In Frankreich surfen: Unsere liebsten Orte und Surfcamps am Atlantik

by Deva
Frankreich surfen

Immer wieder zieht es mich zum Surfen an die Atlantikküste Frankreichs zurück. Vor über 15 Jahren stand ich hier das erste mal auf einem Surfboard, und vor über 12 Jahren habe ich dann endlich einen zweiwöchigen Surfkurs gebucht und mich verliebt. In das Meer, die Wellen, das frühe Aufstehen, Surfen, Baguette und Chocolatine am Strand, Yoga im Pinienwald, wieder Surfen. Ich war seither in Portugal, Galizien, auf Fuerteventura, den Kapverden… Doch die französische Atlantikküste ist und bleibt meine Surf-Heimat. Wie gut die Wellen dort sein können, siehst du schon auf dem Titel-Foto von Surferin Lily von Treuenfels bei der Deutschen Surfmeisterschaft. Hier verrate ich dir, warum in Frankreich surfen auch für Freizeit-Wellenreiter toll ist und wo die besten Surf Spots sind.


1. Bonjour! Das tägliche Ritual beim Surfurlaub in Frankreich

Wann immer ich mich zu Hause nach Wellen und Meer sehne, denke ich an meinen letzten Sommer in Frankreich zurück. Im Surfurlaub habe ich dort immer ein bestimmtes Ritual:

Der Tag beginnt im Morgengrauen. Gerade der Traumwelt entschlüpft krieche ich aus dem Zelt, setze meinen Fuß auf den sandigen Boden mit Piniennadeln, atme die frische Luft ein und tappere schlaftrunken über die Dünen in Richtung Strand. An mir vorbei sprinten schon die ersten Frühaufsteher, das Surfboard unter den Arm geklemmt. Ein gutes Zeichen.

Ich bin auf dem höchsten Punkt der Düne angekommen und tatsächlich: Schöne, nicht zu große und nicht zu kleine Wellen laufen dem ablandigen Wind entgegen, brechen sanft in das noch morgendlich silberne Wasser. Einmal schlaftrunken die Wellen erblickt, geht plötzlich alles ganz schnell: Zurück zum Zelt joggen, ein Knoppers und ne Banane in den Mund geschoben, Bikini und Neo an, Surfboard untern Arm und auf in die Wellen! 

Frankreich surfen

Deva auf dem Weg an den Beach

In Frankreich surfen hat etwas Gutes: Dein Ziel ist nur einen gefühlten Katzensprung von Deutschland entfernt und mit dem Bulli oder Flugzeug ist man in null Komma Nichts dort! Und Wellen laufen eigentlich immer. Also warum nicht schnell den Tagtraum vom Surfen in die Tat umsetzen?


2. Surfen in Frankreich: Wellen für jedes Niveau

Besonders in den Sommermonaten ist die Atlantikküste Frankreichs ein toller Ort zum Surfen lernen. Aber auch für fortgeschrittene Surfer halten die sich von Jahr zu Jahr verändernden Sandbänke an der französischen Atlantikküste stets gute Wellen bereit. Wer in Frankreich surfen geht, findet garantiert die richtige Welle für sich. An so manchem Ort tummeln sich die Pros!

2.1 Surfen lernen in Frankreich

Erinnerst du dich noch daran, wie du Surfen gelernt hast? An deinen allerersten Surfkurs? Ich habe in Frankreich surfen gelernt. Der erste Tag: Mit einem großen Softboard geht es in die Brandung. Ich kämpfte mich gegen die Strömung durch die Wellen, sah eine weiße Walze auf mich zukommen, drehte mein Board um 180 Grad und sprang hinauf – liegend, versteht sich. Mit wie ein Vogel weit ausgebreiteten Armen ließ ich mich von der immer noch kräftigen Schaumwalze bis an den Strand gleiten. Am zweiten Tag dann begannen wir mit Take-Off Übungen am Strand um dann stehend auf den Weißwasserwalzen unser Glück zu probieren.

Und am dritten Tag dann endlich die erste grüne Welle! Zumindest hab ich sie damals für eine grüne Welle gehalten und war mächtig stolz, den Bereich des Weißwassers verlassen zu haben. Heute würde ich die Welle als eine schon gebrochene, sich nochmal mutig aufrichtende kleine “Rest”-Welle bezeichnen. Wie dem auch sei, damals war sie mein ganzes Glück. Spätestens ab dem Moment konnte ich nicht mehr vom Surfen lassen. Es war klar: Ich brauche mein eigenes Board und werde von nun an jeden Urlaub dem Surfen widmen.

Frankreich Surfen lernenIn Frankreich surfen lernen geht dank vieler Schulen („Lacanau UCPA Surfing“ by Jolie model, CC BY 2.0)

2.2 Typisch Frankreich: So sind die Wellen

Heute, viele Surf-Urlaube später, habe ich noch immer meine Freude an den Wellen in Frankreich. Und ich war seither immer wieder mit Freunden in Frankreich surfen. Manche von ihnen lernten gerade erst das Surfen und die Bedingungen waren stets so, dass sowohl sie im Weißwasser als auch ich im Line Up unsere Freude hatten.

Während etwa in Portugal die Wellen gerne mal nah am Strand brechen, brechen sie in Frankreich öfters gute 30 Meter weiter draußen. Beziehungsweise gibt es nicht nur Shorebreak Surf, sondern viele Peaks nebeneinander oder versetzt hintereinander. Das heißt für erfahrenere Surfer, die ins Line Up paddeln müssen, zwar einigen Kraftaufwand (oder auch gutes Training). Es bedeutet aber auch, dass Anfänger sich in Frankreichs langen Weißwasserwalzen austoben und so Schritt für Schritt die Kunst des Surfens erlernen können. Dazu bietet die lange Sandküste mit nur seltenen Felsen im Wasser perfekte Voraussetzungen für ungewollte Stürze 😉 Kurz gesagt bedeutet Surfen in Frankreich:

  • lange Weißwasserwalzen für Anfänger, um Schritt für Schritt das Surfen zu lernen
  • gute Surfinfrastruktur aus Surfcamps, Surfschulen und Surf Shops
  • besonders in den Morgenstunden schöne Wellen im Line-Up
  • Paddeltraining für erfahrene Surfer, die hinaus ins Line Up wollen
  • Wellen für jedes Surflevel, und Einsamkeit wenn du ein paar Meter gehst
  • Endlose Strände und damit viel Platz – Crowds verteilen sich gut
Frankreich surfen - MontalivetFrankreich hat Wellen für alle („Blue Winter“ by Gadjo_Niglo, used under CC BY 2.0)

3. Die Silberküste: Meine Lieblingsspots zum Surfen

Zwischen Soulac-sur-Mer und Biarritz erstreckt eine endlos lange und kaum unterbrochene Sandküste. Sie trägt den Namen „Cote d’Argent“, also Silberküste, weil der Sand einen hohen Anteil an Muschelkalk enthält. Das lässt ihn in der Abendsonne besonders schön glitzern. Die Surfspots sind hier allesamt Beachbreaks, wo die Wellen über Sand brechen. Ihre Qualität hängt immer von der Beschaffenheit und Lage der Sandbänke ab, die sich mit der Strömung verändern.

Wer im Süden von Frankreich surfen geht, wird also mal bessere und mal schlechte Surf-Sessions erleben. Und anders als bei Riffen gibt es nicht den einen Spot schlechthin. Vielmehr lassen sich entlang der Küste immer wieder Peaks finden, die sich von Tag zu Tag – abhängig vom Swell und Gezeiten – verschieben können. Daher ist die Frage nach den besten Spots hier sehr individuell zu beantworten. Gute Anregungen bietet z.B. das Buch „I love the Seaside.“ Die folgenden Orte (entsprechend ihrer Lage von Nord nach Süd sortiert) kann ich dir guten Gewissens empfehlen.

Frankreich surfenFrankreichs Silberküste:  Endloser Sandstrand mit Westausrichtung und viele Surforte

3.1 Montalivet: Für Naturliebhaber und Naturalisten

Wenn du in Frankreich surfen und es ruhig magst, ist Montalivet dank der Lage im Naturpark Médoc perfekt. Der Ort ist quasi der Beginn der Silberküste, und du kannst dorthin ab Royan mit der Fähre übersetzen, wenn du dir den (Um)weg über Bordeaux sparen willst. Am Strand liegen einige Campingplätze und Hütten, und erstrecken sich weitläufig in den Pinienwald. Hier ist in der Regel viel Platz zwischen Zelten und Bungalows, so dass jeder Raum für sich hat und die Natur genießen kann. Und auch der Strand ist nicht überfüllt, was für Südfrankreich im Sommer eine Seltenheit ist. Womöglich liegt es daran, dass hier alle Badegäste – ähm – nackt sind. Camping Naturiste in Montalivet ist berühmt unter FKK-Fans!

Ich kam das erste Mal durch Freunde dorthin. Zugegeben ist es zunächst gewöhnungsbedürftig, besonders im Supermarkt oder beim Fahrrad fahren. Doch es dauerte nicht lang, bis ich es zu schätzen wusste, mitten im Wald im Freien duschen zu können, die warme Luft auf der ganzen Haut zu spüren und mich nicht umständlich im 2-Mann-Zelt umziehen zu müssen. Nackt in Frankreich surfen geht in Montalivet durchaus, falls das schon immer dein Traum wahr 😉 Aber auf einem gewachsten Board, in das sich Sandkörner eingraben, bestimmt nicht der Angenehmste. Daher sieht man eigentlich keine nackten Surfer im Wasser…

Unterkunftstipps in Montalivet:

Montalivet: (1) Kleine Wellen, (2) Unwetter am Strand, (3) Einsamer Strandspaziergang in der Nebensaison, (4) After Surf Sunset

3.2 Lacanau: Surfen & Party

Wenn du neben Surfen auch etwas Party-Life und Surf-Pop-Kultur erleben willst, dann sind Lacanau bzw. Lacanau-Océan in der Provinz Gironde die Destination für dich. Der Ort gliedert sich in einen Teil im Hinterland, mit vielen Bungalowsund Wald, und einen Teil direkt am Meer. Hier bist du immer noch relativ weit im Norden der französischen Atlantikküste, und doch in einem der wichtigsten Ferienorte für Badeurlauber und Wassersportler. Es ist im Sommer hier also immer pickepackevoll. Im Meer toben sich Surfer aller Levels aus, auf dem Lac de Lacanau kann man Windsurfen und ansonsten ist ebenfalls Skateboarden beliebt. 

Tummelplatz für alle, die in Lacanau Action suchen, ist die Promenade, die lange Straße zum bzw. am Strand. Dort kannst du auf Shopping-Tour gehen oder in Feierlaune durch die Bars und Clubs tingeln. Das Risiko ist dann aber hoch, dass du es morgens nicht aus den Federn schaffst 😉 Und in Frankreich surfen erfordert immer, früh aus den Federn zu kommen: Denn morgens kommt der Wind bestenfalls vom Land (Offshore) und schenkt uns schöne Surf-Wellen, während er sich gegen Mittag meist dreht.

Nicht weit entfernt, aber trotzdem viel ruhiger ist es in Carcans bzw. Carcans-Plage. Auch hier findest du Surf-Kultur, aber in weitaus kleineren Dimensionen, und sowohl beim Skaten als auch beim Surfen hast du wahrscheinlich deutlich mehr Platz.

Unterkunftstipps in Lacanau und Carcans:

Lacanau & Carcans: (1) Surfkurs (Foto: Summer Surf), (2) Weg zum Strand, (3) Flat Day in der Hochsaison, (4) Dronenblick zwischen Meer und Seen

3.3 Biscarosse: Surfen, Wandern und Erholen

Biscarrosse ist der erste große Surfort südlich von der Bucht von Arcachon und im Departement Landes – ein Ort, der unter anderem für frisches Sea Food bzw. seine Austernzucht, und die Wanderdüne Dune du Pilat bekannt ist. Doch die Düne ist nicht das einzige, das hier wandert – auch viele Besucher zieht es (neben dem Wassersport) genau deswegen hierher. Wenn du also in Frankreich surfen und gleichzeitig wandern willst, könnte es dir in dieser Region gefallen. Einerseits wartet das aktiv-gemütliche Biscarrosse (von Bistros gespickte) mit vielen Stränden in der Umgebung auf, inklusive Surfschulen. Andererseits liegen in unmittelbarer Nähe, nicht weit vom Meer entfernt, mit den „Grand Lacs“ zwei große Seen, die schöne Routen zum Wandern, Spazieren und Radfahren bieten. Eine entspannte Atmosphäre, in der sich auch Surf-Familien wohlfühlen.

Mimizan liegt etwas südlich von Biscarrosse und ist deutlich leb- und retortenhafter. Ein schöner Strand, aber nicht der schönste Ort. Ehrlich gesagt wäre Mimizan nicht unsere erste Wahl, was auch an der hier ansässigen und stark „duftenden“ Papierfabrik liegt. Eine Unterkunft in der Gegend (mit genug Entfernung zur Fabrik!) ist dennoch dabei.

Unterkunftstipps in Biscarrosse:

Biscarrosse: (1) Nebensaison, (2) Surf im Dronenblick, (3) Hauptsaison, (4) Ruhige Ecke und Wellen

3.4 Vielle-Saint Girons: Outdoor-Leben zelebrieren

In Frankreich surfen und auch sonst draußen viel erleben? Das geht definitiv in Vielle-Saint Girons (nicht zu verwechseln mit Saint Girons in den Pyrenäen!) bzw. Saint Girons-Plage in der Nähe von Hossegor. Zur Beliebtheit von diesem französischem Surfer-Ort tragen die folgenden Fakten bei: Erstens ist es in hier (noch?) etwas ruhiger wie anderswo, weil es nur eine überschaubare Anzahl an Unterkünften gibt. Zweitens ist der weitläufige Strand für viele mit der schönste an der Silberküste. Und drittens hast du den Lac de Leon, viel Wald im Naturschutzgebiet, und Outdoor-Fun wie den Kletterwald und einige Kanu-Strecken auf den zahlreichen Flüssen im Hinterland (Verleih z.B. über Canoe Land) vor der Tür.

Fast ein Synonym für Saint-Girons Plage ist sein legendärer Camping-Platz geworden: Les Tourterelles erstreckt sich über einen großen Pinienwald an den Dünen und liegt damit direkt am Meer. Herrlicher Nadelduft, immer Sand an den Füßen und das Meer in Laufreichweite … was will man mehr? Allerdings wird es wegen dieser Lage hier gerne voll; wer das nicht mag, findet aber Alternativen. Zum Surfen empfiehlt es sich, ein paar hundert Meter den Strand runter zu laufen, um nicht zwischen den Badegästen zu enden. Denn auch wenn der Ort nicht der trubeligste Südfrankreichs ist, tobt im Sommer am Plage das Leben.

Unterkunftstipps in Vielle-Saint-Girons:

Vielle-Saint Girons: (1) Strand (Foto: Camping Les Tourterelles), (2) Pinienwald, (3) Sunset Surf

3.5 Moliets: Surfcamps für Junge & Junggebliebene

In Frankreich surfen stellen sich viele ja wie im Ferienlager vor: Ein Haufen Jugendlicher, nur dass sie hier eben Surfen anstelle zum Wandertag gehen. Vielleicht stammt diese Assoziation vom Surferort Moliets et Maa bzw. Moliets-Plage, wo die Dichte an Surfschulen und Surfcamps (teils für bestimmte Altersgruppen) wirklich besonders hoch zu sein scheint. Das umfangreiche Party- und Action-Angebot lockt tatsächlich viele Teens und Junggebliebene auf ihrem ersten Surftrip an. Neben dem Strand- und Surfleben heißt es hier Ausgehen – in die zahlreichen Cafés, Restaurants und Bars für After Surf, Musik und Tanzen. Und an einem Lay Day bietet sich z.B. der Adrénaline Parc an!

Die Beliebtheit von Moliets bedeutet, dass die Auswahl an Unterkünften für Surfer sehr groß und für jeden Geschmack etwas dabei ist. Wer an Ort in Frankreich surfen will, muss allerdings damit rechnen, dass es im Wasser etwas voller werden kann. Da heißt es am Strand unter Umständen, für eine halbwegs leere Welle ein paar Schritte weiter zu gehen. Oder in der Nebensaison außerhalb vom Sommer zu kommen.

Unterkunftstipps in Moliets:

Moliets: (1) Glamping (Foto: Dreamsea Surfcamp), (2) Strand in der Off Season, (3) Skate Contest (Foto: Puresurfcamps), (4) Sunset Surf

3.6 Vieux-Boucau & Seignosse: Rundum-Glücklichsein

Der aufstrebende Ferienort Vieux-Boucau hat eigentlich alles, was das Herz begehrt. Den endlos langen Strand, ein hübsches Stadtzentrum mit Cafés und Restaurants, einen kleinen See (Etang de Soustons) und viele Surfschulen. Obwohl es im Sommer ebenfalls alles andere als leer ist und alle Parkplätze in Strandnähe belegt sind, so kommt es einem am Beach trotzdem ganz angenehm vor. Es gibt verschiedene Peaks, von denen meist einer richtig gut läuft. Und wird es an der einen Stelle mal etwas voller im Wasser, geht man einfach ein kleines Stück weiter den Strand runter und hat fast seine Ruhe. Wassersport ist in Vieux-Boucau ganz klar die Hauptsache!

Seignosse liegt etwas unterhalb von Vieux-Boucau und bietet hippe Surfkultur mit einigen coolen Bars, Läden und Restaurants. Gerade im Sommer finden hier auch öfters Konzerte statt, so dass es auf jeden Fall nicht langweilig wird. Am langgezogenen Sandstrand finden gerade fortgeschrittene Surfer an Breaks wie Le Penon, Les Bourdaines und Les Estagnots Wellen mit viel Tube- und Barrel Potenzial. Was Seignosse für uns besonders spannend macht, ist die Nähe zu Hossegor: Hier gibt es ein ganzes Viertel mit Factory Outlets der bekanntesten Surfmarken, und es finden obendrein regelmäßig Surf Contests statt. Du wirst also vielleicht einigen Top-Athleten über den Weg laufen 😉

Unterkunftstipps in Vieux-Boucau & Seignosse:

Vieux Boucau & Seignosse: (1) Top Surfer, (2) Panorama, (3) Pinienwald, (4) Sunset Walk

4. Biarritz, Bidart & Co: Baskisches Surferleben

Ganz im Süden Frankreichs, direkt hinter dem Fluss Adour bzw. ab der schönen Stadt Bayonne, beginnt das französische Baskenland. Hier ändert sich schlagartig alles: Es gibt mehr Berge, urige (ja fast alpin anmutende) Hütten, eine ganz eigene Sprache, und sehr viele Buchten mit diverser Swell-Ausrichtung. Das macht das Baskenland konsistenter, was den Surf angeht, und ist gerade im Winter, wenn Onshore-Stürme die Westküste unsurfbar machen, oft die einzige Option. Unserer Meinung nach ist die Gegend vor allem perfekt für alle, die schon sicher auf dem Surfbrett stehen und auf eigene Faust in Frankreich surfen gehen wollen. Was aber nicht heißt, dass Surfanfänger hier keine Surfschulen finden 😉

Eigentlich nie leer, an kleinen Tagen gut frequentiert, doch an größeren nicht ohne sind die Strände bzw. Surf Spots von Biarritz – eine maritime Stadt mit Art Deco Architektur, Strandbad-Flair und viel Charakter. Hier gibt es keine Surfcamps, aber einige Surfschulen, Hotels, Shops Cafés und Restaurants. Prima zum Bummeln und als Ausgangspunkt, wenn du im baskischen Teil von Frankreich surfen Fährst du weiter gen Süden, kommst du in Bidart und Guéthary vorbei, wo einige gute Spots für Intermediates und Advanced Surfer liegen. Mit entsprechend hohem Level!

Kurz vor der spanischen Grenze liegt mit Saint Jean de Luz noch ein sehr malerischer Küstenort, in dem man ebenfalls gut flanieren und an größeren Tagen surfen kann. Quasi nebenan findest du Hendaye mit seiner langgezogenen, sandigen Bucht, die Wellen für alle Surf Level bietet. Wenn es dich bis hierunter verschlägt, dann fahr doch auch mal über die Grenze und checke San Sebastian im spanischen Baskenland aus!

Unterkunftstipps im französischen Baskenland:

Französisches Baskenland: (1) Spotcheck, (2) Biarritz, (3) Blick auf Bucht von Hendaye, (4) Surfanfänger, (5) Bigger than it looks

5. Frankreich Map: Orte & Surfcamps in der Übersicht

Falls du bis hierhin gelesen hast, stimmst du uns sicher zu: Wer in Frankreich surfen will, hat in erster Linie die Qual der Wahl. Damit du bei all den Informationen den Überblick nicht verlierst, haben wir die oben genannten Surferorte und Surfcamps in die folgende Google Map gepackt:

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6. Extra-Tipps für den Surfsommer in Südfrankreich

Mach einen Roadtrip im Campervan. Die lästige Unterkunftssuche stellt sich gar nicht erst, wenn du einfach mit dem Bulli oder Camper verreist. Manche Surfer machen sogar Roadtrips an der ganzen Atlantikküste! Achte nur darauf, dich verantwortungsbewusst zu verhalten – Wildcampen ist verboten und wird von Anwohnern bestenfalls geduldet, aber nicht gern gesehen. Falls das alles noch Neuland für dich ist: Wir habenArtikel mit Infos, wie du einen Campervan kaufen und ihn selbst ausbauen kannst. Und falls du keinen eigenen Van willst, aber Bock auf Vanlife hast: Miete dir ein neues Zuhause auf vier Rädern einfach bei Paul Camper!

Sei kreativ bei der Unterkunftssuche. Falls du im Sommer in Frankreich surfen willst, und das womöglich noch spontan, dann könnte deine gewünschte Unterkunft eventuell schon voll sein. Macht nix! Stöbere doch mal bei Booking.com oder AirBnB nach Last Minute Angeboten. Die kann man manchmal tatsächlich noch finden!

Schau dir einen Surf Contest an. In Frankreich surfen lässt sich prima damit verbinden! Denn hier finden sowohl deutsche als auch internationale Surf Contests statt, auf denen man der Surfelite beim Zaubern zuschauen kann. Die World Surf League richtet je nach Tourplan gern Top Level Wettbewerbe in Hossegor aus, teils finden auch Qualifing Contests statt. Außerdem messen sich deutsche Surfer*innen z.B. bei den adh Surf Open in Seignosse, einem Contest speziell für studierende Wellenreiter*innen.

Frankreich surfen - SurfDM

Vorne Surfkurs, hinten Profi Marc Piwko (Foto: SurfDM 2017, Patrick Steiner)

Besuche die Surf Shops. Du brauchst noch einen Neoprenanzug, willst nach einem Surfboard stöbern oder einfach nur so nach Stuff von den großen Surfmarken schauen? Dann könnte sich ein Besuch in den Surf Factory Outlets bei Hossegor lohnen. A wie Amuse, B wie Billabong, R wie Roxy oder V wie Vissla – hier sind alle vertreten. Auch sonst findest du in Frankreich eine gute Auswahl an Surfkleidung und Surf Equipment. Und falls du länger da bist und eine neues Surfbrett brauchst, schau dich nach einem lokalen Shaper um!

Kombiniere Surfen mit einem Städtetrip. In Frankreich surfen und ein City Trip, geht das? Na logisch! Ein bisschen Kultur in Form von Sight-Seeing und Weinverkostungen kann man immer einschieben. Besuche zum Beispiel das Seebad Biarritz, schlemme in Bayonne, oder besuche Weingüter in Bordeaux – Orte die, je nachdem welchen Surfort du anpeilst, selbst Wellen bieten oder quasi auf dem Weg liegen. Selbst weit weg vom Meer gibt es viel zu entdecken, z.B. mit France Passion, dem lokalen Stellplatz-Anbieter für Camper.


7. Fazit: Surfen in Frankreich ist der Hammer!

Ich war öfters schon in Frankreich surfen und es zieht mich immer wieder hin! Falls du auch willst, hoffe ich dass du mit meinen Tipps nun den richtigen Ort für dich findest. Für einen guten Freund von mir, der in der Nähe von Lissabon lebt und dort perfekte Surf-Bedingungen hat, ist es übrigens Montalivet. Doch ob es wirklich an den – wie er behauptet – besten, nicht von Surfern überfüllten Wellen oder am Nacktsein liegt… Das bleibt fraglich 😉

Übrigens: Wenn du mal ganz woanders in Frankreich surfen willst, schau dir auch unsere Artikel über die Bretagne und das Übersee-Department La Réunion an. Ansonsten freuen wir uns über dein Feedback im Kommentarfeld – und natürlich über Likes und Shares 🙂

Titelbild: Lilly von Treuenfels auf der SurfDM 2017 in Saint Girons (Foto von Patrick Steiner)

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7 comments

nordfischbaby 16. Oktober 2015 - 10:12

Wow – was für ein toller Beitrag. Danke liebe Deva für diesen kleinen Ausflug in die Wellen. <3

Reply
Christian Dasbach 16. Oktober 2015 - 14:11

Schöner Beitrag 🙂 Montalivet und St. Girons habe ich mir notiert.

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In 25 Bildern durch Aquitanien - Pinienduft und Meeresrauschen // take an adVANture 11. Oktober 2016 - 20:55

[…] • Deva erzählt auf meerdavon vom Surfen in Frankreich und einer Welle für jeden. […]

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Surfer Feeling at Home: Musiker, die dir den Ozean nach Hause holen - SofaConcerts 4. Juli 2017 - 12:34

[…] Das Video zur aktuellen Single „Deep Deep Blue“ entstand übrigens im Surfer-Mekka Biarritz an Frankreichs Atlantikküste, wo die Jungs bestimmt selbst ein paar Wellen reiten […]

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Lennert 10. September 2019 - 17:35

Hey! Wie waren denn eure Erfahrungen in Frankreich bezüglich Kosten? Ist es günstiger, an einen „normalen“ Campingplatz zu gehen und sich dann am Strand Boards und Ausrüstung auszuleihen oder lohnt es sich, sich bei Surfcamps anzumelden?

Reply
Paul 5. Januar 2020 - 17:45

Hi Lennert,
Ich an deiner Stelle würde auf einen günstigen Campingplatz gehen (z.B. Le Gurp), einen Surfkurs mit einem Mietbrett in der Schule dort besuchen. Wenn’s dich packt, kannst du entweder weiterhin ein Board mieten (es ist nicht so teuer dort),schauen ob jemand beim Campingplatz ein Board loswerden will und es dann Kaufen oder nach Montalivet fahren und dort nach Occasionen suchen. Dann hast du auch viel mehr Freiheit als in einem Surfcamp.

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Andreas Surf 14. Oktober 2019 - 16:43

Gratulation zum Artikel. Deine Fotos sind wirklich sehr schön!

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