, ob Ost Java meine Erwartungen erfüllt hat und ob sich der Weg dahin zum Surfen lohnt!

1. Red Island aka Pulau Merah: Eindrücke von der Insel Java

Gigantisch! Das fasst die Insel Java wohl am besten zusammen. Über die Hälfte der gesamten Bevölkerung Indonesiens lebt auf Java, es gibt mehrere Provinzen und Tausende Kilometer Küstenlinie. Davon ist der Großteil noch relativ unerschlossenes Terrain, was das Surferherz natürlich höherschlagen lässt. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass nicht in allen Regionen die beste Infrastruktur vorhanden ist und Reisen mühsam sein kann.

Es ist also eine gute Idee, sich beim Besuch der Insel Java für eine Gegend zu entscheiden. Stöbert man im Stormrider Surfguide, fallen als interessante Surf Regionen zum Beispiel Cimaja (West Java), Batu Karas (Central Java) oder G-Land (Ost Java) ins Auge. Ebenfalls bekannt als Jawa Timur, hat Ost Java gewisse Vorzüge: Surf Spots für verschiedene Level, relativ gut erreichbar und absolute Ruhe zum Relaxen. Perfekt für alle, die z.B. eine kleine Auszeit von Bali benötigen.

Außer ein paar Warungs lenkt dich in Pulau Merah nichts vom Surfen ab!

Außer ein paar Warungs lenkt dich in Pulau Merah nichts vom Surfen ab!

1.1 Attraktionen: Der Strand und du selbst

Beim Stöbern im Internet stieß ich auf den verschlafenen Ort Pulau Merah, was übersetzt soviel wie Red Island bedeutet, und das dort ansässige Red Island Surfcamp. Auf den Bildern sah es paradiesisch aus: Grün, ruhig und menschenleer! Ich überlegte nicht lang und buchte mich zwei Wochen ein. Allerdings schien niemand aus meinem Bekanntenkreis damit etwas anfangen zu können: G-Land, der Barrel-Spot aus Surf Filmen wie Endless Summer, war vielen ein Begriff. Aber Pulau Merah bzw. Red Island? Nie gehört.

Das kleine Dörfchen verdankt seinen Namen einer markanten Felseninsel, die majestätisch aus dem Meer herausragt, und den spektakulären Farben des Sonnenuntergangs. Tatsächlich sind die Felseninsel und der lange Sandstrand bereits die Hauptattraktionen von Red Island. Außer ein paar Warungs, einem Tempel und einer Moschee gibt es nicht viel. In dem muslimisch geprägten Ort schallert regelmäßig der Muezzin, Ausgehen beschränkt sich auf eine frische Kokosnuss oder selbstgebrannten Schnaps am Strand, und Surfen ist die beste Freizeitbeschäftigung.

Pulau Merah Beach: (1) Leere Wellen, (2) Mein Buddy beim Spot Check, (3) Bunte Fischerboote

Da sich nur wenige und meist indonesische Touristen nach Pulau Merah verirren, fällt man als Europäer schnell auf. Trotz Sprachbarrieren begrüßen dich die Javanesen sehr freundlich, wollen mehr über dich erfahren und bieten dir Snacks an. Du selbst bist ein beliebtes Foto-Motiv aller Locals und man kommt leicht ins Gespräch. Und nach ein paar Tagen Surfen kennt und begrüßt dich im Line Up jeder!

1.2 Surf Vibes: Fun mit den Red Island Boys

In der langen sandigen Bucht von Pulau Merah gibt es viele Peaks. Das Surfgeschehen spielt sich aber meistens in der Nähe des großen Felsens ab, wo die besten Wellen laufen. Hier trifft sich die lokale und extrem freundliche Surfer Community: Kleine Schuljungen, Teenies mit wilden Haircuts sowie surfverrückte Onkel, Väter und Fischer. Dazwischen gelegentlich ein Aussteiger aus Europa oder ein Tourist, der auf die Insel Java und irgendwie nach Red Island gefunden hat. Touristenscharen? Fehlanzeige. Nur wenn das Red Island Surfcamp eine Gruppe an Surfanfängern beherbergt, ist im Weißwasser für 2 Stunden mal so richtig was los.

Klein, aber oho! Die Red Island Boys sind echte Spaßkanonen

Klein, aber oho! Die Red Island Boys sind echte Spaßkanonen

Ansonsten sind nur Local Boys im Wasser, die für jede Menge Spaß sorgen! Wie der 7-Jährige Ray, der erstaunlich gut Englisch spricht und noch besser surft. Sein Onkel Made, dem der lokale Surfboard-Verleih gehört und der trotz Waschbärbauch auf dem Longboard tanzt wie eine Gazelle. Die Little Rippers, die dir grinsend reindroppen und eine Ladung Spray ins Gesicht hauen. Oder urlaubende Surflehrer aus Bali. In Pulau Merah teilt man Wellen, feuert sich gegenseitig an und albert an kleinen Tagen gnadenlos herum. Kopfstand auf dem Surfboard, Surfen zu Dritt oder Paddeljagd inklusive!

1.3 Surfzubehör: Lieber mitbringen!

Es ein Surfcamp in Red Island und den ein oder anderen privaten Guide (siehe unten), der dir Surf Equipment klar macht. Free Surfer finden einen kleinen Surfboard-Verleih genau am Strand, aber die Bretter sind sehr alt und die Auswahl ist begrenzt. Außerdem rocken die kleinen Locals auf den wenigen verfügbaren Planken in ihrer Freizeit. Falls du also ein Surfbrett hast, bring es mit! Etwas mit Volumen kann in Red Island nicht schaden, für die knackigeren Spots in der Umgebung darf es auch ein Shortboard sein. Ebenfalls ins Gepäck gehört ordentlich Wachs, eine Ersatz-Leash und vielleicht noch ein Set Finnen – denn als ich dort war, gab es meilenweit keinen Surfshop.

Red Island - Surfboard Verleih

Keine Sorge, dieses Brett wird zum X-ten mal geklebt und weiter gesurft

Übrigens ist Surfen im Bikini oder Badeanzug in der überwiegend muslimisch geprägten Gegend in Ordnung, so lange du nicht damit am Strand oder im Dorf spazieren gehst. Boardshorts und Surf Bikini im Gepäck gehen also klar. Auf dem kurzen Weg zum Spot kann man z.B. ein Shirt oder einen Beach Kimono überwerfen, und zusammen mit den Flipflops am Beach liegen lassen. Die kommen nicht weg – besorgte Locals werden sie bei nahender Flut höchstens etwas weiter gen Ufer räumen 😉


2. Surf Spots in Ost Java: So sind die Wellen

In Ost Java kann man ganzjährig surfen, wobei die größten Wellen zwischen Mai und August auf die Küste knallen. Im Durchschnitt kann man dann mit 7 Fuß Swell und einer ordentlichen Wellenperiode rechnen. In den anderen Monaten sind die Wellen zwar etwas weniger konsistent und meistens kleiner, dafür gibt es aber gelegentlich Offshore-Wind. Ich war im Dezember in Pulau Merah und hatte in 2 Wochen von allem etwas: Überkopfhohe glassy Wellen als auch hüfthohe Fun Waves. Und das beste: Da Off-Season war, konnte ich den Surf sehr oft allein bzw. nur mit den netten Locals genießen.

2.1 Surf Spot in Pulau Merah (Red Island)

Pulau Merah ist ein Beach Break, der aufgrund der Sandbänke jeden Tag etwas anders aussieht. Surfen kann man diesen A-Frame fast immer, da die Bucht relativ windgeschützt ist und bei 2 Fuß bis 8 Fuß gute Wellen produziert. Vom Strand aus gesehen liegt der Main Spot rechts von der Felseninsel, wo man mit ein paar Steinen im Wasser rechnen muss. Er ist bei allen Tiden surfbar, am besten bei Mid Tide. Achtung: Bei größerem Swell und High Tide ist die Strömung sehr stark. Und nicht links vom Felsen surfen, dort ist es zu steinig und flach!

Surfen in Pulau Merah (Red Island): (1) Weg zum Spot, (2) Kleine Fun Waves, (3) Buddy Mul bei der Abend-Session

2.2 Surf Spots von G-Land

G-Land, kurz für Grajagan, ist der bekannteste Surf Spot auf der Insel Java und einer der besten Lefthander der Welt! An diesem Point Break trifft extrem tiefes Wasser auf flaches Lava-Riff und produziert schnelle Barrels. Es gibt mehrere Sections (Kong, Money Trees, Speedys und Launch Pad), die allesamt anspruchsvoll sind. Am konsistentesten ist G-Land in der Trockenzeit zwischen Mai und Oktober. Dann haben die ansässigen Surfcamps geöffnet und die internationale Surf-Elite rückt an. In der Off Season zur Regenzeit braucht man Glück – im Dezember hatte ich leider keins. Aber wenn der Wind mitmacht, können sich Intermediates an G-Land und den dann kleineren Wellen versuchen! Achtung: Der Weg nach G-Land ist nicht ganz einfach. Entweder braucht man für das letzte Stück ein Boot oder einen Jeep mit Allradantrieb. Außerdem empfehlen die dortigen Surfcamps wegen dem scharfen Riff Booties sowie eventuell einen Surf-Helm.

Boiiiing! Local-Hero Mul wird in G-Land ausgespuckt

Boiiiing! Local-Hero Mul wird in G-Land ausgespuckt

Tiger Tracks ist ein etwa eine Stunde von G-Land entfernter Reef-Break, der bei ähnlichen Bedingungen läuft. Die Wellen sind hier ebenfalls anspruchsvoll, aber etwas sanfter und kleiner. Eigentlich sind es zwei Spots (Tiger Tracks Left und Tiger Tracks Right), die am besten kurz vor bis kurz nach Hightide laufen.

Etwa 20-Minuten Fußmarsch von den G-Land Surfcamps entfernt liegt 20/20’s. Der Reefbreak bietet einen etwas kleineren, langsamen Lefthander über flachem Riff und einen hohlen Righthander über dem sandigen Channel. Meistens leerer als G-Land und eine gute Option, wenn es dort viel zu groß ist.

Natürlich gibt es in der Umgebung von Pulau Merah und G-Land weitere Secret Spots. Frag einfach mal bei Locals nach, die du z.B. im Line Up oder im Surfcamp kennenlernst!


3. Wohnen in Pulau Merah: Surfcamp oder Homestay?

Auf der Insel Java ist der Surf-Tourismus bei Weitem nicht mit Bali zu vergleichen. Neben ein paar Homestays gibt es im östlichen Jawa Timur nur eine Handvoll Surfcamps, wovon die meisten bei G-Land angesiedelt sind. Im kleinen Örtchen Pulau Merah ist das Red Island Surfcamp alleiniger Platzhirsch. Meine Wahl, da ich das Rundum-Sorglos-Paket wollte.

3.1 Red Island Surfcamp

Das Red Island Surfcamp liegt in einem grünen, von Palmen umsäumten Garten und besteht aus ein paar Bambushäusern, einem Open Air Aufenthaltsbereich und einem Pool. Wir hatten uns für einen Bambus Bungalow mit großer Chill-Terrasse entschieden, alternativ gibt es günstigere Doppel- und Mehrbettzimmer. Im Preis enthalten sind drei landestypische Mahlzeiten pro Tag – bei mir gab’s meistens Mie oder Nasi Goreng, Soto Ayam, Sate-Spieße oder Beef Rendang. Typisch indonesische Gerichte, die papp-satt machen und Kraft zum surfen geben 😉

Red Island Surfcamp: (1) Der grüne Garten, (2) Privater Bambus-Bungalow, (3) Surfboards & Aufenthaltsbereich, (4) Pool

Obwohl die Unterkunft einfach ist, fühlten wir uns im Red Island Surfcamp sehr wohl. Von der Camp-Tür aus kannst du das Meer sehen und innerhalb von 5 Minuten zum Spot laufen. Dort findest du meistens leere Wellen und wirst soviel surfen wie nie! Das Camp-Team ist nett und macht gern das Line Up zusammen unsicher. Für Anfänger gibt es Kurse am Beach inklusive Leihmaterial und für Fortgeschrittene sogar Trips nach G-Land, wenn die Bedingungen stimmen. Unerwartete Überraschung: Schnelles und stabiles WiFi, mit dem man sogar arbeiten kann.

Hinweis: Das Red Island Surfcamp ist das einzige Camp vor Ort und kostet nicht gerade wenig. Gleichzeitig ist der Standard einfach und nicht mit Surfcamps in Europa oder auf Bali zu vergleichen. Wir waren in der Nebensaison (November) fast die ganze Zeit allein dort, zur Hauptsaison (Mai – September) kann es voller werden. Der Anbieter Mojo Surf bringt in regelmäßigen Abständen größere Reisegruppen für 3-Tages-Touren hierher, die – wie in Surfcamps typisch – auch gerne mal feiern.

Red Island Surfcamp - Work

Mein Bambus-Hütten Büro mit echt gutem Wifi

3.2 Weitere Unterkunftsmöglichkeiten

Alternativ kannst du in Pulau Merah auch privat wohnen und in einem günstigen Home Stay unterkommen. Die Red Island Bungalows liegen genau neben dem Camp – dort war eine Freundin und fand es in Ordnung. Achte bei der Wahl des Home Stays unbedingt darauf, ob es mitten im Dorf liegt oder direkt am Strand. Das The Wisma ist beispielsweise nur eine Minute vom Beach entfernt.

Mittlerweile gibt es übrigens auch private Surflehrer in Red Island: Zum Beispiel die Surfschule Repeat Surf von Taka oder Surfguiding von unserem Buddy Mas Mul. Hinter beiden Angeboten stecken ehemalige Mitarbeiter vom Red Island Surfcamp, die für das nötige Material sorgen und die Spots in der Umgebung sehr gut kennen. Falls du sie triffst, grüß von uns!

3.3 Gut so: In Ost Java gibt’s keine Boutique-Hotels

Zumindest sind mir keine bekannt, und das finde ich auch gut so. Trotzdem will ich aus gegebenem Anlass – siehe die Kommentare anderer Surfurlauber unter diesem Text – noch einmal klar stellen: Stelle dich in Ost Java auf einen sehr einfachen Standard ein! Das heißt: Bett, Bad mit Toilette und einfacher Dusche, Ventilator. In Bambus-Hütten oder einfachen Zimmern. Kein Chi-Chi, kein durchgestyltes Wohnkonzept, keine Annehmlichkeiten wie in Sterne-Hotels. Du wirst relativ wenig für’s Wohnen zahlen, aber eben auch Basic leben!

Für solche Teile Indonesiens, in denen es noch keinen Massentourismus gibt, ist das normal. Wer mehr Luxus (und dafür auch mehr Leute) will, ist auf Lombok oder auf Bali besser aufgehoben! In Ost-Java freust du dich über kleine Dinge, wie eine gute Surf-Session und frisches Obst. Und wenn der Papa nebenan morgens schon seine Anlage aufdreht, weil er stolz auf das Teil ist und als einer der wenigen in der Nachbarschaft so ein Teil hat und präsentieren will, dann wippt man am besten im Takt mit.

Red Island surfen - Obst

Drachenfrucht zum Frühstück: Wer braucht mehr?!


4. Ausflug Tipps: Was du in Ost Java noch erleben kannst

Wenn du schon mal auf der Insel Java bist, willst du noch ein bisschen mehr erleben? Kein Problem, Jawa Timur hat wirklich einige Naturspektakel zu bieten!

4.1 Ost Java für Wanderfreunde

Eine Tour zum Mount Bromo, einem der aktivsten und am besten erschlossendsten Vulkane Indonesiens, ist ein Klassiker. Die Kraterlandschaft und das Sandmeer im Bromo-Tengger-Semeru-Nationalpark erinnern an den Mond. Hauptattraktion ist der Vulkan-Aufstieg, um von Kraterrand den Sonnenaufgang zu genießen. Dafür werden viele Touristen von Pauschalanbietern mit Bussen angekarrt. Es funktioniert aber auch auf eigene Faust, wie du hier nachlesen kannst.

Ebenfalls beliebt ist ein Besuch vom Ijen Krater mit seinem Kratersee Kawah Ijen, bekannt als größtes Säurefass der Welt. In der ganzen Gegen wird Schwefel abgebaut und es wabern Sulfit-Wolken umher, weswegen man beim nächtlichen Aufstieg mit Gasmasken ausgestattet wird. Oben wartet, was den Ijen so speziell macht: Das blaue Feuer! Es entsteht durch Schwefelgase, die sich an der Luft entzünden. Ein buchstäblich atemberaubendes Abenteuer!

4.2 Ost Java für Beach Lover

Sundowner-Gucken ist nach dem Surfen die größte Attraktion in Pulau Merah. Sobald der Abendhimmel zu leuchten beginnt, schnapp dir ein Bierchen und renne zum Beach! Manchmal ist das Farbspektakel so unglaublich, dass man sich fühlt wie in einem krassen Instagram-Filter.

Dieser Moment, wenn der Abendhimmel solche Farben annimmt... #nofilter

Dieser Moment, wenn der Abendhimmel solche Farben annimmt… #nofilter

Nicht weit von Pulau Merah entfernt ist der Sukamade Turtle Beach im Meru Betiri National Park. Von November bis März pilgern hier große Seeschildkröten hin, um im Mondschein ihre Eier abzulegen. Abends kann man sie beobachten und schlüpfende Mini-Schildis bestaunen. Am besten plant man eine Übernachtung vor Ort ein. Bei der Anfahrt kommt man unterwegs am malerischen Hijau Beach in der Green Bay vorbei.

Einer der schönsten Strände zum Entspannen und Schnorcheln ist Wedi Ireng! Das türkisblaue Wasser, der weiße Sand und der grüne Dschungel sind ein Traum. Klasse zum Entspannen und Schnorcheln. Von Pulau Merah ist man in 40 Minuten zu Fuß oder 2 Minuten per Boot da.

4.2 Ost Java für Kaffee Nerds

In der Heimat des berühmten Java-Kaffees kann man mehr über dessen Anbaubedingungen erfahren und Kaffeeplantagen besuchen. Allein in Jawa Timur gibt es unzählige davon! Allerdings findet man darüber online kaum Infos, da Kaffee-Tourismus hier noch ein Fremdwort ist. Fragt Locals, wo es Plantagen gibt. Und nehmt jemanden zum Übersetzen mit, da kaum jemand vor Ort Englisch spricht!

Die Insel Java ist ein Kaffee-Mekka, wie hier auf der Gumitir Plantage

Die Insel Java ist ein Kaffee-Mekka, wie hier auf der Gumitir Plantage

Auf einen Tipp hin verschlug es uns zur Gumitir Plantage in Jember, wo neben Kaffee auch Kakao und Papaya wachsen. Dort ist in der Architektur und den Maschinen immer noch der Einfluss der Holländer zu spüren, die den Kaffeeanbau nach Java brachten. Ebenfalls schön soll Kalibendo in der Nähe vom Ijen Krater sein. In der fruchtbaren Gegend kann man durch den grünen Dschungel vorbei an einen Wasserfall spazieren und  Kaffee-, Gummi- und Nelkenplantagen bewundern.


5. Anreise nach Ost Java: So kommst du nach Pulau Merah

Viele Leute, die etwas Abwechslung von Bali brauchen, reisen auf die Gilis oder Nusa Lembogan. Früher hatte man dort vielleicht noch seine Ruhe, aber diese Zeiten sind vorbei. Ost Java ist fast genauso schnell erreicht, aber (zum Glück) wesentlich unbeliebter: Fans von schicken Unterkünften, fetten Parties oder aufgemotzten Touristen-Attraktionen sind hier fehl am Platz. Stattdessen findet man ein Stück vom wahren Indonesien, ohne Schnörkel und westlichen Klimbim.

5.1 Anreise mit Auto und Fähre über Bali

Von Bali aus kommt man nach Jawa Timur am bequemsten mit einem Fahrer. Bei unserer Anreise kümmerte sich das Red Island Surfcamp in Pulau Merah darum; es gibt aber ebenfalls genügend private Anbieter. Mit dem Auto und fetter Boardbag auf dem Dach fuhren wir von Canggu gen Westen, vorbei am Surf Spot Medewi – dem längsten Lefthander auf Bali. Falls ihr auf dem Weg zur Insel Java dort vorbeikommt, plant unbedingt eine Surf Session ein!

Am westlichen Zipfel von Bali kommt man in Gilimanuk an, wo die Fähre nach Java übersetzt. Die Überfahrt ist ein kleines Abenteuer und schon auf dem Schiff werden euch Locals mit viel Neugier begegnen: Wer seid ihr? Wohin wollt ihr? Und posiert ihr für ein gemeinsames Foto? Mit einer ordentlichen Portion Bakso (Fleischklößchensuppe) vergeht die einstündige Fahrt bis zum Hafen Ketapang auf der Insel Java wie im Flug. Von dort aus fährt man nochmal 2,5 Stunden, bis man Pulau Merah erreicht.

Anreise per Fähre: (1) Ausblick auf hoher See, (2) Bakso-Verkäuferinnen an Bord, (3) Entladen an Land

Hinweis: Wir haben für diese Option der Anreise von Canggu (Bali) nach Pulau Merah auf der Insel Java etwa 7 Stunden gebraucht. Und keine Angst: Die Fähren sind groß und für indonesische Verhältnisse in einem super Zustand!

5.2 Direkte Anreise mit dem Flugzeug

Man kann ebenfalls direkt nach Jawa Timur reisen. Denn die Insel Java hat neben Jakarta weitere Mega-Airports, von denen man als Indonesien-Neuling wahrscheinlich noch nie etwas gehört hat. Vom internationalen Flughafen Surabaya erreicht man nach einem kurzen Inlandsflug den Airport Blimbingsari in Banyuwangi, einer größeren Provinz in Ost Java. Von dort aus fährt man nur noch eine Stunde mit dem Auto bis Pulau Merah.

Achtung: Der Blimbingsari Airport ist winzig und bei der Flugsuche in keinem Online-Portal zu finden. Man kann z.B. über Garuda Indonesia einen Flug buchen. Bei unserer Abreise wurde ein sehr kleines Flugzeug eingesetzt und unsere große Boardbag wurde zum Problem. Sie kam nur mit an Bord, weil unser Local Buddy einen Deal mit dem Bodenpersonal aushandelte. Die Anreise mit Auto und Fähre ist der angenehmere Weg und wesentlich günstiger!

Red Island Java AirportDer winzige Blimbingsari Airport (Gedung Terminal Lama Bandara Blimbingsari 2016 by Hernawan Widhi, CC BY 2.0)

Damit die Anreise und das Reisen leichter wird, habe ich eine interaktive Google Map über Red Island erstellt. Darin findest du alle genannten Surf Spots, Sehenswürdigkeiten und Orientierungspunkte.


Die Insel Java ist wunderschön und wird dich verzaubern!

Obwohl ich mit der Gegend um Pulau Merah nur einen kleinen Teil von der Insel Java sehen konnte, bin ich angefixt. Selten habe ich so nah am Surf Spot gewohnt und konnte so viel Zeit mit einer Handvoll herzlicher Menschen in den Wellen verbringen! Wer mit diesem Anspruch herkommt und keinen Luxus braucht bzw. mt den absoluten Basics auskommst, der wird eine fantastische Zeit haben.

Nach der Zeit in Pulau Merah wollte ich unbedingt mehr vom ursprünglichen Indonesien sehen. Bei der zweiten Tour auf die Insel hatte es mich nach West Java verschlagen – mine Eindrücke dazu kannst du hier nachlesen. Wo ist dein liebster Ort in Indonesien? Hast du weitere Tipps für mich? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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9 comments

Steven 25. März 2017 - 7:07

„Besonders Red Island lockte mit leeren Wellen und einem hübschen kleinen Surfcamp – dem einzigen weit und breit. Lies hier, ob Ost Java meine Erwartungen erfüllt hat und ob sich der Weg dahin zum Surfen lohnt!“

Herrlich, jetzt wissen zumindest ein paar tausend Surfseelen mehr! Ob Red Island noch länger mit leeren Wellen lockt wag ich zu bezweifeln, bei all den Blogs, die ständig jede Gegend raushauen, damit auch ja jeder Contintent im SEO_Ranking abgedeckt ist.

Reply
Heidi 25. März 2017 - 10:01

Lieber Steven,

Danke für deinen Kommentar!

Ich kann verstehen, dass viele Spots immer überlaufener werden und man sich als Surfer nach leeren Wellen sehnt. Deswegen ist klar, dass echte Secrets natürlich nicht verraten werden. Red Island zähle ich aus einigen Gründen aber nicht dazu.
Punkt 1: Der Betreiber vom Red Island Surfcamp schaltet Werbung in jedem größeren Surf Magazin in Australien, und das auch nicht erst seit Kurzem. Trotzdem wird sein Camp nicht überrannt, wie man es z.B. von Bali kennt. Punkt 2: Die Locals vor Ort haben fast ganzjährig leere Warungs oder Home Stays und leben am Minimum, profitieren also von etwas mehr Tourismus. Über unseren Besuch war man zumindest sehr erfreut 😉

Insgesamt befürchte ich nicht, dass Ost Java durch meinen Artikel zum nächsten Bali wird – denn dafür gibt es dort einfach zu wenig Entertainment und westliche Infrastruktur. Das habe ich in meinem Artikel hoffentlich so rüberbringen können.

Vielleicht stimmst du mir in dem ein oder anderen Punkt ja zu…

Liebe Grüße
Heidi

Reply
Corinne 3. Juni 2017 - 13:27

Der Strand, die Wellen, das Essen – grossartig. Was das Red Island Surfcamp angeht: auf keinen Fall als Paar oder Familie ein twin-shared Bungalow buchen, die Preise können als Wucher bezeichnet werden und die Campkultur besteht aus lautem Partysound und betrunkenen Backpackergruppen. Der Staff selbst ist nicht um Freundlichkeit, Sauberkeit oder Anstand bemüht. Von dieser Unterkunft ist dringend abzuraten! Von 5 Paaren und 1 Familie die wir unterwegs oder vor Ort getroffen haben, sind ausnahmslos alle früher abgereist wegen den unzumutbaren Zuständen. Refund – no chance.

Reply
Heidi 6. Juni 2017 - 18:01

Liebe Corinne,
Vielen Dank für diesen kritischen Kommentar! Es tut mir sehr leid, dass ihr im Red Island Surfcamp so schlechte Erfahrungen machen musstet. Wir waren damals als Paar in der Neben-Saison (Dezember) dort und es war extrem ruhig. Von Party oder Lärm im Camp keine Spur, auch das Personal war damals sehr bemüht (wir hatten z.B. einen Notfalleinsatz im Krankenhaus und wurden den halben Tag von den Mitarbeitern dahin begleitet). Doch Menschen, Unterkünfte und Stimmung können sich natürlich ändern. Ich werde den Campbetreiber auch nochmal auf dein Feedback hinweisen! Für alle, die nach einer Alternative suchen: Im Beitrag habe ich für euch weitere Optionen aufgenommen.
Liebe Grüße
Heidi

Reply
Heidi 13. August 2017 - 11:08

UPDATE: Wir stehen mit dem Betreiber des Red Island Surfcamp in Kontakt. Er hat uns gegenüber versichert, dass gerade Renovierungen im Surfcamp durchgeführt werden – um den Standard zu erhöhen.

Reply
Nele 20. April 2018 - 13:59

Wir waren im April 2018 dort und wurden von den Wellen vor Ort leider bitter enttäuscht. Die Welle ist selten gut gelaufen, meistens nur close outs, und das trotz sehr gutem Swell. Verwundert hat es mich leider nicht. Im Voraus habe ich auf Bali zwar nur wenige Leute kennen gelernt, die auch schon in Pulau Merah zum Surfen waren, aber keiner hatte die Wellen gut in Erinnerung. Der Beachbreak dort scheint also sehr inkonsistent zu sein und ich würde niemanden empfehlen extra dort hinzureisen. Es sei denn man ist blutiger Anfänger (und mit Weißwasser zufrieden) oder sowieso in Ost Java unterwegs.
Schade eigentlich, denn der Ort inkl. Menschen waren wirklich absolut toll.
Zudem möchte ich ergänzen, dass es günstige und sehr komfortable Homestays im Ort gibt, die modern und westlich sind, die meisten sind eben bloß nicht im Internet präsent.

Reply
Heidi 20. April 2018 - 20:42

Liebe Nele,
Schade, dass ihr in Red Island so wenig Glück hattet! Doch es kann dir leider an jedem Spot passieren, dass es mal nicht so läuft wie gewünscht – die Natur gewinnt immer! Selbst in Indonesien… Vielleicht lag es daran, dass ihr am Ende der Regenzeit da wart oder an den Sandbänken, die in der Saison anders lagen oder wegen vieler Stürme noch nicht gesettelt waren. Wir hatten im November 2016 in Red Island gute Wellen, die keinesfalls immer Close Outs waren. Und die Nähe zu G-Land ist ebenfalls nicht zu verachten. Aber es stimmt schon, dass sich Red Island eher für einen Stopp anbietet und nicht als alleiniges Reiseziel.
Danke für dein Feedback!
Liebe Grüße
Heidi

Reply
Sarah Wolf 14. Februar 2019 - 15:12

Hi liebe Heidi,
ich plane gerade eine Reise nach Indonesien und würde super gerne von Bali aus nach Ost Java. Allerdings ist echt schwierig herauszufinden, wie man das am geschicktesten anstellt.
Mein Freund und ich hatten vor in Red Island surfen zu lernen (ursprünglich wollten wir dies in Canggu tun, doch mittlerweile bin ich eher abgeneigt, da es scheinbar sehr überlaufen sein soll).
Würdest du es kompletten Anfängern, die noch nie auf dem Board standen, empfehlen?
Sind in dem Preis vom Red Island Surfcamp Surf lessions mit inbegriffen? Und würdest du diese empfehlen?
Auf bookings kann ich das leider nicht herausfinden, da steht es nirgends.

Außerdem wäre noch interessant zu wissen: soll man lieber mit dem Bus von Bali aus hinfahren? Oder doch lieber ein Auto mieten?
Noch bin ich mir unsicher, was die schlauste Route wäre.
Meine Idee wäre: Ubud – Red Island – Mount Ijen & Bromo (einfach als Tour) – Yogyakarta

Wie kommt man denn am besten von Banyuwangi aus nach Red Island?

Sorry für die vielen Fragen, aber ich hoffe natürlich, dass du diese beantworten kannst 🙂

Liebe Grüße,
Sarah

Reply
Heidi 16. März 2019 - 21:46

Hi Sarah,

In meinem Red Island Artikel steht unten beschrieben, wie du von Bali aus nach Ost Java kommst. Von Banyuwangi aus bleibt dir eigentlich nur ein Fahrer, von einem öffentlichen Bus oder ähnlichem ist mir nichts bekannt. Auto selber mieten könntest du machen, manch einer fährt die Route sogar mit Roller und damit auf die Fähre. Oder du buchst dir einen Fahrer über die Unterkunft in Red Island, der dich sogar von Bali aus abholt.

Wenn du das Red Island Surf Camp buchst, sollten die Surfstunden mit drin sein. Ich selber habe dort aber keine genommen, da ich kein Surfanfänger mehr bin. Beim Beobachten der Lessons hatte ich einen ganz guten Eindruck. Allerdings ist das Camp dort vergleichsweise teuer und du hast wirklich nur den einen Spot zum Lernen, während du z.B. in Bali je nach Bedingungen auf verschiedene Strände ausweichen kannst. Außerdem ist es dort wegen dem großen Angebot an Schulen günstiger, und es gibt auch ein paar gute mit Zertifizierung und gutem Lehransatz. Schau dazu doch mal in meinem Bali-Artikel nach! Daher würde ich dir eher zu einem Surfkurs auf Bali raten.

Die Route würde ich entsprechend auf Ubud – Canggu oder Seminyak – Red Island – Ijen / Bromo abändern, wenn du Java und Red Island unbedingt mit machen willst.

Liebe Grüße
Heidi

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