Bali Baby: 22 Dinge an denen du merkst, dass du ein Canggu Surfer bist!

by Heidi

Canggu ist der Hipster-Himmel auf Bali und eines der sich am schnellsten entwickelnden Städtchen der Insel. Dort wo vor 10 Jahren nur ein paar Reisfelder waren, fühlen sich Surfer, Yogis und Bohemians heute pudelwohl. Einige der bekanntesten Surf Spots von Bali liegen quasi vor der Haustür, an jeder Ecke locken coole Cafés und die In-Crowd knattert mit sonnenblonden Haaren auf ihren Rollern durch die Straßen.

Mit all diesen Annehmlichkeiten wird „The GU“ immer populärer und platzt nicht nur zur Hauptsaison aus allen Nähten. Manchen Leuten ist der Ort einfach zu voll, zu hip oder nicht mehr authentisch genug. Auch ich fragte mich nach meinem letzten Surfurlaub auf Bali: Verliert Canggu seinen Zauber und muss ein neuer Surfklassiker her? Nicht unbedingt! Man sollte aber wissen und akzeptieren, worauf man sich hier einlässt. Als Surfer sind in Canggu bestimmte Eigenheiten und positive als auch negative Dinge einfach normal. Welche das sind, verrate ich dir hier – mit einem kleinen Augenzwinkern. Aber es ist schon etwas Wahres dran…

1. Der Roller mit Board Rack ist dein bester Freund

Vröööm, vrööömmm…. Rollerfahren ist in Canggu Pflicht und Abenteuer zugleich. Pflicht, weil du mit dem zweirädrigen Untersatz viele schöne Ecken entdeckst und superflexibel bist. Und Abenteuer, weil der Linksverkehr wie überall sonst auf Bali ein Abenteuer sein kann! Auf den Straßen sind Armeen an Scooter-Fahrern unterwegs, die teilweise mit der ganzen Familie auf einem Gefährt sitzen. Viele Hunde dösen oder spielen auf dem Asphalt und zwingen dich zum Slalomfahren. Verkehrsregeln sind reine Auslegungssache und die Hupe ist Kommunikationsmittel Nummer 1.

Ein Roller mit Boardrack ist eine feine Sache für den Spotcheck

Ein Roller mit Boardrack ist eine feine Sache für den Spotcheck

Ganz wichtig: Dein Roller muss ein Board Rack haben, damit du dein Brettchen zum Spotcheck überall mit hinnehmen kannst! Denn Gerade in Canggu liegen viele Spots nur eine kurze Fahrt voneinander entfernt. Pro Monat kostet ein vernünftiger Scooter zwischen 40 und 50 Euro.

2. Du lässt dir Weihrauch um die Nase wehen

Wäre Canggu ein Duft, dann eine wilde Mischung aus salziger Meeresluft, Rollerabgasen, Warung-Essen, Hipsterpomade und einem guten Schuss Weihrauch. Ganz im Ernst: Ich liebe den mystischen Duft von Weihrauch und er hängt auf Bali den ganzen Tag in der Luft. Nach hinduistischer Tradition werden dreimal täglich kleine Opferschälchen mit Gaben wie Blumen, Reis, Keksen und Früchten auf die Straße gestellt und dazu Duftstäbchen angezündet. Und mehrmals pro Woche düst die Religionsgemeinschaft in weißer Tracht und mit bunten Reliquien im Gepäck im Auto-Korso zum Tempel, um einer Zeremonie beizuwohnen. An Meeres-Tempeln werden öfters Opfergaben ins Wasser geworfen und man kann als Surfer die Prozessionen beobachten – eine besondere Erfahrung!

Bei einer Zeremonie herrscht immer reges Treiben

Bei einer Zeremonie herrscht immer reges Treiben

Foto: „Cremation Ceremony“ by eGuide Travel, used under CC BY 2.0 (cropped for size & foto filter used)

3. Du hast eine feste Meinung über den Shortcut

Shortcuts, also Abkürzungen über kleine Seitenstraßen, gibt es auf Bali einige. Berühmt-berüchtigt ist der Shortcut, der das Zentrum von Canggu mit Berawa verbindet und durch grüne Reisterrassen führt. Mit einem Roller kann man auf dem Rumpelweg wirklich Zeit sparen, wenn man bereit ist zu hupen und ordentlich durchgeschüttelt zu werden. Mit dem Auto sieht es anders aus: Schleichend, den Abgrund immer vorm Auge, bewegt man sich im Schneckentempo fort. Und hat eine wirklich realistische Chance, im Reisfeld zu landen! In den letzten Jahren ist durch die vielen abstürzenden Autos ein Teil der Strasse weggebrochen und Fotos von Pechvögeln mit ihrem Karren im Matsch haben in der Canggu Community Kultstatus. Hach ja, der Shortcut – man liebt ihn oder man hasst ihn!

Canggus Shortcut

Canggus Shortcut: Wenn der Abend im Reisfeld endet… (Foto: Canggu Community)

4. Weniger als 30 Leute im Wasser sind für dich keine Crowd

Der Wecker klingelt noch vor Sonnenaufgang und du bist stolz, wenig später schon schlaftrunken am Surf Spot zu stehen. Und traust deinen Augen kaum: Wow, es sind erst 25 Leute im Wasser! Super Timing, nichts wie rein, denn in einer Stunde kann es schon ganz anders aussehen.

Es ist ein Fakt: Mittlerweile gehören die beliebten Surf Spots von Canggu – Old Mans, Batu Bolong, BB Temple, Berawa und Echo Beach – zu den vollsten auf Bali. Zu perfekten Bedingungen habe ich schon über 75 Menschen (!) an einem Spot gezählt und nicht jeder kennt sich mit der Surfetikette aus. Rechne damit, dass dir andere in deine Welle droppen oder die vielen Surfguides dir einen Schüler samt Surfboard vor die Nase schieben. Viele Leute kämpfen um die Wellen und die Stimmung ist teils etwas aggressiv. Deswegen sind Timing, Glück und ein Notfallplan beim Surfen in Canggu alles!

Nee, die kleinen schwarzen Punkte im Wasser sind leider keine Vögel...

Nee, die kleinen schwarzen Punkte im Wasser sind leider keine Vögel…

5. Du magst Canggu, aber zum Surfen gehst du lieber woanders hin

Früher galten die Surf Spots von Kuta Bay als überbevölkert und waren eher unbeliebt. Kurioserweise lässt sich heute eine Trendwende feststellen: Weil die Surf Spots von Canggu immer voller werden, weichen manche Surfer mittlerweile wieder nach Kuta und Seminyak aus. Am besten morgens, wenn das Verkehrschaos auf den Straßen noch nicht so groß ist, und der Swell mitspielt – denn ab 6 Fuß produzieren die Beach Breaks nur noch unsurfbare Close Out Wellen. Dann laufen dafür viele Außenriffe wie z.B. Airport Reef, Baby Reef oder Kuta Reef, für die man etwas Erfahrung auf dem Surfboard haben sollte. Hin kommt man günstig mit einem der Fischerboote von Sanur aus.

Spotalternativen zu Canggu: (1) Kedungu, (2) Balian und  (3) Medewi

Noch schneller kann man vor den Crowds von Canggu aus gen Westen flüchten. Dort liegen viele Reefbreaks für Intermediates, wie zum Beispiel mein Lieblingsspot Kedungu. Nach 1,5 Stunden Fahrt erreicht man die wunderschönen Wellen von Balian. Und wer etwas mehr Zeit oder ein freies Wochenende mitbringt, der sollte sich in Medewi den längsten Lefthander von Bali nicht entgehen lassen. Kleiner Extra-Tipp: Wenn du dich in einem Surfcamp wie z.B. bei Inda Surf in Canggu einbuchst, musst du nicht mal selber zu den Spots fahren – tägliche Trips dahin sind inklusive.

6. Smoothies isst du nur noch aus der Schüssel

Smoothie Bowls halten sich hartnäckig aus den Speisekarten der In-Cafés von Canggu. Kein Wunder, denn sie sind das perfekte Surfer Frühstück! Auf einem farbenfrohen Früchte-Smoothie werden Granola, frisches Obst und Kokosnuss so fingerfertig angerichtet, dass man sich kaum traut den Löffel anzusetzen. Besonders beliebt sind die knallpinken Bowls mit Dragonfruit und ausgefallenen Toppings wie Chia-Samen und Bee Pollen. Instagram-Fotos von diesen Leckereien gehören in Canggu zum guten Ton und sind unbedingt erwünscht 😉

Die Pink Dragon Smoothie Bowl im Koi ist mein Standard-Frühstück in Canggu

Die Pink Dragon Smoothie Bowl im Koi ist mein Standard-Frühstück in Canggu

Die leckersten Smoothie Bowls isst du im Koi (Pink Dragon Bowl & Greenie Bowl), im Avocado Café (Acai Bowl mit Chia-Pudding), bei Nalu Bowls (Uluwatu Bowl mit Mango) und im Crate (Hipstar Bowl mit extra viel Kokosnuss). Perfekter Begleiter dazu: Ein Flat White oder ein Cappuccino mit liebevoll verziertem Milchschaum. Denn in einer Hipster-Oase wie Canggu ist der Kaffee immer gut!

7. Deine Bros und Sisters werden mit Handschlag begrüßt

Handschlag, Fist-Bump und ein langgezogenes „Hey Brooo…. How are you Sissss…“ Wenn du deine liebsten Locals in Canggu häufiger siehst, fühlst du dich bei der herzlichen Begrüßung schnell wie ein cooler Gangster. Aber ein sehr netter! Du bist nicht länger der Mister oder die Misses, sondern gehörst so langsam zum Kreis der Eingeweihten dazu. Das lustige Bali-Englisch verstehst du ohne Probleme und beginnst langsam selbst, deine Buddies im typischen Style zu begrüßen. Noch ein bisschen lokaler Surfer-Slang dazu und schon fühlst du dich wie ein Balinese: Mit „Wooaaah, big mama coming“ weiß jeder im Line Up sofort, dass gleich ein dickes Set einschlägt. „Diving for lobsters“ klingt einfach besser als Nose Dive. Und zur „Bintang Time“ fachsimpeln alle über die „spicy waves“ des Tages.

Die Bros im Crate Café haben die typisch balinesische Begrüßung drauf

Die Bros im Crate Café haben die typisch balinesische Begrüßung drauf

8. Dein liebster Iso-Drink sind kopfgroße Kokosnüsse

Eine frische junge Kokosnuss mit Limette und Eis ist der beste Iso-Drink nach der Surf-Session. Sie steckt voller Vitamine, Nährstoffe und gesunder Fettsäuren bei einer sehr geringen Kalorienanzahl. Auf Bahasa Indonesia heißt die junge Kokosnuss mit der grünen Schale „Kelapa Muda“ und wird dir am Strand oder in Restaurants frisch mit der Machete aufgeschlagen. Strohhalm rein und genießen! Sie ist bestenfalls so groß wie dein Kopf und schmeckt erfrischend sanft. Selbst gegen den gefürchteten Bali Belly hilft das Riesennüsschen, da sie antibakterielle Stoffe enthält und gleichzeitig hydriert. Das macht sie auch zur Geheimwaffe gegen den morgendlichen Durst nach einer durchzechten Nacht! Eine frische Kokosnuss geht einfach immer.

Canggu - Kokosnuss

Eine frische Kokosnuss ist lecker und gesund – nicht nur für Surfer

9. Benzin gehört für dich in Wodkaflaschen

Bei einer Fahrt durch Canggu stehen sie an jeder Ecke: Kleine Holzregale mit fein säuberlich aufgereihten Absolut-Wodka-Flaschen. Dabei handelt es sich nicht etwa um Notfall-Minibars für durstige Australier, sondern um Tankstellen für Rollerfahrer! Eine Buddel Benzin kostet etwa 50 Cent und wird dir von den freundlichen Händlern sogar in den Tank geschüttet. Doch warum verkaufen die Balinesen ihren Sprit am liebsten in den Marken-Flaschen? Woher kommt das ganze Leergut? Und will Absolut-Wodka auf der Insel heimlich Wasser durch Wodka ersetzen? Das bleibt ein ungelöstes Rätsel…

Benzin wird nirgendwo so schick verkauft wie auf Bali

Benzin wird nirgendwo so schick verkauft wie auf Bali

10. Ein Ding ist für dich echt kein Ding mehr!

Ein anderer Surfer brettert dir rein, du bleibst mit deinem Surfboard am Riff hängen oder der Shorebreak schleift dich samt Equipment schön über den Boden. Das Ergebnis: Eine fette Macke im Brett, in der Surfersprache als „Ding“ bekannt. Doch als erfahrener Canggu-Surfer zuckst du nur mit den Schultern, den für dich ist ein Ding schon lange kein Ding mehr! Shit happens, vor allem an den vollen Surf Spots auf Bali. Hier gibt es dafür super Ding-Repair-Shops, die deinen Liebling meistens innerhalb eines Tages für schmales Geld wieder auf Vordermann bringen. Eine fast gekappte Nose wiederherstellen? Die Spur einer dicken Finne schließen? Kostet z.B. bei Charlie Brown in Canggu nicht mehr als 10 Euro!

Charlie Brown ist ein Meister der Ding-Repair

Charlie Brown ist ein Meister der Ding-Repair

11. Spa nach dem Surfen? Yes please!

In Canggu kennen sich sogar die Männer mit Spas aus! Richtig gehört: Hier gehen nicht nur Luxusgeschöpfe, sondern sogar harte Surfer regelmäßig zur Massage. Denn eine Stunde ordentlich Durchkneten kostet in der Regel unter 10 Euro und bringt verspannte Muskeln wieder in Ordnung. Beliebt sind zum Beispiel das Gold Dust oder das Chillax, wo es neben verschiedenen Massagen auch Maniküre, Pediküre und Wachsbehandlungen gibt. Könnt ihr euch ruhig gönnen, liebe Surfer Boys. Wir verraten es keinem 😉

12. Eine Wand ohne Graffiti findest du traurig

In Canggu bleibt eine Fassade nicht lange unverziert: An jeder Ecke haben sich Straßenkünstler mit teils beeindruckenden Graffitis ausgetobt. Legendär und am meisten fotografiert ist das Mural am Old Mans Beachclub, das mit Wortwitz punktet. Am gleichnamigen Surf Spot ist ein Graffiti sogar das Landmark zur optimalen Positionierung. Bei einer Rollerfahrt durch deine Hood wirst du viele spektakuläre und witzige Sprayer-Motive entdecken!

Die bekannte Wand an der Old Mans Beachbar mit typischen Surfersprüchen

13. Dein Wochenende heißt nur noch Deus & Pretty Poison

Canggus Ausgehtempel haben jede Woche feste Events und machen dir die Freizeitplanung einfach. Falls du an einem Abend alleine auf der Straße stehst und dich fragst, wo alle Leute abgeblieben sind, dann check einfach mal welcher Tag gerade ist:

  • Montag: Okay, deine Buddies könnten überall sein. Vielleicht im der Rock’n Roll Bar Gimme Shelter?
  • Dienstag: Kostenlose Tattoos und Taco-Essen beim Taco & Tattuesday im DEUS sind angesagt!
  • Mittwoch: Feuchtfröhliche Party im Old Mans mit einer Horde feierwütiger Australier. Der harte Kern zieht danach zur Sandbar weiter.
  • Donnerstag: Deine Kumpels sind noch fertig vom Vortag und ratzen schon im Bett.
  • Freitags: Geschmeidige Happy Hour im Old Man zum Wochenendstart.
  • Samstag: Pflichttermin im Pretty Poison, um den Skateboardern in der Bowl von der Bar aus zuschauen. Denn auf der Straße fahren die hier nicht.
  • Sonntag: Erst Lava-Cake essen und anschließend Live Musik im DEUS.

Diesen strammen Zeitplan machst du am besten nicht jeden Tag mit, sonst fällt die morgendliche Surf-Session öfters mal flach!

Canggu Pretty Poison

Abendliche Skateboard Action (Foto: Pretty Poison)

14. Eine Gans bestimmt darüber, ob du an Bargeld kommst

Der Geldautomat am Echo Beach in Canggu ist eine kleine Attraktion. Denn dort bestimmt ein gefiederter Türsteher über dein Schicksal. Mike Tyson, die wohlgenährte Gans mit grauen Kopffedern, lässt dich bei schlechter Laune nicht in den ATM-Glaskasten hinein oder wieder heraus. Fast jeder in Canggu hat schon solche Erfahrungen mit Mike gesammelt, der wirklich nach dem berühmten Boxer benannt wurde. Doch über die Gans zu fluchen ist übertrieben – mit einem zarten Schnattern wird sie schnell dein Kumpel.

Die strengste Tür in Canggu: Mike Tyson wacht über seinen Geldautomaten

Die strengste Tür in Canggu: Mike Tyson wacht über seinen Geldautomaten

Ein paar Gedanken machen sollte man sich eher über andere Macken, die Geldautomaten auf Bali manchmal haben. Sie schlucken zum Beispiel deine Karte, wenn du sie nicht schnell genug wieder einsteckst. Auch Skimming – das Ausspähen deiner Daten – kommt vor, falls der ATM präpariert ist oder deine Kreditkarte beim Bezahlen heimlich kopiert wird. Hier hilft nur Achtsamkeit (z.B. Prüfen, ob am Geldautomaten alle Teile original und fest sind), Bezahlen mit Bargeld und das regelmäßige Checken deines Kontos.

15. Zehnjährige Surfkids performen besser als du

Eines macht man in Canggu am besten von vorn herein nicht: Sich surftechnisch mit den Locals vergleichen. Viele stehen schon als kleine Steppken das erste Mal auf einem Surfboard und rippen so heftig, dass dir die Kinnlade herunterklappt! Genauso chargen die jungen Australier, für die Bali so ziemlich dasselbe ist wie für uns Deutschen die Ostsee. Ich feiere diese Minis immer für ihre kindliche Freude ohne jegliche Angst – und versuche, mir eine klitzekleine Scheibe von ihrer Haltung abzuschneiden 😉

Sie sehen nett aus, aber ziehen dich im Wasser gnadenlos ab

Sie sehen nett aus, aber ziehen dich im Wasser gnadenlos ab

16. Die Frage ist nicht, ob du Yoga machst. Sondern wo!

Mittlerweile weiß fast jeder, dass Yoga den Körper super geschmeidig hält und den Geist entspannt. Es gibt sogar Surf Yoga, das speziell auf paddelmüde Arme und verspannte Rücken von Wellenreitern eingeht. Good News: In Canggu können Surfer direkt vom Line Up auf die Yogamatte stolpern, da sich hier sehr gute Yoga Studios (z.B. Samadi, Serenity) angesiedelt haben. Mehr gibt’s eigentlich nur in Ubud im Landesinneren der Insel, aber eben ohne Wellen in Laufreichweite. Mein Lieblingsort und eine Ruhe-Oase in Canggu ist The Practice, wo energetisches Vinyasa, klassisches Hatha und sanft fordernde Yin Yoga Sessions angeboten werden. Die Lehrer legen großen Wert auf Pranayama, also Atemtechniken, die Muskeln und Geist entspannen. Du lernst so, den Körper herunterzufahren und mit wenig Luft auszukommen. Damit werden Wipe Outs in Zukunft weniger stressig!

Canggu - The Practice

Pssssst…. Schon am Eingang vom The Practice Yogastudio wird es besinnlich

17. Du nutzt heimlich UBER & Co

Ab und an lässt man als Canggu Surfer doch mal den Roller stehen, um in Ruhe auszugehen oder bequem einen längeren Ausflug zu machen. Neben Taxifahrern mit ihrer undurchschaubaren Preispolitik gibt es eine neue günstige Alternative: Sich über die Apps von UBER, Go Jek und Grab a Taxi einen privaten Fahrer besorgen. Allerdings sind die Services den dörflichen Ordnungshütern (Banjar) ein Dorn im Auge, da sie das lokale Transportmonopol nicht aus den Händen geben wollen. Überall stehen Warnschilder, dass UBER & Co. entweder gar nicht oder nur ein Drop Off erlaubt sei. Offiziell sollen sie wegen angeblicher Gesetzesverstöße verboten werden, mangels rechtlicher Grundlagen sind die Driver aber immer noch buchbar. Sie leben gefährlich, wenn sie von lokalen Taxiunternehmen enttarnt werden und steuern deshalb z.B. nicht den Airport in Denpasar an. Ihrer Beliebtheit tut dies keinen Abbruch. Nur groß reden will kaum einer drüber…

Canggu - No Uber

Glaubt Strassenschildern nicht alles: UBER und Co. sind günstiger als Taxen und unterstützen ebenfalls die Locals

18. Bad Boys & Girls auf Knatter-Bikes gehören zum Stadtbild

Du sitzt nett im Café und plötzlich fängt die Strasse an zu Vibrieren. Ein Röhren kommt langsam immer näher, das Geschirr auf dem Tisch klappert und du verstehst dein Gegenüber nicht mehr… Keine Angst, was nach Erdbeben klingt ist eine typische Erscheinung von Canggu: Bad Boys auf ihren Knatter-Bikes! Mit ihren lauten Öfen und mega-dicken Reifen heben sie sich vom „normalen“ Rollerfahrer ab und sind eine Spur lässiger. Ihr Heimathafen ist das DEUS, wo die krassesten Custom Bikes verlauft werden. Dort finden regelmäßig Biker-Treffen und jährlich im Oktober das Slidetober-Fest statt, eine Mischung aus Surfwettbewerb und Dirtbike Rennen. Und Logo, natürlich gibt’s auch Bad Girls auf heißen Öfen. So wie Single Fin Lady Lotta, die du bestimmt ab und an vorbeidüsen siehst.

Lotta Bike

Fotografin Lotta auf Feierabend Tour (Foto: Lotta and the Waves)

19. Spätestens zum Sonnenuntergang ist Bintang Time!

In Canggu kennt jeder das klassische Ritual nach der letzten Surfsession des Tages und es hat sogar einen eigenen Namen: Bintang Time! Sprich: Locals und Touristen gehen zum Strand, um sich ein Feierabendbierchen zu gönnen. Man muss es nicht einmal selbst mitschleppen, sondern kann sich das kühle Blonde für ein paar Rupies direkt aus der Kühltruhe von einem der Surfboard Rentals kaufen. Bintang ist ziemlich lecker, sogar als Radler erhältlich und ein echter Renner. Als alkoholfreie Alternative greife ich gern zu einer Flasche Tehbotol, gesüßten Jasmintee. Hmmm….

Skyporn-Gallerie zum Durchklicken: Der Abendhimmel in Canggu

Doch auch ohne Drinks sollte man den Sonnenuntergang nicht verpassen. Wenn die Sonne ins Meer plumpst, der letzte Surfer in der Dämmerung von der Welle steigt und der Abendhimmel in spektakulären Farben gute Nacht sagt, wirst du Bali ewige Treue schwören!

20. Du kochst nie selbst und der Warung kennt deinen Namen

Sofern du nicht gerade zu den Glücklichen gehörst, die länger in Canggu bleiben, wirst du wahrscheinlich kein Haus oder ein Zimmer in einer Villa haben. Sondern eine „normale“ Bude mit Bett und Bad, aber eben ohne Küche. Macht nichts! Morgens und abends essen gehen ist hier Standard und kostet nicht mehr, als selbst zu kochen. Morgens eine Smoothie Bowl, mittags ein Snack vom Straßenverkäufer und abends geht’s in den Warung – zum Beispiel zu Bu Mi, Di Do oder Varuka. Dort zahlst du im Vergleich zu den Hipster-Restaurants nur einen Bruchteil, bestimmst selbst was auf dem Teller landet und isst wirklich authentische indonesische Küche. Auch gut: Beim Bakso-Verkäufer mit der mobilen Küche eine deftige Suppe auf der Strasse kaufen!

Der freundliche Bakso-Mann hat immer eine deftige Suppe für dich dabei

Der freundliche Bakso-Mann hat immer eine deftige Suppe für dich dabei

21. Wo gestern noch ein Reisfeld stand ist heute eine Baustelle

Mit der stetig steigenden Zahl an Touristen hat der Bau-Boom in Canggu nochmal einen Schub bekommen. Investoren kaufen Grundstücke auf, ständig eröffnen neue In-Cafés und es entstehen weitere Coworking-Spaces für digitale Nomaden. Dafür büßt der Ort allerdings an Ruhe ein und es müssen immer mehr Reisfelder für Beton Platz machen. In Strandnähe werden mehrere große Hotels hochgezogen, der Mega-Beachclub in Berawa stört alle Anwohner und in Kedungu steht sogar ein Starbucks! Keine schöne Entwicklung. Hoffentlich wird aus Canggu nicht bald das nächste Seminyak…

22. Du schimpfst über Canggu… Und kommst trotzdem wieder

Ja, Canggu ist nicht mehr das alte Bali von vor 10 Jahren, als es nur Reisfelder und ein paar Warungs gab. Sondern eine Metropole des Surftourismus, in der die Line Ups voll sind und sich die lokale Kultur immer mehr mit westlichen Einflüssen vermischt. Viele Canggu Fans schimpfen über diese Entwicklung, kommen aber trotzdem immer wieder. Warum?

Canggu bietet neben allen Nachteilen eben auch den Zugang zu den tollen Surf Spots im Westen und eine fantastische Infrastruktur zum leben, arbeiten und genießen. Hier trifft man Leute aus allen Ecken der Welt und selbst nach einem Jahr Abwesenheit erkennen dich deine liebsten Locals wieder. Deswegen bleibt Canggu auf meiner Reiseliste. Ich genieße den Ort einfach so wie er ist – und werde bei der Suche nach leereren Surf Spots immer flexibler.

Allein schon der Abendhimmel von Canggu wird dich für immer verzaubern

Allein schon der Abendhimmel von Canggu wird dich für immer verzaubern

Planst du selbst einen Surfurlaub in Bali? Dann schau unbedingt in meinem Übersichtsbeitrag zum Surfen auf Bali vorbei! Oder warst du schon in Canggu, willst über deine eigenen Erfahrungen dort berichten oder hast generelle Fragen zum Surfen auf der Insel der Götter? Dann hinterlasse einen Kommentar oder schreibe mir!

10 comments

RoadTrip- Girl 5. November 2016 - 12:00

Hallo Heidi

Beim Lesen deines Beitrages fühlte ich mich, wie wenn ich wieder vor Ort wäre…
Ich weiss noch wie ich das erste Mal Roller fuhr… Linksverkehr, die Hunde die überall da auftauchten wo ich gerade durchfahren wollte. Vom Strand zum Hostel zurück,startete mein Roller nicht mehr. Kein Benzin im Tank. Tankanzeige war auf vollgetankt, dass sie kaputt war, hatte ich so nun rausgefunden. Dank netten Locals und einige Bintang später war alles wieder gut.
Danke Heidi, dass du mich durch deinen Beitrag nochmals an die tolle Zeit erinnert hast!
Liebe Grüsse
Veronica

Reply
Heidi 7. November 2016 - 6:12

Hi Veronica,
Ungefähr genauso wie bei dir sah meine erste Roller-Erfahrung auf Bali aus. Nur dass ich noch dazu ein absoluter Neuling auf dem Gefährt war und ohnehin alles unheimlich fand. Lieben Locals und etwas Fahrpraxis sei dank hat sich das aber schnell gelegt 🙂
Ich freue mich, dass dir der Beitrag so gut gefallen hat 🙂
Liebe Grüße
Heidi

Reply
Julia 6. November 2016 - 9:42

Haha danke für diesen Beitrag musste mehrmal schmunzeln und das Fernweh hat mich wieder gepackt.
War über einen Monat in Canggu und hab es als mein home away from home auserkoren. Kann es kaum erwarten wieder dort zu sein.
Alles Liebe
julia
http://www.yogaandjuliet.com

Reply
Heidi 7. November 2016 - 6:13

Hi Julia,
Gern geschehen – ich musste die Canggu Klischees einfach festhalten 🙂
Wir waren diesmal auch sehr lange dort, für fast 2 Monate. Denn das Verlängern des Visums ist denkbar einfach.
Vielleicht sehen wir uns nächstes Jahr dort 😉
Liebe Grüße
Heidi

Reply
Sophie 7. Dezember 2016 - 8:49

Hallo Heidi, ein sehr guter und realistischer Artikel über Canggu. Ich bin jetzt seit etwas über einer Woche zurück in Deutschland und das Örtchen sowie die Locals fehlen mir furchtbar! ???? Nächsten Planungen sind im Gange!
Vielen Dank für deinen tollen Blog.

Reply
Heidi 15. Dezember 2016 - 12:02

Hallo Sophie,
Danke für dein Kompliment – das höre ich natürlich am Liebsten!
Ich hoffe dass du bald wieder nach Canggu zurückkehren kannst und dass es nicht noch voller dort wird 😉
Liebe Grüße
Heidi

Reply
Lisa 15. Januar 2017 - 21:29

Hallo Heidi,
Danke für den super Bericht!
Ich werde im Mai für einen Monat in Bali sein und da darf Canggu natürlich nicht fehlen ☺️
Hast du eventuell einen Tip für ein Surfcamp für eine motivierte Surfanfängerin ?
Liebe Grüße
Lisa ????

Reply
Heidi 17. Januar 2017 - 1:49

Hallo Lisa,

Das bekannteste Surfcamp in Canggu – mit dem ich die meisten Erfahrungen habe – ist KIMA. Pro: Es liegt als einziges direkt am Meer und du kannst du einigen Spots laufen; diese sind bei normal großen Wellen allerdings eher etwas für Intermediates. Bei KIMA sind mehrere Trips pro Tag zu anderen Spots inklusive. Contra: KIMA ist ein recht großes Camp und du bekommst wirklich nur Surf Guiding (= Transfer zum Spot und kurze Einweisung) geboten. Außerdem ist das Camp – wie alle anderen großen Wettbewerber in Canggu – nicht ganz günstig.

Wenn du wirklich noch gar keine Erfahrungen hast und viel lernen willst, würde ich dir zu Beginn die Rip Curl School of Surf in Kuta empfehlen, wo du innerhalb von 3 Tagen viele Basics erklärt bekommst. Oder Bali Green Surf in Seminyak, die ebenfalls sehr gut sein sollen. In Canggu kann man z.B. bei Ayok Surf & Stay günstig relativ nah am Beach wohnen und Ayok selbst soll ein sehr guter Coach sein! Ansonsten probiere es mal bei Inda Surf. Ich kenne Inhaber Indra noch von früher, er ist super nett und hat mit seinen Buddies ein gutes und sehr persönliches Surf Hostel mit Coaching aufgebaut!

Viel Spaß in Canggu 🙂

Liebe Grüße
Heidi

Reply
Christof 17. April 2017 - 21:45

Sehr gelungenrer Bericht. Ich war in Seminyak Kima Surf, jedoch war Old Mans und Co auch des öfteren auf unserer Surfliste und habe die Vorteile dort auch sehr genossen.
Werde im August 2017 und/oder Jänner 2018 wieder kommen.
Trage diesen Urlaub immer noch im Herzen und bin Stolz das mein Surflevel nun auch ei Hang Loose verdient hat.
Spirit und Livestyle sind echt ungeschlagen.
Lg Christof

Reply
Heidi 22. April 2017 - 10:43

Hi Christof,
Danke für dein Lob und toll, dass es dir so gut in Canggu gefallen hat!
Wer einmal auf Bali war, der kehrt meistens wieder zurück 🙂
Beim nächsten Besuch kannst du das „Hang Loose“ Gefühl ganz bestimmt noch steigern.
Liebe Grüße und surf on
Heidi

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