Because shit happens: Die beste Auslands-Krankenversicherung für Surfer

by Heidi

Als Surfer benötigst du unbedingt eine gute Auslandskrankenversicherung, basta. Denn auf Reisen zu den schönsten Surf Spots dieser Erde fängst du dir außer tollen Wellen manchmal auch gesundheitlich etwas ein – und Behandlungskosten im Ausland machen dich ohne Versicherungsschutz arm! Dieses Thema ist vielleicht nicht so sexy wie fröhliche Surfer Stories, doch hat mich auf kurzen und langen Surftrips schon einige Male betroffen.

Mittlerweile tummeln sich so viele Auslandskrankenversicherungen am Markt, dass der Überblick schwerfällt. Einige davon sind für Surfer schlichtweg ungeeignet und die Auswahl hängt generell von vielen Faktoren ab. In diesem Beitrag erfährst du, warum jeder Surfer eine Auslandskrankenversicherung benötigt, wie du die Richtige für dich findest und worauf du bei der Auswahl achten musst.

1. Warum du als Surfer eine Auslandskrankenversicherung brauchst

Zeit für ein paar kleine Horror-Geschichten aus dem Surfer-Alltag, die sich selbst zartbesaitete Seelen durchlesen sollten. Denn Surfen ist zwar der beste Sport der Welt, doch beim Spiel mit kraftvollen Wellen oder tropischen Keimen kann immer etwas passieren. Meistens ist das kein Drama – aber wenn deine Reiseapotheke nicht mehr ausreicht, müssen ein Arzt bzw. ein gutes Krankenhaus her. Mit einer ordentlichen Auslandskrankenversicherung, die die Kosten trägt, sind Verletzungen und Krankheiten aber zum Glück meistens nicht mehr allzu schlimm.

1.1 Kleinere Dramen: Bali Belly und Platzwunden

Im Urlaub zog es uns oft zum Surfen nach Bali. Einmal fiel mein Mann Chris dem gefürchteten Bali Belly zum Opfer und war völlig lahmgelegt. Zwischen Krankenbett und Badezimmer gab es für das Häufchen Elend ein paar Spritzen und Medikamente, und binnen 2 Tagen stand er wieder auf dem Surfbrett. Kosten: ca. 300 Euro. Ein anderes Mal zog Chris sich einen Finnen-Cut an der Stirn zu, der genäht werden musste. Dummerweise ging er (mit Badekappe!) weiter Surfen, was die Wunde erneut aufplatzen ließ und das Honorar der Ärztin in die Höhe trieb. Kosten: ca. 500 Euro und als Bonus 2 Wochen Surfverbot. Dafür hat das Röntgen auf Java – gestauchtes Genick nach Surfen auf einer zu flachen Inside – meine bessere Hälfte aber nur schlappe 20 Euro gekostet 😉 Doch es geht sehr viel teurer, bis in fünfstellige Beträge. Dazu später mehr.

Nähstunde in Indonesien

Nähstunde in Indonesien: Christian und Doktor Maja bei der Nadelarbeit

Auf unserer Surf Weltreise legte ich mit Wehwehchen nach. In Australien wurde mein Knie geflickt (Kosten ca. 600 Euro) und in Neuseeland holte ich mir im kühlen Wasser neben Wellen eine hartnäckige Bronchitis (Kosten für Arzt und Antibiotika: ca. 100 Euro). Mein Nasenbruch in Schottland hat überhaupt nichts gekostet, weil die NHS (das britische Gesundheitswesen) öffentlich bezahlt wird – und man mir letztlich nicht wirklich helfen konnte. Zum Richten des Zinkens war es halt zu spät.

All diese „unerwünschten Erfahrungen“ waren nicht schön, aber auch nicht superdramatisch. Sie nehmen uns keinesfalls die Lust am Surfen und insgesamt ist während des Reisens bisher wirklich wenig passiert. Unsere Auslandskrankenversicherung hat immer alle Kosten erstattet, die um ein Vielfaches höher waren als die monatlichen Versicherungsprämien.

1.2 Große Dramen: Operationen und Krankenrücktransport

Den meisten Leuten passiert während des Surfurlaubs wie gesagt nie etwas Schlimmeres. Das Heftigste, was wir bisher durchhaben, war mein Bandscheibenvorfall in Portugal – wahrscheinlich eine eigene Story wert. Die Diagnostik inklusive MRT und mehrerer Orthopäden- und Chirurgen-Termine kostete um die 800 Euro, was die Auslandskrankenversicherung erstattete. Hingegen hätte die dringend angeratene Standardoperation um die 6.000 Euro gekostet. Ein Standard-Eingriff für die Ärzte, für mich eine sehr gruselige Angelegenheit an der Wirbelsäule. Zum Glück schaffte ich ein paar Wochen später den Heimflug, nachdem ich mit Schmerzmitteln eingestellt war, und kam erst in Deutschland nach Einholen weiterer ärztlicher Meinungen unter das Messer.

Tipp: Wer gesundheitlich eingeschränkt bzw. schwach ist und z.B. nicht richtig gehen kann, darf sich an jedem Flughafen vor Abflug „Assistance“ buchen. Das geht online, ist in der Regel kostenlos und du wirst dann mit dem Rollstuhl durch die Security-Schleuse bis ins Flugzeug gebracht.

Diese Assistenzleistungen bringen dir aber nichts, wenn du einen richtigen (sprich medizinisch überwachten)  und daher besonders teuren Krankenrücktransport ins Heimatland benötigst. Sie sind sinnvoll, wenn die medizinischen Standards zu Hause besser sind als am Urlaubsort. Allerdings kostet so ein Flug zur medizinischen Evakuierung (Medevac) bis zu 100.000 Euro. Das erfuhr ein amerikanischer Surfer, der am Rivermouth Balian auf Bali von einem Hai gebissen wurde. Seine Auslandskrankenversicherung deckte die Operationskosten in Singapur ab, nicht aber den Ambulanzflug. So eine Haiattacke ist extrem selten, doch selbst bei gewöhnlicheren Verletzungen ist ein Krankenrücktransport per Flugzeug nötig. Beispielsweise müssen Luftdruck und Sauerstoffzufuhr in der Kabine bei gebrochenen Rippen, Verletzungen von Lunge oder Trommelfell, und bei Herzproblemen medizinisch überwacht bzw. speziell reguliert werden. Mit einer Auslandskrankenversicherung hast du wenigstens bei den Kosten noch gut lachen.

Auslandskrankenversicherung - ADAC

Wenn Hilfe von oben kommt, wird’s meistens teuer…

Außerdem willst du im Ernstfall im Ausland ebenfalls gut krankenversichert sein, wenn ein Notfall ansteht und du die Heimreise schlicht und ergreifend nicht mehr schaffst. Das kann eine komplexere Operation sein – z.B. beim Blinddarm-Noteingriff, bei Knochenbrüchen oder Komplikationen an den Organen nach Infektionskrankheiten, die in den Tropen gern vorkommen. Hierfür fallen Behandlungskosten im hohen vier- bis fünfstelligen Bereich an. Wer dann keine Auslandskrankenversicherung hat, zahlt für den „einfachen“ Surftrip schnell mal 100.000 Euro – oder wird nicht behandelt.

1.3 Die Krankenkasse vom Heimatland greift nicht im Ausland

Neben all dem Scheiß, der beim Surfen und Reisen passieren kann, gibt es ein weiteres Argument für eine Auslandskrankenversicherung: Behandlungskosten im Ausland werden von deiner heimischen Krankenversicherung so gut wie gar nicht bezahlt!

Als Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse hast du auf der Rückseite deiner Chipkarte automatisch eine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC bzw. European Health Insurance Card). Sie greift z.B. bei akuten Notfällen in EU-Ländern, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht: Du zeigst sie vor und wirst dann nach dem lokalen Standard behandelt. Das bedeutet aber, dass viele Kosten  trotzdem nicht getragen werden, wie z.B. Privatleistungen oder der erwähnte Krankenrücktransport. Außerhalb der EU deckt die EHIC außerdem keinerlei Behandlungskosten ab.

Und wie sieht es mit private Krankenkassen aus? Sie versichern je nach Anbieter manchmal Auslandsreisen von bis zu 2 Monaten mit, und bieten danach an, gegen einen Zuschlag auch den Rest der Reise zu versichern. Das ist aber meistens teurer als eine separate Auslandskrankenversicherung.

Auslandskrankenversicherung - Gesundheitskarte

Die Europäische Krankenversicherungskarte zahlt leider nicht alles und überall


2. Auslandskrankenversicherung für Surfer: Das muss sie können 

Bevor du eine Auslandskrankenversicherung abschließt, solltest du wissen, welche Kosten sie übernimmt und welche nicht. Außerdem lohnt sich eine Überprüfung der wesentlichen Knackpunkte, die für Surfer wichtig sind. Keine Sorge: Das ist leichter als es zunächst klingt!

2.1 Standardleistungen einer Auslandskrankenversicherung

Mit einer Auslandskrankenversicherung bist du auf deiner Surfreise quasi Privatpatient. Du begleichst die Kosten vor Ort meistens erst einmal selbst und bekommst sie später gegen Rechnungsvorlage erstattet. Bei größeren Beträgen wie z.B. Operationen klärt der Versicherer die Kostenübernahme hingegen direkt für dich. Er sollte mindestens für Folgendes die Kosten erstatten:

  • Ambulante und stationäre Behandlungen beim Arzt und im Krankenhaus
  • Untersuchungsmethoden wie Röntgen und MRT
  • Medikamente, Verbände, Hilfsmittel (z.B. Gehhilfen) und Physiotherapie
  • Transportkosten zum nächsten Krankenhaus im Ausland
  • Krankenrücktransport ins Heimatland
  • Zahnarztbehandlungen im Notfall

Bisher hat unsere Auslandskrankenversicherung (welche das ist, sagen wir weiter unten im Text) so ziemlich alles bezahlt. Wichtig ist nur: Du brauchst für Behandlungen und Medikamente immer eine ärztliche Anordnung – also „einfach mal so“ zur Physiotherapie gehen reicht nicht aus – und du musst natürlich alle Rechnungen parat haben.

Gerade für größere Operationen ist eine lückenlose Dokumentation wichtig. Es ist nicht unüblich, Notfall-Operationen im Urlaubsland machen zu lassen – bei einem Bekannten war es das „Fixen“ vom Schlüsselbein nach einem Motorradunfall. Hast du die Wahl, lässt du dich vielleicht aber lieber zuhause operieren. Hier spielt dann der Krankenrücktransport eine Rolle.

Auslandskrankenversicherung - Operationen

Op, ok? Zumindest dann, wenn es nicht mehr anders geht

2.2 Extras einer Auslandskrankenversicherung

Manche Auslandskrankenversicherungen bezahlen neben den Standards auch Extras wie Vorsorgeuntersuchungen (z.B. bei Schwangerschaft), regelmäßige Checkups beim Zahnarzt oder Gynäkologen, Zahnersatz, alternative Heilmethoden und Massagen. Meistens sind diese Leistungen pro Versicherungsjahr in Anzahl oder Kostenerstattungsrahmen begrenzt. Dennoch super, wenn man für eine längere Zeit im Ausland sein will.

Tipp: Eine günstige Kombi aus Auslandskrankenversicherung und Reiserücktrittsversicherung ist sinnvoll, falls du bereits gebuchte und bezahlte Surfreisen wieder absagen musst. So ging es mir nach einem Sportunfall zu Hause: Der Surf Trip nach Sri Lanka wurde schweren Herzens gecancelt, ich bekam alle Stornokosten erstattet und konnte ein paar Monate später verreisen.

Unter den Extras eher sinnlos ist hingegen die Reisegepäckversicherung, da der Versicherer den Großteil der Kosten im Verlustfall auf die Airline abwälzen wird. So etwas lohnt sich nur, wenn du mit extrem teuren Gepäck unterwegs bist. Und für den Transport deiner Boardbag musst du vor dem Einchecken sowieso unterschreiben, dass die Airline nicht für „übliche“ Schäden haftet.

2.3 Wofür eine Auslandskrankenversicherung nicht bezahlt

Eine Auslandskrankenversicherung haftet nicht, wenn du dir vorsätzlich oder fahrlässig wehtust – also z.B. Schlägereien anzettelst oder beim Rollerfahren ohne Helm auf den Kopf fällst. Fahrlässiges Verhalten könnte man dir auch bei Reisen in Länder unterstellen, für die das Auswärtige Amt dringende Reisewarnungen ausgesprochen hat und in denen dir dann etwas passiert. In solchen Fällen kann man nur auf Kulanz des Versicherers hoffen, oder noch besser: Sich zumindest vor dem Reiseantritt in ein Gefährdungsgebiet über die Versicherungsmodalitäten informieren.

Auslandskrankenversicherung für Surfer - OP Tourismus

Augen lasern lassen oder Weisheitszahn-Operation: Dafür wird die Auslandskrankenversicherung nicht zahlen

Noch ein wichtiger Hinweis: Unseres Wissens nach ebenfalls von der Auslandskrankenversicherung ausgeschlossen ist die Kostenübernahme für die Behandlung von Vorerkrankungen, die zum Reisestart schon bekannt waren. Das ist auch der Grund, warum manche Versicherer bei Vertragsabschluss die gefürchteten „Gesundheitsfragen“ stellen – wer hier Falschaussagen trifft, riskiert einen Versicherungsausschluss – und mit deiner Unterschrift sich sogar bei deinen Ärzten über deinen Gesundheitszustand informieren dürfen. In dem Zusammenhang ebenfalls nicht versichert ist „Operationstourismus“ – also die Durchführung von bereits geplanten Eingriffen im Ausland.

2.4 Wichtige Unterschiede: Augen auf beim Kleingedruckten

Niemand liest gern mit der Lupe lange Vertragsbedingungen, doch hier zeigen sich feine Unterschiede z.B. in den Leistungsgrenzen. Wesentliche Behandlungen werden oft unbegrenzt, andere (z.B. Bergungskosten, Zahnbehandlung, Krankenhaustagegeld) nur bis zu bestimmten Beträgen übernommen. Außerdem lauern im Kleingedruckten folgende Stolperfallen bei der Auslandskrankenversicherung:

Wir Surfer heulen nicht wegen Aua beim Wipe Out. Nur wenn wir selbst für die Blessuren zahlen müssen

Wir Surfer heulen nicht wegen Aua beim Wipe Out. Nur wenn wir selbst für die Blessuren zahlen müssen

(a) Ist Surfen als Sportart mitversichert?

Bestimmte Anbieter versichern keine Berufssportler oder decken keine Verletzungen ab, die bei bestimmten Risiko-Sportarten passieren. Andere wie z.B. World Nomads haben je nach Sportart sogar unterschiedliche Tarifmodelle. Prüfe auf jeden Fall, dass Surfen mitversichert ist! Dann behältst du bei jedem Wipe Out die Nerven.

(b) Ist ein medizinisch sinnvoller Rücktransport drin?

Einige Versicherer decken nur einen medizinisch notwendigen Rücktransport ab. Bei einem schweren Unfall musst du dich dann ggf. im Ausland unter schlechteren Bedingungen als im Heimatland behandeln lassen, weil die Auslandskrankenversicherung keinen Anlass zur Finanzierung deiner teuren Rückreise sieht. Wesentlich besser ist die Abdeckung des medizinisch sinnvollen Rücktransports, der bereits angezeigt ist, weil man im Ausland nicht deine Sprache spricht, zu Hause moderner operiert wird und du in der Heimat schneller gesunden kannst.

(c) Selbstbehalt, ja oder nein?

Teilweise musst du bei jedem Versicherungsfall einen Mindestbetrag der Kosten selbst übernehmen. Das können 25, 50 oder sogar über 100 Euro sein. Rechnungen für kleinere Wehwehchen werden dir so garantiert nicht erstattet und deine Reisekasse bekommt schneller Löcher, weil du auf bestimmten Krankheitskosten sitzen bleibst.

(d) Ist die freie Arztwahl erlaubt?

Nicht jede Auslandskrankenversicherung lässt dich deinen Arzt selber aussuchen. Manche schreiben beispielsweise vor, dass du nur das öffentliche Gesundheitssystem in einem Land (z.B. Gesundheitszentren) und keine Privatärzte nutzen darfst. Dies kann sich stark auf die Qualität deiner Behandlung sowie auf die Wartezeit auswirken. Beispielsweise wurde mir im öffentlichen Krankenhaus in Sri Lanka nach dem Biss eines potenziell tollwütigen Hundes geraten, doch einfach abzuwarten, ob das Tier sterbe… Undenkbar! Im Privatkrankenhaus bekam ich dann die unverzichtbaren Spitzen, die selbst nötig sind, wenn man vorgeimpft ist.

(e) Ist Arbeiten mit inbegriffen?

Falls du länger ins Ausland reisen und dort auch arbeiten willst, muss dieses Reisemodell von deiner Auslandskrankenversicherung abgedeckt und vor Reiseantritt abgesegnet werden. Einige unterscheiden sogar bestimmte Tarife für Work & Traveller, Au Pairs, Studenten oder Selbstständige, andere versichern nur reine Urlaubsreisen.

(f) Ist ein Heimaturlaub mitversichert?

Auf einer mehrjährigen Reise willst du zwischendurch vielleicht die Lieben daheim besuchen. Eine gute Auslandskrankenversicherung gewährt dir dafür Heimaturlaub, in dem Krankheiten, Unfälle und Arzt-Check Ups mitversichert sind. Dies ist vor allem dann relevant, wenn du deine deutsche Krankenversicherung während der Reisezeit ruhen lässt (mehr zu dieser Möglichkeit weiter unten).

Der etwas andere Kultur-Ausflug: Krankenhaus in Indonesien

Der etwas andere Kultur-Ausflug: Krankenhaus in Indonesien


Kläre vor Vertragsbeginn bitte unbedingt, dass die oben genannten Punkte alle erfüllt sind! Falls dazu nichts in den Vertragsbedingungen steht, frag einfach beim Versicherer nach. Am besten schriftlich, damit du vor dem Vertragsabschluss etwas in der Hand hast.

3. Normal versus Langzeit: Arten der Auslandskrankenversicherung

Du brauchst entweder eine normale oder eine Langzeit Auslandskrankenversicherung, je nachdem wie du reist. Beides ist für jüngere Reisende meist besonders günstig. Wichtig ist nur, dass du deine Auslandskrankenversicherung vor dem Reiseantritt abschließt und einen deutschen Wohnsitz angibst. Nur die wenigsten erlauben dir noch den Abschluss, sobald eine Reise bereits läuft, und lassen sich diesen „Service“ teuer bezahlen. Manche Anbieter bestätigen dir bei Online-Anmeldung sofort den Versicherungsbeginn, bei anderen musst du darauf etwas warten. Also am besten etwas Zeit einplanen.

3.1 Normale Auslandskrankenversicherung

Für den klassischen Surfurlaub reicht eine normale Auslandskrankenversicherung aus. Sie wird jährlich abgeschlossen und gilt für Reisen mit einer Dauer von jeweils 6 bis 8 Wochen am Stück. Für etwa 20 Euro pro Jahr ist so eine Reisekrankenversicherung ein echtes Schnäppchen und beruhigt das Gewissen, da im Notfall alle Behandlungskosten im Ausland sowie der Krankenrücktransport abgedeckt sind. Gute Anbieter mit weltweitem Schutz sind beispielsweise die ERV, Barmenia Direkt, Ergo Direkt oder die Hanse Merkur.

Bei der ersten Suche nach so einer Reisekrankenversicherung helfen Plattformen wie Check24, die einen guten Überblick bieten. Konkrete Leistungsunterschiede erkennst du aber nur beim Wälzen der jeweiligen Versicherungsbedingungen. Achte dabei auf die oben genannten Punkte!

3.2 Langzeit Auslandskrankenversicherung

Für eine langen Surftrip oder eine Weltreise benötigst du eine Langzeit Auslandskrankenversicherung. Sie gilt für Reisen mit einer Dauer von mehreren Monaten bis zu 5 Jahren und ist ein Rundum-Sorglos-Paket für deine Gesundheit. Die Kosten betragen zwischen 1 und 4 Euro pro Tag und hängen zum einen von deinen Reiseländern ab. Zählen die USA und Kanada (Nordamerika) mit ihren preisintensiven Gesundheitssystemen dazu, wird es oft bis zu dreimal so teuer. Ebenfalls mehr bezahlst du bei einer Reisedauer von über einem Jahr, da es dafür weniger Anbieter gibt und der Versicherer ein höheres Risiko hat, dass dir etwas passiert. Doch welche Langzeit Auslandskrankenversicherung soll es sein? Unter den vielen Anbietern am Markt sind zum Beispiel diese wirklich gut:

  • Hanse Merkur: Digitale Nomaden schwören auf die Hanse Merkur, die Ausgaben schnell erstattet. Im Profi-Tarif sind alle nötigen Behandlungen inklusive Zahnarzt und Vorsorge abgedeckt, was allerdings nicht wenig kostet.
  • ADAC: Günstig und gut, wenn du maximal 2 Jahre reisen willst und keine Extras oder Heimaturlaub benötigst. Der ADAC hat eine eigene Flotte an Ambulanzflugzeugen und ein großes Ärztenetz, das im Fall der Fälle beraten kann.
  • STA Travel: Der Reiseanbieter hat in Kooperation mit der Allianz eine solide Auslandskrankenversicherung im Programm. Besonders günstig bis 39 Jahre und mit allem was du brauchst, aber ein kleiner Selbstbehalt ist mit dabei.
  • STAY Travel: Dahinter verbirgt sich ein Spezial-Tarif der Hanse Merkur mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir reisen seit längerer Zeit mit STAY Travel und freuen uns, dass Nordamerika für relativ wenig Geld mit abgedeckt ist.

Alle hier empfohlenen Anbieter schließen Surfen als versicherte Sportart meines Wissens nach nicht aus. Trotzdem solltest du diesen Fakt vor Vertragsabschluss selbst nochmal überprüfen, falls sich die Versicherungsbedingungen zwischenzeitlich geändert haben.

3.3 Private Internationale Krankenversicherung

Unter diesem Text hat ein Leser, der Segler Dody, einen wichtigen Punkt angesprochen: Es gibt Reisende, egal ob Surfer oder nicht, denen die maximal 5 Jahre einer Langzeit Auslandskrankenversicherung nicht ausreichen. Sie sind z.B. als Expatriates oder digitale Nomaden ohne festen Wohnsitz ständig unterwegs, oder echte Auswanderer, die nicht lokal angestellt und krankenversichert sind. Dieser Personenkreis braucht eine private internationale Krankenversicherung. Die funktioniert ähnlich wie eine private Krankenversicherung in Deutschland, nur eben überall auf der Welt. Wir haben selbst mit so einer Variante noch keine Erfahrungen gesammelt, aber von Dody sowie Bekannten die folgenden Anbieter empfohlen bekommen:

  • BDAE: Der „Expat Retired Top“ beinhaltet neben Standard-Leistungen auch Zahnersatz und Vorsorgeuntersuchungen. Allerdings sind nur private Auslandsaufenthalte exklusive Nordamerika versichert (du darfst nicht arbeiten).
  • DIA (Deutsche im Ausland) Globality CoGenio: Auch geeignet für geschäftliche Auslandsaufenthalte mit drei Tarifklassen. Im „Top“ Tarif ist fast alles drin.
  • Foyer Global Health: Neben Kurzzeitmodellen gibt es auch einen privaten Ergänzungsschutz für den EU-Raum und ein Premiummodell, welches für Nordamerika aber extra kostet.

Zu diesen und weiteren Versicherern findest du bei Staatenlos weitere Informationen. Wichtig ist, dass selbst bei diesen internationalen Vollversicherungen der Aufenthalt im Heimatland sowie die Kosten der einzelnen Leistungspunkte begrenzt sind. Die „eine“ Auslandskrankenversicherung, die immer und alles ohne Limits bezahlt, gibt es also nicht! Schockierend, ich weiß. Vor Schreck muss ich mich auch glatt am Baum festhalten! 😉

Auslandskrankenversicherung für Surfer

Man sieht’s nicht, aber hier war mein Knie grad im Eimer


4. Auslandskrankenversicherung: Special Hacks für digitale Nomaden

Dieser Abschnitt richtet sich an alle Weltreisenden und digitalen Nomaden, die eine Langzeit Auslandskrankenversicherung benötigen. Denn es gibt ein paar kleine Hacks, von denen ich wirklich profitiert habe und die ich mit euch teilen will. Wohlgemerkt ist hier von den Modellen bis maximal 5 Jahre Reisezeit die Rede, und nicht von privaten internationalen Krankenversicherungen! Denn mit denen kenne ich mich nicht genau aus.

4.1 Langzeit Auslandskrankenversicherung mit Maximaldauer abschließen

Selbst wenn du kürzer reisen willst, als es dir deine Langzeit Auslandskrankenversicherung maximal erlaubt, solltest du trotzdem den Vertrag mit der Höchstdauer abschließen. Denn unterwegs die Versicherung zu verlängern ist schwieriger, als den Vertrag bei einer vorzeitigen Rückkehr zu kündigen. Der Grund: Zum einen muss deine Auslandskrankenversicherung einer Vertragsverlängerung nicht zustimmen, denn dies geschieht aus Kulanz. Bist du ein zu „teurer“ Kunde gewesen, dann könnte man deinen Verlängerungsantrag ablehnen.

Zum anderen zählt eine Vertragsverlängerung als ein neuer Vertrag, und in dem sind Vorerkrankungen – die du dir im ersten Teil deiner Reise vielleicht zugezogen hast – dann nicht mehr abgedeckt. Wir haben deshalb unsere Langzeit Krankenversicherung für 5 Jahre abgeschossen. Bei einer vorzeitigen Rückkehr enden die monatlichen Beitragszahlungen bzw. zu viel gezahlte Beiträge werden zurückerstattet.

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4.2 Günstig in Nordamerika versichert sein

Ich wollte ursprünglich nur 3 Monate meiner Weltreise in Nordamerika verbringen. Es wäre doch schlau, nur dafür den teuren Tarif und für die restliche Zeit den günstigen Tarif der Langzeit Auslandskrankenversicherung zu zahlen. Denkste, geht nicht. Ganz oder gar nicht lautete die Devise und wir mussten für die gesamte Vertragsdauer den vollen Tarif zahlen. Was sich letztlich als schlau herausstellte: Mit hat Surfen in Tofino auf Vancouver Island so gut gefallen, dass ich spontan nochmal einen Monat hinreise.

Trotzdem gibt es Tricks: Willst du z.B. maximal 2 Wochen in Nordamerika sein, dann könntest du eine Langezeit Krankenversicherung wie STA Travel wählen. Dort ist so ein Stopp im günstigen Tarif mit drin.

Falls du weißt, nur wenige Monate in den USA oder Kanada verbringen zu wollen, könntest du zweigleisig fahren. Also einen günstigen Versicherungstarif exklusive Nordamerika für die gesamte Reisezeit buchen und nur für die Zeit in den USA oder Kanada zusätzlich eine Tagesversicherung abschließen. Bei World Nomads geht das sogar von unterwegs. So ein Doppelmodell rechnet sich aber nur für kurze Zeit, ansonsten ist ein Volltarif günstiger.

4.3 Kosten für die deutsche Krankenkasse optimieren

Viele Langzeitreisende fragen sich, was sie während ihrer Zeit im Ausland mit der deutschen Krankenkasse anstellen. Generell ist jeder mit einer deutschen Meldeadresse per Gesetz verpflichtet, im Inland krankenversichert zu sein. Die private Krankenversicherung kannst du während deiner Reise auf Anwartschaft stellen, um Geld zu sparen und nach deiner Rückkehr eine Preisgarantie zu haben. In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es das Anwartschaftsmodell meines Wissens nach nicht mehr. Einige Anbieter zeigen sich bei Vorlage von Flugtickets usw. aber kulant, und lassen die Beiträge für den Reisezeitraum ruhen.

Hast du bereits eine Auslandskrankenversicherung? Falls nein, konnte ich dich mit diesem Beitrag hoffentlich davon überzeugen. Und falls ja, teile deine Erfahrungen mit uns 🙂

Title Foto: Surf rescue. by skyseeker, used under license CC BY 2.0 with foto filter and cropped size

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8 comments

Aga 27. September 2017 - 19:06

Hallo Heidi, danke für den tollen Beitrag, echt praktische Infos. Ich wollte dich fragen, was du von der STAY Travel Versicherung bisher berichten kannst? Bei mir geht die Reise in 1 Monat los und ich finde die Konditionen zu diesem Preis fast unschlagbar. Liebe Grüße

Reply
Heidi 28. September 2017 - 17:14

Hi Aga,
Wir haben die STAY Travel jetzt seit fast 1,5 Jahren und bisher können wir nur Gutes berichten. Wir haben nahezu alle Kosten aus dem Ausland erstattet bekommen. Manchmal kann es etwas dauern, bis das Geld erstattet wird (ca. 2 – 4 Wochen) – doch das ist absolut okay. Nur in Deutschland musst du etwas aufpassen, da stehen dir 6 Wochen pro Jahr zu. Hier sind z.B. die Kosten beim Zahnarzt höher als der internationale Durchschnitt und werden nicht komplett erstattet, bzw. haben eine Obergrenze. Mich würde aber stark wundern, wenn das bei anderen Anbietern anders ist. Die haben auch fast alle eine Selbstbeteiligung und sind wesentlich teurer als die STAY. Also wir werden da bleiben 🙂
Liebe Grüße
Heidi und Chris

Reply
Christian 27. Februar 2018 - 19:59

Das hat mir enorm geholfen. Vielen Dank liebe Heidi!

Reply
Mario 16. März 2019 - 6:15

Hey Heidi, super informativer Beitrag! Danke! Bin derzeit auf Bali und meine Auslandskrankenversicherung wird nicht verlängert 🙁 Hast du vl Tipps zu Versicherungen welche ich auch von Unterwegs abschließen kann? Müsste mich noch für die nächsten 6 Monate versichern…

Liebe Grüße
Mario

Reply
Heidi 16. März 2019 - 21:28

Hallo Mario,
Ich glaube, dass die World Nomads eine der wenigen Versicherungen ist, die du von unterwegs aus abschliessen kannst.
Leider vergleichsweise teuer. Aber besser so als gar nicht versichert…
Liebe Grüße
Heidi

Reply
Dody 4. April 2019 - 0:51

Hi Mario,
keine Garantie, aber bestimmt zumindest ein Versuch wert: Preuss bietet fuer Segler die bis zu 5 Jahre abschliessbare Auslandsreise-Krankenversicherung der Hanse-Merkur zu akzeptablen Preisen an (guenstiger zumindest als Pantaenius) und der Clou: auch von unterwegs abschliessbar. Theoretisch sollte es doch wohl keinen Unterschied machen duerfen ob jemand Segler oder Surfer ist, oder?
Fair winds & sonnige Gruesse aus Nazaré
Dody

Reply
Dody 3. April 2019 - 23:32

Moin Heidi,
super Artikel mit prima umfangreichen und fundierten Info’s, gefaellt mir echt gut!

Wenn Du erlaubst, wuerde ich gerne etwa hinzufuegen:
Bei den Versicherungen von denen Du in dem Artikel sprichst geht es um Auslands-REISE-Krankenversicherungen, die saemtlich zeitlich begrenzt sind. Fuer den normalen Urlaub ist das ganz sicher ausreichend, und fuer die absehbar zeitlich begrenzte Reise natuerlich auch.
Allerdings, nicht jeder ist happy damit seine Reise zeitlich zu begrenzen. Auch wenn das unter uns Seglern sicherlich haeufiger passiert gibt es unter euch Surfern eine grosse Menge die kontinuierlich kreuz und quer ueber den Globus unterwegs sind auf der Suche nach DER Welle.
Es gibt unbegrenzt und weltweit gueltige Krankenversicherungen mit unterschiedlichen Tarifen, Leistungen und Selbstbeteiligungen fuer alle moeglichen Geldbeutel, die als vollstaendiger Ersatz fuer die Rueckkehr in das Deutsche Krankenversicherungssystem herhalten koennen. Wichtig dabei ist zu wissen, dass der Beitritt leichter und unkomplizierter ist, je weniger Lebensjahre man seit Geburt hat. Aber auch, dass das ab einem spaeteren Alter und, falls man das Pech hatte von einer Krankheit erwischt zu werden, immer schwieriger bis fast unmoeglich wird.

Versicherungen die so etwas anbieten sind Beispielsweise Cigna, BDAE und Morgan Price aber auch viele andere.

Fair winds & sonnige Gruesse aus Nazaré
Dody

Reply
Heidi 4. April 2019 - 21:08

Hallo Dody,

Du hast Recht, dass die von mir im Artikel erwähnen Langzeit-Auslandskrankenversicherungen „nur“ auf maximal 5 Jahre begrenzt sind. Von einer „Reise“ kann bei diesen Zeiträumen aber keine Rede mehr sein – genau deswegen braucht man ja überhaupt ein teures Langzeitmodell. Die meisten Surfer schaffen den Sport leider erfahrungsgemäß nur in ihrem Urlaub, wenige reisen für mehrere Jahre, und die Gruppe, die dauerhaft unterwegs sind, ist meiner Erfahrung nach noch kleiner. Aber es gibt sie, und vielleicht werden Chris und ich bald dazu gehören 😉

Daher vielen lieben Dank für deine guten Tipps zu den genannten Versicherern für Internationale Krankenversicherungen! Die werden wir uns auf jeden Fall mal näher ansehen – und manch anderer Leser sicher auch.

Liebe Grüße
Heidi

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