Aloha, Hawaii: So war mein Surf Sabbatical auf Oahu und Big Island

by Alex Michel
Hawaii surfen - Oahu und Big Island

„I believe Hawaii is the most precious jewel in the world.“

Don Ho, hawaiianischer Popsänger

Hallo, ich bin Alex von surftravels.de, 36 Jahre alt und habe erst vor ein paar Jahren mit dem Surfen angefangen. Also relativ spät, wobei mir das Element Wasser dank Erfahrung im Windsurfen nicht fremd war. In meinem Leben abseits der Wellen (was leider einen Großteil einnimmt) bin ich als Berater überwiegend in Deutschland unterwegs. Zum Glück bleiben mir dank der Flexibilität meines Jobs und Arbeitgebers für den Surfsport ein paar Wochen im Jahr. Bei meinem letzten Sabbatical konnte ich mir endlich denn Traum von einem Surftrip nach Hawaii erfüllen – in die Wiege des Wellenreitens!

Jeder, der nur gelegentlich im Jahresurlaub surft, wird das Problem kennen: Du musst dich erst einmal wieder „einsurfen“ bevor du an neuen Dingen arbeiten kannst. Also kam eine längere Auszeit in Form des Sabbaticals gerade recht, um mich im Wellenreiten zu verbessern.

Sonst ist mein „Homespot“ seit letztem Jahr die künstliche Welle in Langenfeld (NRW), auf der ich zumindest an Turns arbeiten kann. Auf dem Meer bin ich häufig auf Fuerteventura anzutreffen – man ist schnell dort, selbst für nur eine Woche. Nun war dank dem Sabbatical also genug Zeit, mir entferntere Ziele wie Hawaii anzuschauen. Mein Surflevel würde ich als Intermediate mit deutlich Luft nach oben bezeichnen, und ich war gespannt, ob ich auf den berüchtigten hawaiianischen Inseln meine Wellen finden würde.

Hawaii surfen - Alex Michel
Hawaii surfen - Alex Michel
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Alex - Oahu - Haleiwa
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Hi, ich bin Alex: (1) Oft im Wetsuit, (2) Lust auf Wellen, (3) Hawaii-Traum erfüllt

Im folgenden Artikel will ich dir einen Einblick geben, was ich auf Oahu und Big Island erlebt habe – und ob sich Hawaii wirklich als mein Surfparadies entpuppt hat. Lasst euch überraschen! Und wenn dich eine ganz bestimmte Ecke interessiert, dann klick dich im folgenden Inhaltsverzeichnis direkt hin. Viel Spaß beim Lesen!

1. Hawaii: Ein paar Überlegungen vor der Abreise

Hawaii sollte Teil meines von Februar bis März 2019 geplanten Sabbaticals werden, das mich vorher nach Australien führen sollte. So viel stand zunächst fest. Allerdings wollte ich mir meine Pläne so weit wie möglich offenhalten und erst einmal nichts buchen. Ein paar grundlegende Vorüberlegungen galt es aber dennoch für Hawaii zu treffen.

1.1 Welche Inseln sollen es sein?

Zu Hawaii gehören etwa 130 Inseln, von denen aber nur sehr wenige erschlossen sind. Zu den am dichtesten besiedelten und bekanntesten zählen Kauai, Oahu, Molakai, Lanai, Maui und Big Island (Hawaii). Von jenen sechs Inseln haben alle einen Airport, was Besucher wie mich natürlich zum Insel Hopping einlädt. Um genug Eindrücke zu sammeln und nicht ständig auf Achse zu sein macht es Sinn, sich auf ausgewählte Inseln zu beschränken – gerade wenn die Reisezeit knapp ist.

Ich beschäftigte mich erst in Australien mit den Inseln von Hawaii, als mein Sabbatical schon lief. Für die meiste Recherche nutzte ich übrigens den Lonely Planet, der wirklich gut ist. Auf meine Liste schafften es Oahu, Hawai‘i (Big Island) und Kauai: Gut 3 Wochen und 3 Inseln hörte sich zunächst nach einem guten Plan an. Wieso gerade diese Wahl? Oahu gehörte mit der North Shore zu meinen Must See’s. Dort wollte ich selbst surfen und mir Surfspots wie Pipeline, Sunset und Co. aus der Nähe anschauen. Big Island (Hawai‘i) zog mich wegen der Vulkanlandschaft an und Kauai, weil es mit atemberaubenden Stränden die Schönste der hawaiianischen Inseln sein sollte.

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Hawaii - Inseln
Kauai
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Meine ursprüngliche Inselauswahl: (1) Oahu, (2) Big Island, (3) Kauai

Es kam dann leider doch anders, als ich die Preise für die Unterkünfte auf Kauai sah: In dem geplanten Zeitraum gab es weder auf AirBnB noch Booking.com etwas für unter 150$ pro Nacht. Hawaii sollte mein Budget für mein Sabbatical aber nicht sprengen. Alternativ war mir Maui wegen der Wandertrails und Küstenlandschaft ins Auge gefallen, und weil sich diese Insel auch für ein Windsurf-Abenteuer eignen sollte. Letztlich wurde auch daraus nichts – es blieb für mich bei Oahu und Big Island.

1.2 Reisezeit für Hawaii

In Hawaii herrscht durchgehend warmes, tropisches Klima. Damit bietet sich als Reisezeit eigentlich das ganze Jahr an. Aus Surfersicht ist die Chance auf Wellen sicherlich im Winter am höchsten – egal ob zum Zuschauen oder zum selber surfen. Denn dann rollen laut Magic Seaweed die grossen Swells aus Nord und Nordwest an, und treffen auf die hawaiianischen Inseln. In der Zeit lohnt sich z.B. besonders die North Shore von Oahu. Im Sommer hat man dann Richtung Süden etwas mehr Wellengarantie (auf Oahu z.B. Honolulu-Waikiki), vor allem bei selteneren südlichen Swells.

Allerdings „ticken“ die einzelnen Inseln von Hawaii surftechnisch alle ein wenig anders: Maui liegt beispielsweise etwas im Swellschatten von Oahu und den kleineren benachbarten Inseln, und braucht daher grössere Swells für ordentlich Welle. Gleichzeitig ist Maui genau wie Big Island dem Wind stärker ausgesetzt. Daher lohnt sich der Blick auf einschlägige Plattformen, in den Stormrider Guide Hawaii und – vor dem Surfausflug vor Ort – in Online Forecasts.

Hawaii surfen - Reisezeit

1.3 Flug nach Hawaii

Erster Stopp meines Sabbaticals sollte Australien sein. Das führte dazu, dass ich zumindest den Flug nach Hawaii buchen musste, da man nach Australien nicht einreisen darf, ohne einen Rück- bzw. Weiterflug vorweisen zu können. Also buchte ich mir ein Ticket nach Oahu mit Jetstar. Bei einem Preis für knapp 300 Euro von Melbourne nach Oahu konnte ich nichts falsch machen, zumal das Surfgepäck und freie Platzwahl inklusive waren. Wer ebenfalls einen längeren Trip oder gar eine Weltreise über Australien vorhat, kann sich auf günstige Flugpreise freuen.

Für die Einreise nach Hawaii als Tourist gelten die gleichen Regeln wie überall sonst in den USA: Du musst rechtzeitig online ein ESTA beantragen. Dann darfst du mit dem gültigen Reisepass einreisen und max. 90 Tage bleiben. Zudem wird auch hier ein Weiter- oder Rückflug benötigt, der nicht in Kanada, Mexiko oder der Karibik endet.

Wer ab Deutschland nach Hawaii fliegen will, bekommt Hin- und Rückflug z.B. ab Frankfurt nach Honolulu ab etwa 650 Euro. Unbedingt nach Schnäppchen Ausschau halten und wie bei den Airlines die Bestimmungen zur Mitnahme von Sportgepäck sind!

Hawaii surfen - Surfboard leihen

1.4 Surfboard mitnehmen: ja oder nein?

Ich hatte mich im Vorfeld meiner Reise dafür entschieden, mein eigenes Board mitzunehmen: Ein 6,2 Kanoa Fish’n Chixx. Ich wollte mich besser daran gewöhnen und nicht an jedem Spot wieder auf ein neues Brett einstellen müssen. Bei dieser Option musst du natürlich Nachteile wie die Schlepperei und ggfs. Schäden beim Transport in Kauf nehmen – letzteres habe ich auf dem Weg nach Australien leider selbst erfahren. Am Ende ging meine Rechnung aber auf und es sich gelohnt. In Australien – wo man qualitativ sehr hochwertige Surfboards zu fairen Preisen findet – kam sogar noch ein 6.0 Chilli Squashtail ins Boardbag dazu, so dass ich in Hawaii zwei Boards zur Auswahl hatte.

Wer natürlich noch kein eigenes Surfboard hat oder es lieber nicht mitnehmen will, finden in den Surfländern Hawaii und Australien natürlich auch an jeder Ecke Leihmöglichkeiten. Eine echte Alternative zum Leihen ist das Kaufen von gebrauchten Boards, die es auf Hawaii überall günstig gibt. Das kann sich preislich vor allem dann lohnen, wenn du lange an nur einem Ort bleiben willst.

Hawaii surfen - Lei

2. Aloha: Die Ankunft in Hawaii

Mit Oahu, Big Island (und vorerst noch Maui) auf dem Wunschzettel flog ich dann nach 6 Wochen Australien und ein bisschen mehr Surferfahrung nach Hawaii. Als ich auf Oahu in Honolulu ankam, wurde ich von allen Hawaiianern super freundlich empfangen. Leider ohne eine Lei, die aus den Filmen bekannte Blumenkette, um den Hals gehängt zu bekommen 😉 Für die gesamte Zeit auf Hawaii hatte ich mir einen Mietwagen gebucht, um das Surfgepäck entspannt zu transportieren.

Durch das Boardbag war auch der Dame am Mietwagenschalter klar, dass ich surfen wollte: Sie empfing mich gleich mit Begeisterung und teilte mir mit, dass an der North Shore seit gestern 30 Fuß Wellen seien.

Ich rechnete diese Information mit der Faustformel „Fuss geteilt durch 3 ergibt Meter“ schnell um und machte große Augen: 10 Meter Wellen wollte und konnte ich auch mit den in Australien dazu gewonnenen Surf Skills nicht handhaben☺ Doch ich wollte ohnehin erst 3 Tage in Waikiki bleiben, machte ich mir keinen Kopf und dachte, dass es schon kleiner werden würde. Schließlich war der Winter ja eigentlich vorbei…

Hawaii surfen - Mietwagen

3. Oahu: Abenteuer in Honolulu und an der North Shore

Meine Entdeckungstour startete auf Oahu im Süden, direkt in Honolulu, wo ich gerade gelandet war. Genauer gesagt: Im Stadtteil Waikiki, bekannt für seinen Surfstrand. Dort angekommen stellte ich fest, dass ich die Zeitverschiebung bei der Hotelbuchung offenbar nicht berücksichtigt hatte. Weil man von Australien nach Hawaii nämlich einen ganzen Tag gewinnt, fehlte mir nun die erste Nacht, die im geplanten Hotel nur überirdisch teuer nachgebucht werden konnte. Beim Checken anderer Optionen fand ich zum Glück das nette Holiday Surf Hotel – von hier aus konnte ich mit dem Surfboard unter dem Arm zum Wasser laufen. Also checkte ich gleich die Stadt und den Strand aus.

Hawaii surfen - Oahu - Honolulu

3.1 Honolulu: Big City Life mit kleinen Wellen

Eigentlich wollte ich in Waikiki sofort ins Wasser springen, doch entschied mich erst einmal für die Suche nach etwas Essbarem: Erstens sahen die Wellen auf den ersten Blick nicht so verlockend aus, und zweitens hatte ich nach der langen Reise tierisch Hunger. Den in Australien eingeheimsten Food Tipps folgend zog es mich zu Musubi Café Iyasume. Das asiatische Essen kostete nicht viel und war sehr lecker – rundum empfehlenswert!

Nach einem ausgedehnten Strandspaziergang war es schon wieder Zeit fürs Dinner. Auch hier hat Waikiki natürlich mehr als genug zu bieten. Da ich auf Hawaii unbedingt eine gute, typische Poke Bowl essen wollte, holte ich ein paar Tipps im Hotel ein und ging abends dort vorbei. Auch hier hielt die Empfehlung das Versprechen und ich bekam bei den Maguro Brothers Hawaii ein super leckeres Poke. „Spicy Tuna“ kann ich sehr empfehlen ☺

Hawaii - Poke Bowl

Waikiki: Der erste Surf auf Hawaii…

Vor meinem Foodie-Ausflug hatte ich am ersten Tag den Strand von Waikiki ausgecheckt. Der Blick auf die Wellen war eher enttäuschend ausgefallen: Vorne im Wasser waren gefühlt hunderte Longboards mit Leuten, die sich wohl dachten „Wenn ich schon auf Hawaii bin, muss ich unbedingt surfen probieren.“ Offensichtlich hatte die Mehrheit vorher noch nie auf einem Brett gestanden. Es blieben die Wellen an den hinteren Riffen übrig, doch die waren relativ klein. Also verschob ich das Surfen auf den nächsten Morgen, lief dem Strand ab, und tauchte in die Atmosphäre der Stadt ein.

Am zweiten Tag ging es endlich raus aufs Wasser. Ich zog ’ne Boardshorts an, nahm mein Surfbrett, packte mir ein Lycra und wanderte los. Wie am Vortag schon herausgefunden, waren die „surfbaren“ Wellen doch ein wenig vom Beach entfernt und erforderten zunächst ein bisschen Paddelleistung. Wenn ich meiner Uhr vertrauen kann, müssen es bis zu den kleinen, über einem Riff brechenden Wellen ca. 800 Meter gewesen sein. Riff ist übrigens ein gutes Stichwort:

Bis zu meinem ersten Surftag auf Hawaii hatte ich Reefbreaks eher gemieden. Beim Anblick der dortigen Surfspots war das aber nicht mehr möglich. Jeder noch so schön aussehende Sandstrand verlief nach wenigen Metern in wunderschöne Korallenriffe. Am Strand von Waikiki war es teilweise so flach, dass ich beim Paddeln das Riff berührte, und mich notgedrungen mit „Brustschwimmbewegungen“ die letzten Meter zum Strand bewegte.

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Surf rund um Honolulu: (1) Waikiki View, (2) Surfer bei Makapuu, (3) Diamond Head mit viel Strömung

Das Surfen in Waikiki selbst bietet im Winter eine schöne Aussicht vom Wasser. Zu meinem Besuch gab es viele kleinere Riffwellen, die surfbar waren, und auf die sich die morgens bereits vorhandenen Surfer gut verteilten. Wer ein bisschen größere Wellen haben will (und sicher surft!), kann an die Spots rund um den Diamond Head oder gen Makapuu Point ausweichen. Allerdings ist der Crowdfaktor dort teils deutlich höher, inklusive flachem Riff und Strömung. Daher habe ich auf solche Surf-Ausflüge verzichtet und bin nur zum Schauen vorbeigefahren.

Von Honolulu aus Wandern

Falls du mal nicht surfen willst, bieten Honolulu und Umgebung einiges zur alternativen Beschäftigung. Nach dem morgendlichen Sprung ins Wasser war Wandern meine Hauptaktivität. Dabei kann ich den Lanikai Pillbox Hike und den anspruchsvollen Koko Crater Trail besonders empfehlen. Letzterer hat es in sich: Auch wenn keine Schilder darauf hinweisen, macht es Sinn, diesen Hike mit festem Schuhwerk und ausreichend Wasser anzutreten. Auf dem Weg zur Spitze läuft man über alte Eisenbahnbohlen und die zum Teil noch vorhandenen Schienen. An manchen Stellen fehlt darunter jedoch die Erde 😉 Schwindelfrei sollte man also auf jedem Fall sein. Der anstrengende Aufstieg wird mit einem herrlichen Blick über Honolulu und die gesamte Küste inklusive Hanauma Bay belohnt.

Eine passende Abkühlung nach dem auch nicht zu vernachlässigen Abstieg zum Koko Crater bietet das anschließende Schnorcheln in der Hanauma Bay, die mit dem Auto auf dem Rückweg in Richtung Waikiki liegt. Aber Achtung, an Wochenenden oder Feiertagen sollte man entweder frühzeitig oder spät nachmittags dort sein, da dieser Strand und der dazugehörige Parkplatz nur für eine bestimmte Anzahl Personen zugelassen sind. Es kostet zwar keinen Eintritt, der Zutritt ist jedoch beschränkt.

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Trails bei Honolulu: (1) bis (3) Lanikai Pillbox Hike, (4) und (5) Koko Crater – Aufstieg & Abstieg / View, (6) Hanauma Bay

Neben den genannten Pfaden gibt es natürlich noch den Diamond Head Trail, auf den man ebenfalls wandern kann. Allerdings kostet zumindest das Parken Geld und alles ist deutlich touristischer als am Koko Crater.

3.2 North Shore: Sagenumwobene Surfspots

Nach ein paar Tagen in Honolulu fuhr ich zur North Shore weiter, immer die Küste hoch, mit Stopps an schönen Stränden wie Sandy Beach. An der North Shore angekommen suchte ich erstmal mein AirBnB: Ein etwas verstecktes, relativ neues Haus und sehr komfortabel eingerichtet. Nur der Fahrtweg wegen der leicht abschüssigen Lage und die „Leichtbauweise“ waren kleine Minuspunkte. Grundsätzlich gibt es an der North Shore von Hawaii einige AirBnBs und ich hatte kein Problem, vor Ort etwas zu finden. Doch zur Ferienzeit in den USA kann das natürlich anders aussehen.

Tipp: Gerade als Alleinreisender finde ich den Anschluss zu anderen nie verkehrt, da du so Erlebnisse teilen und oft Tipps für Essen oder Aktivitäten bekommen kannst. Dafür lohnen sich besonders geteilte Unterkünfte wie Hostels oder auch AirBnB-Zimmer bei Einheimischen. Nach meiner ersten Bude wohnte ich z.B. bei einem Pärchen, die 2 Zimmer in ihrem Haus vermieteten, und fand‘s echt nett!

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Hawaii surfen - Oahu - Northshore
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An der North Shore: (1) Panorama, (2) Pipeline – Strandhäuser, (3) Pipeline Beach, (4) Graffiti, (5) Badezeit, (6) Haleiwa

Rückblickend würde ich Surfern immer die North Shore von Oahu als Homebase empfehlen. Hier gibt es in Summe die meisten Wellen für alle Level, auch wenn der ein oder andere Ort mit ein bisschen mehr Fahrzeit verbunden ist. Sollte man nicht mit eigenem Board unterwegs sein, gibt es z.B. in Haleiwa neben Surfschulen auch eine große Auswahl an Surfshops mit Leihmöglichkeiten oder der Option, günstige gebrauchte Boards zu kaufen. Und eine große Auswahl an Surfklamotten gibt’s natürlich auch!

Haleiwa: Von Barrel-Spots und entspannten Sections

Bester Hoffnung auf Surfen steuerte ich an der North Shore voll motiviert Haleiwa an. Am Spot musste ich jedoch feststellen, dass die Wellen immer noch gut 4 bis 6 Meter hatten. Das hieß für mich erstmal zuschauen und Fotos machen 😉 Also fuhr ich zum Sunset Beach und lief von dort den Strand entlang bis zu Pipeline, dem wohl berüchtigtsten Riff.

Anspruchsvolle Barrel-Spots wie Pipeline, Backdoor, Rocky Point, Sunset oder Waimea schaute ich mir nur vom Strand aus an, da sie definitiv über meinem Surflevel lagen. Es machte trotzdem Spaß, ein paar richtig guten Surfern vor traumhafter Kulisse zuzusehen – und davon gibt es in Hawaii eine Menge! An bisher keinem Ort der Welt empfand ich das Surflevel so hoch wie an der North Shore.

An der North Shore kam ich auch mit ein paar Locals ins Gespräch. Dabei wurde schnell klar, dass es noch eine Weile dauern würde, bis der große Swell abnehmen und ich selbst irgendwo ins Wasser kommen konnte. Als die Bedingungen dann wirklich kleiner wurden, ging ich tatsächlich ein paar Mal in Haleiwa am Alii Beach surfen: Die Welle gefiel mir gut und bot stets genug Platz für die Menge an Leuten. Durch die direkte Ausrichtung zum Meer war der Spot jedoch sehr windanfällig.

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Surf-Impressionen von der North Shore: (1) und (2) Pipeline Surfer, (3) Pipeline Welle, (4) und (5) Rocky Point, (6) In the Zone, (7) Abendstimmung bei Pipeline

Ebenfalls ein guter Tipp der Locals war Pua’ena Point, da es dort 3 Sections gibt und die Innerste nicht allzu hohe Wellen abbekommt. Für mich ein guter Anlaufpunkt! Den Spot kann ich auch fortgeschrittenen Anfängern empfehlen, die an der North Shore surfen wollen. Die innerste Section ist wirklich entspannt. Nur beim Einstieg übers Riff muss man aufpassen. Das hat mein Board leider auch merken müssen… Zudem sollte man die Felsen rechts und links im Wasser im Auge behalten, da man in der Strömung gern ein bisschen abtreibt.

Ansonsten habe ich noch das etwas nördlichere Chuns Reef ausprobiert. Hier läuft eine sehr schöne Rechte – hin und wieder gibt’s auch Linke, aber dann gilt Vorsicht am flachen Riff.

Schlemmen und Entspannen an Land

An der North Shore wirst du den krassen Surfern viel Zuschauen, was ich oft mit einem Snack am Strand verbinden konnte. Nirgendwo sonst kam ich in den Genuss von so viel frischem Fisch wie an der North Shore! Frisches Sushi aus dem Supermarkt oder das Angebot zahlreicher Foodtrucks am Strand wie z.B. beim Ajilimo Truck ist lecker und günstig. Foodland ist übrigens der einzige „größere“ Supermarkt am North Shore, der deutlich günstiger ist, als die kleineren in Haleiwa. Der Weg dorthin lohnt sich also bei schmalem Reisebudget! Und wo wir schon einmal beim Essen sind: Schau auf jeden Fall bei Ted’s Bakery vorbei. Hier gibt’s mega leckere Crab Sandwiches und diverse Süßspeisen. Ein perfekter Stopp nach einem anstrengenden Surftag!

Neben Surfen (und Essen) gibt es an der North Shore natürlich noch weitere Aktivitäten. Zum Wandern beginnt zum Beispiel direkt hinter der Schule am Surfspot Pipeline ein Pillbox Hike, und Schnorcheln oder einfach Entspannen kann man gut am Turtle Bay Resort. Wer es nicht scheut, ein paar Kilometer mit dem Auto zu fahren, kann den grünen und direkt an der Küste gelegenen Kualoa Regional Park ansteuern. Von hier aus siehst du den „Chinaman’s Hat“ – die kleine Insel Mokooli, die ihrem Spitznamen alle Ehre macht.

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North Shore jenseits vom Wasser: (1) Schlemmen bei Ted’s Bakery und Ajilimo Truck, (2) Chinaman’s Hat, (3) Alex im Chill-Modus, (4) Kualoa Area

Und zack sind wir wieder beim Schlemmen: Auf dem Weg nach Kualoa fährst du durch Kahuku, wo die originale Poke-Bowl (ursprünglich „Superette“ genannt) herkommt. Auch wenn Kahuku Superette nicht so aussieht: In dem Laden gibt es die beste Poke Bowl, die ich gegessen habe!

3.3 Westcoast: Rauhe Töne in Makaha

Vom Auswärtigen Amt wird die Westküste von Oahu gern als sehr „local“ und nicht sicher bezeichnet. Trotzdem empfehle ich eine Fahrt nach Makaha! Allerdings musst du dafür von der North Shore aus erst nochmal fast bis nach Honolulu zurückfahren, da es keine direkte Verbindung gibt. Doch der Weg lohnt sich: Die Küste ist sehr schön anzuschauen – Surfen würde ich dort jedoch nicht empfehlen.

In Makaha ist es mir das einzige Mal auf Hawaii passiert, dass ich im Wasser beschimpft wurde – trotz extrem defensivem Verhalten. Nach einer Stunde konnte ich keine gesurfte Welle verbuchen, obwohl der Spot an sich sehr gut war: Eine schöne Rechte mit genügend Wasser über dem Riff. Gefährlich waren eher die Locals, und ich erfuhr von anderen, dass es hier nicht nur bei wörtlichen Auseinandersetzungen bleiben muss...

Natürlich sind nicht alle Locals so aggressiv. Mir stellte sich auch ein geschätzt etwa 60 Jahre alter Einheimischer namens „Uncle Joe“ vor, scheinbar der Mann am Platz, und ermutigte mich, zusammen ins Line Up zu paddeln. Nach der schlechten Erfahrung vom Vortag lehnte ich trotzdem dankend ab 😉

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Westcoast von Oahu: (1) bis (3) Surf Skills in Makaha, (4) Line Up, (5) Panorama

Von Makaha auf dem Rückweg in den Norden Oahus blieb es dann bei einer beeindruckenden Kulisse – mit Ausnahme der großen Obdachlosen-Siedlung. Für mich ein krasser Anblick, den ich als Westeuropäer absolut nicht gewohnt war. Allerdings ist auch hier nichts passiert!

4. Big Island: Abenteuer zwischen Vulkanen

Wie sollte es nach Oahu weitergehen? Durch Aussitzen vom anfänglich großen Swell hatte ich ein paar Tage eingebüßt. Wie es mit dem Surf auf Maui aussah war unklar, und so entschloss ich mich kurzerhand, die Insel auf dieser Reise auszulassen. Stattdessen blieb ich noch ein wenig länger auf Oahu zum Surfen. Anschließend flog ich weiter nach Kona auf Big Island und zahlte bei Hawaiian Airlines einen sehr humanen Preis von ca. 100$ zzgl. 30$ für das Surfgepäck. Weil Big Island fast 2x so groß ist wie alle anderen Inseln von Hawaii zusammen, gibt es hier sogar zwei Flughäfen, was man bei der Reiseplanung berücksichtigen sollte 😉

Hawaii surfen - Big Island - Kona

4.1 Kailua-Kona: Einsame Strände und ein bisschen Surf

Die ersten Nächte verbrachte ich im Westen von Big Island im Ort Kailua-Kona, um von hier gen Süden die Küste aus Vulkangestein zu erkunden. Wegen der Steilküste konnte ich aber nicht wirklich viel sehen und echte Highlights gab es kaum. Eventuell lohnt sich ein Besuch bei Kona Coffee & Tea oder in der Kona Brewery, was ich jedoch ausließ. Zudem stand der Pololu Valley Lookout auf meiner Agenda, der zwar eher an der Ostküste liegt, von Kona aber am besten erreichbar ist. Die Strecke und Fahrtzeit sind es wert, und auf dem Weg lohnen sich Stopps an der schönen Küste.

Einmal am Pololu Valley Lookout angekommen stellst du das Auto oben an der Straße ab und kannst einen kleinen Weg bis runter zum Strand wandern. Dabei konnte ich immer wieder einen Blick auf die traumhaft grüne Landschaft und das Meer erhaschen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit ist der Abstieg anstrengend und man sollte ausreichend Wasser einpacken. Unten angekommen gibt es ein paar Trails, die man weiter ins Grüne wandern kann.

Bei entsprechendem Swell kann man am Pololu Beach sogar surfen. Nur solltest du dir deiner Sache bzw. dem Surf Forecast schon sicher sein, bevor du dein Surfboard den kompletten Weg nach unten schleppst – und später wieder hoch.

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Surfen bei Kailua-Kona: (1) Pololu Beach, (2) + (3) Pine Trees Session, (4) the search goes on

Insgesamt hatte Surfen für mich zwar nur Prio 2, aber ich konnte nicht anders, als zumindest mal bei ein paar Surfspots vorbeizuschauen. Einer war Banyans (südlich von Kailua-Kona), und bei Pine Trees (nördlich von Kailua-Kona im Kohanaiki Beach Park) kam ich tatsächlich ins Wasser. Hier gibt es genug Parkmöglichkeiten und sogar Duschen, dafür aber mangels Surfshops am Spot keine Leihmöglichkeiten. Beim Einstieg über die teils spitzen Vulkansteine musste ich mich erst überwinden bzw. anderen Surfern zuschauen, wie es am besten funktioniert. Die Locals waren übrigens echt freundlich und gaben gute Tipps zum Spot.

Meine Surfsession selbst fiel insgesamt etwas kürzer aus, da ich viel zuschaute und nicht zu lange in der prallen Mittagssonne surfen wollte. Die Wellen waren echt gut, doch vor dem recht spitzen Vulkansteinen unterhalb der Wasseroberfläche hatte ich ziemlichen Respekt – es funkelte einen bei dem klaren Wasser die ganze Zeit wunderschön an 😉

4.2 Hilo: Waipo Valley und Volcanoes Nationalpark

Den zweiten Teil meines Trips nach Big Island übernachtete ich in Hilo, im Osten der Insel, mittig zwischen Waipio Valley und Volcanoes National Park. Beides war den Besuch wert! Außerdem sollte es in der Nähe mit Honolii einen Surfspot geben, wobei ich dort nicht im Wasser war: Der Swell war ziemlich klein angesagt und es gab Wichtigeres zu erleben.

Im Land der Vulkane

Im Waipio Valley führt bis zum Strand bzw. etwas mehr im Landesinneren gelegenen Wasserfall eine kleine steile Straße hinunter, die du entweder zu Fuß oder mit einem Offroader nehmen kannst – andere Autos sind nicht zugelassen. Einmal auf dem Weg weißt du auch, wieso: Es heißt gut aufpassen, um nicht auszurutschen und den Hang hinab zu segeln. Bei meiner Tour war das Wetter sehr schlecht, so dass alles matschig war und ich den berühmten langen Wasserfall leider nicht sehen konnte. Auf dem Rückweg nach oben beschwerten sich meine Waden und forderten einige Pausen… Es war also definitiv eine sportliche Angelegenheit 😉

Falls du auf Abenteuer stehst, dann kannst du im Waipio Valley sogar zelten – das ist offiziell erlaubt. Ich traf Leute, die davon total begeistert waren und sogar mehrere Tage dort verbrachten.

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Waipio Valley: (1) Happy trotz schlammigem Abstieg, (2) Lookout, (3) Wasserfall bei gutem Wetter, (4) Honolii Surfspot

Für mich das Must See auf Big Island war der Volcanoes National Park: Das 1340 Quadratkilometer große Reservat zählt zum UNESCO Weltkulturerbe und umfasst neben Lavafeldern den sehr aktiven Vulkan Kīlauea. Erst 2018 gab es den letzten Ausbruch, was man deutlich merkt. Überall steigt Schwefelrauch auf und es duftet dementsprechend! Der Parkeintritt kostet 30$ für ein 7-Tages Ticket. So bleibt genug Zeit für diverse Wanderwege. Ich erlief einige Trails direkt vom Visitor Center aus (z.B. Sulphur Banks Trail und Halema’uma’u Trail – alles entspannt). Wer seine Füße etwas schonen möchte, kann viele View Points auch mit dem Auto ansteuern – das habe ich z.B. beim Crater Rim Drive so gemacht, und stoppte unterwegs für kleinere Pfade.

Tipp: Die Fahrt zum Holei Sea Arch, dem südlichen Ende des Volcanoes National Parks, lohnt sich! Dabei darf man nicht vergessen, dass die Strecke vom Visitor Center aus jeweils ca. 40 min (!) beträgt. Vorm Fahrtantritt solltest du einen vollen Tank haben, da es keine Tankstelle innerhalb des Parks gibt.

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Volcanoes National Park: (1) Vulkan Kīlauea, (2) erstarrte Lawa, (3) Aktivität, (4) Holei Sea Arch

Ich hatte für den Volcanoes National Park nur einen Tag, würde rückblickend aber mindestens 2 Tage einplanen, um noch ein bisschen entspannter und mehr zu Fuß erkunden zu können. Rund um den Park gibt es ein paar Übernachtungsmöglichkeiten sowie einige Restaurants.

Unbezahlbar: Spontan sein und alles mitnehmen!

Auf dem Weg vom Volcanoes Nationalpark zurück nach Hilo kam ich am Kaimū Beach Park vorbei. Eigentlich hatte ich nach der Wanderung einen Strand zum Entspannen erwartet, der mir dafür empfohlen wurde. Damals war aber das benachbarte Städtchen Kalapana am Brummen und Parken kostete Geld. Grund: Der Uncle Robert’s Farmers Market (ein echter Geheimtipp!) war gerade in vollem Gange. Am Ende passte es perfekt, da ich dort in den Genuss einer riesigen Auswahl an Leckereien nebst Live Musik kam. So konnte ich den Tag glücklich ausklingen lassen.

5. Fazit: Auf Hawaii geht’s um mehr als „nur“ Surfen!

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Hawaii vom Budget her sehr teuer war, gerade die Lebensmittel. Wie an anderen Ecken der USA, nur eben mit dem „Inselfaktor“ als extra Zuschlag. Beim Essengehen habe ich mich darum auf das Nötigste und kleinere, lokale Imbisse beschränkt.

Dennoch hat sich Hawaii sehr gelohnt und war ein Highlight meines Sabbaticals. Allerdings nicht wegen dem Surfen – das war in Australien besser ­­– sondern weil die hawaiianischen Inseln für mich einer der schönsten Flecken der Erde sind. Die traumhafte Landschaft mit vielfältigen Möglichkeiten, etwas zu unternehmen, aber auch die netten Menschen und der Vibe machen Hawaii zu etwas ganz Besonderem!

Natürlich macht im warmen, türkisen Wasser auch Surfen Spaß. Allerdings musst du dich damit abfinden, nicht der erste Surfer zu sein, der auf Hawaii Wellenreiten will. Die meisten Spots sind sehr voll, wobei du die Massen mit frühem Aufstehen etwas umgehen kannst. Begegnungen mit den besonders „scharfzahnigen Locals“ hatte ich zum Glück keine.

Logo, anfangs schwang immer ein gewisser Respekt vor Haien mit. Außer plötzlich neben mir auftauchenden Schildkröten habe ich jedoch keine größeren Meeresbewohner getroffen. Wobei man sich auch beim unerwarteten Anblick einer Schildkröte ganz schön erschrecken kann…

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Mein Fazit: Ich werde bestimmt noch einmal nach Hawaii zurückkehren und mir dann auch die Inseln Maui und Kauai anschauen. Ein besseres Surflevel und damit evtl. mehr Selbstbewusstsein im Line Up werden die Wellenausbeute dann vielleicht auch noch etwas optimieren 😉

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1 comment

Juan 5. Mai 2020 - 8:12

Hallo Alex wow, was für eine gute Erfahrung du lebst, ich bin auch ein Backpacker, ich reise gerne, es ist meine Leidenschaft und ich kombiniere es mit Surfen. Ich habe Ihren Blog geliebt, es ist sehr interessant, das gibt mir Kraft für meine Projekte.
Ich wünsche dir einen schönen Tag
Liebe Grüße aus Sylt

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